Schweiz als Drehscheibe des internationalen Stromhandels

Seit rund 20 Jahren exportiert die Schweiz mehr Strom als sie importiert. Keystone Archive

Die Schweiz produziert nicht nur Strom für den Eigengebrauch, sie exportiert auch und ist seit den 70er Jahren eine der Drehscheiben des Stromhandels in Europa.

Dieser Inhalt wurde am 24. Februar 2003 - 11:32 publiziert

Strom fliesst über ein europäisches Verteilernetz in alle Himmelsrichtungen.

Erste Schritte zu einem gemeinsamen europäischen Stromnetz waren Mitte des letzten Jahrhunderts gemacht worden. Damals gründeten die Schweiz, Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande und Österreich eine entsprechende Vereinigung. In der Folge entstanden auch die technischen Voraussetzungen für den europäischen Stromaustausch.

Im Jahresdurchschnitt weist die Schweiz seit rund 20 Jahren einen Exportüberschuss aus. Die Produktion von Strom ist im Sommer höher als im Winter, während der Verbrauch im Winter höher ist.

Daher muss die Schweiz im Winter jeweils Strom importieren. Dies sind vor allem Lieferungen aus Frankreich. 2001 exportierte die Schweizer Energiebranche 68,4 Mrd. kWh, der Import belief sich auf 58 Mrd. kWh.

Unklare Zukunft

Damit gehört die Schweiz nach Angaben von économiesuisse zu den wichtigsten Ländern, die mit Strom handeln. Was auch von wirtschaftlicher Bedeutung ist für die Speicherkraftwerke - und damit für Arbeitsplätze und Einnahmen in den Bergregionen.

Wie sich die gesamte Elektrizitätswirtschaft in der Schweiz in den nächsten Jahren entwickelt, ist jedoch zur Zeit offen, nachdem die Stimmberechtigten im vergangenen November die Vorlage zum Elekrizitätsmarkt-Gesetz abgelehnt hatten, das auf eine weitere Liberalisierung abgezielt hatte.

Anders bei der EU: Die Mitgliedstaaten müssen ihre nationalen Strommärkte bis ins Jahr 2007 geöffnet haben. Damit werden die regionalen und nationalen Monopole aufgebrochen. Wie sich die Schweiz diesem Umfeld stellen können wird, ist derzeit schwierig abzuschätzen.

Nach dem Volks-Nein vom vergangenen November führt das Bundesamt für Energie nun Gespräche mit den interessierten und betoffenen Kreisen. Dazu gehören neben der Elektrizitätswirtschaft Kantone, Gemeinden, Konsumenten- und Umweltorganisationen sowie Gewerkschaften. Erst nach diesen neuen Sondierungen will die Regierung über das weitere Vorgehen entscheiden.

swissinfo, Rita Emch

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