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Schutz der Artenvielfalt

Die Konferenz verlangt Massnahmen, um das Artensterben zu stoppen.

(volksschule-sandberg.de)

Am Freitag ging in Den Haag die UNO-Weltkonferenz über die biologische Vielfalt zu Ende. Die Meinungen über die Ergebnisse sind geteilt.

Beat Nobs, Chef der Schweizer Verhandlungs-Delegation in Den Haag, ist zufrieden. Die anwesenden Regierungs-Vertreter von 180 Staaten konnten sich nämlich gleich in dreierlei Hinsicht einigen: Man verabschiedete eine Deklaration, welche verlangt, dass der Rückgang der Artenvielfalt - der Biodiversität - bis 2010 gestoppt wird. Zudem stellten die Abgeordnenten ein Aktionsprogramm zum Schutz der Wälder sowie "freiwillige Leitlinien" zur gerechten Nutzung der genetischen Ressourcen auf.

"Ein klares Zeichen" sei gesetzt worden, sagte Nobs gegenüber swissinfo, "ein unmissverständliches Signal" in Richtung des Ende August beginnenden Erdgipfels von Johannesburg.

Ähnlich positiv wie Nobs hatte sich am Mittwoch bereits Bundesrat Moritz Leuenberger anlässlich seines Besuchs in Den Haag geäussert. "Das Bewusstsein und der Wille in Johannesburg mit konkreten Lösungen einen Durchbruch zu erzielen, ist bei den Ministern enorm hoch", fasste Leuenberger seine Eindrücke von der Konferenz zusammen.

Gerechtigkeit bei den genetischen Ressourcen

Den Schweizern war in Den Haag insbesondere die gerechtere Nutzung der genetischen Ressourcen ein wichtiges Anliegen. Mit Kulturpflanzen und biotechnischen Produkten werden heute weltweit jährlich Umsätze von rund 1000 Mrd. Franken erzielt. Obwohl der lukrativste Teil des "grünen Schatzes" in den tropischen Entwicklungsländern gedeiht, streichen vor allem Hightech-Unternehmen aus den Industrieländern die Gewinne ein.

Mit den vereinbarten Richtlinien soll sich dies nun ändern. Obwohl diese rechtlich nicht bindend sind, bilden sie laut Nobs immerhin einen "ersten positiven Schritt". Sie würden dazu beitragen, "dass sich das Vertrauen zwischen dem reichen Norden und dem armen Süden verbessert".

Umweltverbände: Mässige bis scharfe Kritik

Schweizer Umweltverbände bewerten die Konferenz-Ergebnisse weit weniger positiv als Leuenberger und Nobs. Pro Natura Schweiz begrüsse zwar den Aktionsplan zum Schutz der Wälder, weil dort etwa "erstmals offiziell der Überkonsum in den Industrieländern als Grund für die Waldzerstörung genannt wird", sagte Sprecher Beat Jans gegenüber swissinfo.

An den Nutzen der freiwilligen Richtlinien betreffend die Nutzung der genetischen Ressourcen glaubt Pro Natura hingegen nicht. "Uns fehlen die konkreten Schritte gegen die rücksichtslos plündernde 'Bio-Piraterie', die heute grosse Firmen in der Dritten Welt betreiben", so Jans.

Greenpeace Schweiz erachtet die Ergebnisse als "nicht ausreichend". "Es fehlen die konkreten Massnahmen", sagte Greenpeace-Sprecher Wangpo Tethong gegenüber swissinfo - etwa die finanzielle Unterstützung von Ländern, welche sich an die Prinzipien der Nachhaltigkeit halten. Und: "Was es jetzt gebraucht hätte, wäre ein Moratorium für jegliche industriellen Aktivitäten in den Urwäldern."

Am Anfang war Rio

Erstmals wurde auf dem Erdgipfel von Rio de Janeiro im Juni 1992 versucht, mit einem globalen und umfassenden Ansatz Lösungswege für die Erhaltung des Lebens schlechthin zu suchen. Die Konferenz in Rio fokussierte auf die Erhaltung des Weltklimas, den Schutz der Ozonschicht, die Bekämpfung der Wüstenausbreitung sowie die Erhaltung der Vielfalt des Lebens.

Seit Rio ist die Erhaltung der Biodiversität Gegenstand eines völkerrechtlichen Vertragswerkes, des Übereinkommens über die biologische Vielfalt. Bis heute haben 179 Staaten und die Europäische Union (EU) diese "Convention on Biological Diversity" (CBD) unterzeichnet.

Felix Münger


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