Schlag Mexikos als Warnung für Uhrenfälscher

FH-Präsident Jean-Daniel Pasche zeigt eine gefälschte Schweizer Uhr "à la mexicaine". SF DRS

Die Beschlagnahmung von 20'000 gefälschten Schweizer Uhren in Mexico City ist gemäss Schweizer Uhrenindustrie eine Warnung an alle Fälscher.

Dieser Inhalt wurde am 17. August 2005 - 19:14 publiziert

Der Erfolg von Montag war das Ergebnis einer Kooperation von lokalen Behörden und dem Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie.

Die Aktion sei Teil einer globalen Strategie, um den Fälschern das Handwerk zu legen, sagte Jean-Daniel Pasche, Präsident des Verbandes der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH). Gefälschte Markenuhren kosten die Schweizer Hersteller geschätzte 800 Mio. Franken pro Jahr.

"Wir haben den Handel mit gefälschten Uhren in Mexiko zerstört und damit eine klare Botschaft ausgesendet, dass wir aktiv sind und unsere Rechte schützen", so Pasche gegenüber swissinfo.

Wink mit dem Zaunpfahl

Das Verbands-Büro in Mexiko habe viele Monate harte Arbeit geleistet. Namentlich erwähnt Pasche den Aufbau der Kontakte zu den einheimischen Behörden. "Ähnliche Kontakte haben schon in anderen Länder zu Erfolgen geführt, und wir werden diese Politik weiter verfolgen", lautet die Warnung an die internationalen Fälscher.

Pasche erwähnt die Aktion von 2003 in Dubai, wo fünf Tonnen gefälschte Schweizer Uhren zerstört worden waren. Die nächste Phase der Strategie werde Paraguay betreffen, kündigte er an.

Hauptziel China

Letztes Jahr exportierte die Schweiz Uhren im Wert von 11 Mrd. Franken. Jährlich werden 26 Millionen echte Schweizer Uhren hergestellt. Der Markt wird aber mit 40 Mio. gefälschten Schweizer Uhren überschwemmt.

Pasche ist sich bewusst, dass es noch grosser Anstrengungen bedarf, um namentlich in China das Geschäft mit den Falsch-Uhren zu stoppen. "In China werden die meisten gefälschten Waren hergestellt, nicht nur Uhren."

Im Kampf gegen die Fälscher, der dort eben erst begonnen habe, würden sie zwar von der chinesischen Polizei unterstützt. Aber es brauche sehr viel Zeit, bis alle erforderlichen Kontakte aufgebaut seien, so der FH-Präsident.

In einigen Städten Chinas sei es die normalste Sache der Welt, gefälschte Artikel offen zu verkaufen. "Diese Kultur muss geändert werden, doch das wird sehr lange dauern", weiss Pasche. Es bedürfe deshalb grösseren internationalen Druckes auf China, um die Rechte am geistigen Eigentum zu sichern.

swissinfo, Matthew Allen
(Übertragung aus dem Englischen: Renat Künzi)

Fakten

Der Schweizer Uhrenindustrie gehen durch Fälschungen jährlich rund 800 Mio. Franken verloren.
Schweizer Hersteller exportierten 2004 Uhren im Wert von über 11 Mrd. Franken.

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