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Schellenschütteln

Mit dem Bezug der Niederalpen Ende Mai und der Hochalpen um den 21. Juni beginnt der Alpsommer. Wenn nicht früher Schneefall Hirten und Herden zur Schneeflucht zwingt, findet die Alpabfahrt Ende August oder im September statt.

Zum Umzug werden die Kühe mit einem Prunkgeläute und mit den Weidschellen behängt. Das Fahrgeläute besteht in der Westschweiz und im Kanton Bern aus gegossenen Kuhglocken und geschmiedeten Schellen und ist mit Ausnahme besonders grosser Glocken mit dem Herdengeläute identisch.

In der Ostschweiz aber tragen bloss die vordersten drei Leitkühe klingende Senntumsschellen, grosse, aufeinander abgestimmte Schellen aus mit Messing versehenem Eisenblech, während das übrige Vieh einfache Weidschellen trägt. Die Klöppel dieser kleinen Schellen sind während der Alpfahrt festgebunden, damit sie den Dreiklang der Senntumsschellen nicht beeinträchtigen. Auf der Alp ist das Gebimmel ganz verschiedener Schellen zur Standortbestimmung jeder einzelnen Kuh aber notwendig.

Seit 1838 ist der Ostschweizer Brauch bezeugt, bei aufsteigendem Weg die kostbaren Schellen der vordersten Kühe durch die Hirten und Sennen tragen zu lassen, um die Kühe zu entlasten und die kostbaren Schellen vor dem Anschlagen an Felsbrocken auf dem steilen Weg zu bewahren. Aus dieser Schutzmassnahme dürfte sich das sogenannte Schälleschötte (Schellenschütteln), das absichtliche Läuten der drei Senttumsschellen durch zwei Männer, entwickelt haben. Diese Sennenmusik wurde 1857 erstmals beschrieben. Das Schellenschütteln dient häufig zur Begleitung des mehrstimmigen Naturjodels.

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