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Schengen-Anpassung bedingt höhere Flughafen-Gebühren

Fluggäste und Gepäck werden künftig in Zürich im selben Gebäude kontrolliert.

(Keystone)

Die Umsetzung des Schengen-Abkommens kostet den Flughafen Zürich rund 170 Mio. Franken. Die Sicherheitskontrollen sollen zentralisiert, das Terminal B wieder in Betrieb genommen werden.

Für die Passagiere haben die Anpassungen eine Gebührenerhöhung von vier Franken zur Folge. Künftig sollen die verschiedenen Gebühren und Taxen separat ausgewiesen werden.

Ab der Umsetzung des Bilateralen Abkommens zu Schengen bilden die Schweizer Flughäfen, darunter auch der Flughafen Zürich, die einzige Aussengrenze im Personenverkehr.

Passkontrollen erfolgen damit nicht mehr beim Übertritt vom öffentlichen in den nicht-öffentlichen Bereich, sondern beim Übertritt der Schengen-Grenze.

Laut der Flughafenbetreiberin Unique erfordert die Trennung nach Schengen- und Nicht-Schengen-Passagieren mehr Platz, was zu einem Rückgang der Gatekapazität führt.

Der Flughafen Zürich plant deshalb die Wiederinbetriebnahme des früheren Docks B auf Ende 2009, wie Josef Felder, Geschäftsführer von Unique in Kloten sagte. Ein zusätzlich geplantes neues Busgate soll schon ein Jahr früher eröffnet werden.

Umsetzung noch offen

Die Umsetzung des Schengen-Abkommens kostet den Flughafen Zürich 173 Mio. Franken. Sie hängt unter anderem vom Abstimmungsergebnis der Plafonierungs-Initiative im nächsten Herbst im Kanton Zürich ab, wie Felder erklärte.

Diese Volksinitiative will, dass der Kanton Zürich insbesondere beim Bund "darauf hinwirken" soll, dass die jährliche Zahl der Flugbewegungen am Flughafen Zürich 250'000 nicht überschreitet.

Doch schon letztes Jahr lag die Zahl der Bewegungen bei 260'000. Ein Gegenvorschlag will die Flugbewegungen auf 320'000 beschränken.

Zentralisierung der Kontrollen

Auf Grund der laufend strenger werdenden Sicherheitsauflagen plant der Flughafen Zürich auf Ende 2009 auch eine Zentralisierung der Kontrollen.

Mit der Zusammenfassung zu einer zentralen Pass- und Sicherheitskontrolle sollen sich gemäss Unique Nutzen, Berechenbarkeit und Komfort für die Passagiere erhöhen. Die Investitionen in die Sicherheit betragen 128 Mio. Franken.

Insgesamt 300 Mio. Franken wird der Flughafen Zürich in den kommenden drei Jahren für die Umsetzung der EU-Kompatibilität in den Bereichen Schengen und Sicherheit investieren. Laut Unique-Chef Felder werden die Betriebskosten für die Sicherheit allein im Geschäftsjahr 2007 um rund 25 Mio. Franken zunehmen.

Refinanzierung über höhere Gebühren

Da weder die EU noch der Bund Mittel zur Finanzierung bereitstellten, würden Anpassungen des Anteils an Sicherheitskosten innerhalb der Passagiergebühren unvermeidlich.

Die Gesamtgebühren für Lokalpassagiere erhöhen sich um 4,50 auf 41,50 Franken und die Gesamtgebühren für Umsteigepassagiere um 3,50 auf 24,50 Franken.

Weil die Sicherheitskosten immer bedeutender werden, will Unique gegenüber Behörden und Passagieren die Transparenz verbessern.

So wird die bisherige Passagiergebühr neu in drei Teilgebühren - Passagier-, Sicherheits- und Lärmgebühr - aufgeteilt und separat auf dem Ticket ausgewiesen. Künftig sollen die Sicherheitskosten auch in den Geschäftsberichten gesondert dargestellt werden.

Keine Erhöhung in Genf

Auch im Flughafen Genf-Cointrin werden bis 2009 die Pass- und Sicherheits-Kontrollen im Hinblick auf das Schengen-Abkommen zentralisiert.

Im Gegensatz zu Zürich erhöht Genf seine Gebühren laut Sprecher Philippe Roy dieses Jahr und "wahrscheinlich" auch nächstes Jahr nicht.

Die Passagiergebühr dürfte demnach vorerst bei 19 Franken für alle Reisenden bleiben.

Basel senkt Taxen vorerst leicht

Im Euro-Airport Basel-Mühlhausen ist die Trennung nach Schengen- und Nicht-Schengen-Passagieren bereits vollzogen, sagt Flughafensprecherin Vivienne Gaskell.

Damit müsse der Flughafen nicht mehr zusätzliche Investitionen tätigen. Wie Genf wolle auch Basel-Mühlhausen attraktiv bleiben für die Fluggesellschaften und senke ab April 2007 die Taxen leicht.

Doch würden sich die Kosten für die Sicherheit auch am EuroAirport ab 2008 auf die Flughafentaxen auswirken. Sie würden dann etwas angehoben werden müssen.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Beförderte Flugpassagiere 2006:

Zürich 19,2 Millionen
Basel 4,02 Milionen
Genf 9,96 Millionen

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Schengen-Abkommen

Mit der Teilnahme am Schengen-Abkommen soll das Reisen durch den Verzicht auf systematische Passkontrollen erleichtert, gleichzeitig aber der Kampf gegen die Kriminalität durch internationale Zusammenarbeit verstärkt werden.

Das Dubliner Abkommen richtet sich gegen Missbräuche im Asylwesen: Durch die internationale Zusammenarbeit soll ein Asylgesuch im gesamten Gebiet der EU und der Schweiz nur noch einmal behandelt werden können.

Die Schweizer Stimmberechtigten haben am 05. Juni 2005 das bilaterale Abkommen Schengen-Dublin angenommen (54,6% Ja).

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