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Schöner Sommer?

Der Böögg, eine mit über 100 Knallkörpern gefüllte Schneemann-Figur aus Watte, wurde Punkt 18 Uhr den Flammen übergeben.

(Keystone)

13 Minuten hat der "Böögg" am Montag am Sechseläuten in Zürich den Flammen standgehalten. Je rascher der Kopf des Wintersymbols explodiert, umso schöner soll der Sommer werden.

In Zürich heisst es, dass ein früher Tod des Bööggs einen schönen Sommer einläutet. Um genau 18.13h knallte es - in den letzten drei Jahren harrte der Böögg jeweils länger aus.

Zehntausende von Schaulustigen und Tausende von Zünfter nahmen am Zürcher Frühlingsfest teil.

Sonnenschein zum Umzugsbeginn

Just zum Abmarsch des Umzuges um 15 Uhr zeigte sich nach einem regnerischen und kühlen Tag plötzlich die Sonne. Dies war passend zum Ereignis, ist doch das Verbrennen des Bööggs auf der Sechseläuten-Wiese für die Zürcher das Zeichen, dass der Winter vorbei ist und die wärmere Jahreszeit anbricht. Wohl hat auch der Gastkanton Tessin, die Sonnenstube der Schweiz, seinen Beitrag leisten wollen.

Zehntausende von Schaulustigen freuten sich entlang der 7 Kilometer langen Route am Vorbeimarsch des Zugs der 26 Zünfte. Zu Fuss, auf blumengeschmückten Wagen oder hoch zu Ross zogen rund 7000 Zünfter in farbenfrohen historischen Kostümen, Trachten oder Uniformen sowie etwa hundert Ehrengäste zum Sechseläutenplatz.

Die Zünfte stellten ihre Handwerkstraditionen vor oder präsentierten Symbole aus dem Quartier. Für die musikalische Umrahmung sorgten 28 Musikantengruppen.

Als Vertreter der Landesregierung nahmen Samuel Schmid und Joseph Deiss am Umzug teil. Unter den Ehrengästen der Zünfte waren zahlreiche weitere Politiker aus den Kantonen Zürich und Tessin, aber auch Prominente aus Wirtschaft, Armee, Medien und Kultur.

Aus dem Gastkanton Tessin liefen unter anderen ein Trachtenverband und Schülerinnen und Schüler des Teatro Dimitri mit. Auch dieses Jahr vom offiziellen Umzug ausgeschlossen blieb die Frauenzunft, die Gesellschaft zu Fraumünster.

Böögg mit "Tessiner Fliege"

Punkt sechs Uhr, beim ersten Schlag des Sechs-Uhr-Läutens von St. Peter, entzündete die Tessiner Regierungsrätin Marina Masoni den zwölf Meter hohen Scheiterhaufen auf der "Sächsilüüte"-Wiese.

Der Böögg, eine mit über 100 Knallkörpern gefüllte Schneemann-Figur aus Watte, wurde den Flammen übergeben. Zu Ehren des Gastkantons Tessin trug der viereinhalb Meter grosse und etwa 80 Kilogramm schwere Böögg eine rot-blaue Fliege.

Zu den Klängen des Sechseläuten-Marsches wurde der brennende Holzstoss von 19 Reitergruppen umritten. Die Flammen frassen sich langsam dem Böögg entgegen und hüllten ihn Rauch. Nach acht Mintuten explodierten die ersten Knallkörper. Bald schon brannte der Böögg lichterloh, der Kopf war schon praktisch weggesprengt, als schliesslich um 18.13 Uhr und 29 Sekunden der erlösende letzte grosse Knall ertönte.

Mit dem Verbrennen des Bööggs war das Fest für die Öffentlichkeit vorbei. Für die Zünfter ging es allerdings weiter. Sie besuchten sich am Abend gegenseitig mit Laternen und Musik in ihren Zunftlokalen.

swissinfo und Agenturen


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