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Schweiz behält Hoffnung in Klima-Verhandlungen

Pedalen oder Paddeln? Experten suchen Massnahmen gegen extreme Klimaveränderungen. Keystone

Ein Schweizer Delegierter an der internationalen Klimakonferenz in Bonn hat trotz der Unnachgiebigkeit der USA "Zeichen der Hoffnung" festgestellt.

Dieser Inhalt wurde am 19. Mai 2007 - 12:49 publiziert

An dem von den Vereinten Nationen veranstalteten Treffen, das die Klimakonferenz im Dezember in Indonesien vorbereiten sollte, machte sich Frustration über die Haltung der USA, Chinas und Indiens breit.

"Wir müssen die Sache positiv betrachten", sagte José Romero vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) gegenüber swissinfo.

"Wir haben schon viel erreicht. Seit 1992 in Rio die UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel angenommen wurde, ist unglaublich vieles in Gang gekommen. Das Klima ist Teil der Business-Pläne mancher Unternehmen und praktisch aller Regierungen geworden."

Romero war einer der Beteiligten aus 166 Nationen, die in Bonn fast zwei Wochen über die UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel (UNFCCC) verhandelten.

"Es ist weltweit anerkannt, dass das Thema sehr ernst ist", sagte Romero. "Und die Tatsache, dass alle Regierungen die Konvention unterstützen, zeigt, dass sie bereit sind zu handeln."

USA lehnen Klimaziel am

Doch trotz alarmierender UN-Berichte zeigen die USA und Japan wenig Interesse an formellen Gesprächen in Indonesien, wo im Dezember ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende das Kyoto-Protokoll über die Klimaerwärmung verhandelt werden soll.

Deutschland will die G8-Staaten bereits an einem Treffen im Juni auf eine Halbierung der für die Klimaerwärmung verantwortlichen CO2-Emmissionen bis 2050 und eine Förderung des Handels mit Emissionsrechten verpflichten.

Doch der amerikanische Delegierte lehnte das Ziel der Verringerung der Treibhausgase ab und erklärte, dass ein langfristiger Richtwert eine politische und nicht eine wissenschaftliche Angelegenheit sei.

Der Schweizer Delegierte José Romero gibt sich einigermassen hoffnungsvoll, was die Chancen anbelangt, die USA und China an den Verhandlungstisch zu bringen.

"Eine Lektion, die wir in diesem Prozess gelernt haben, ist diejenige, dass die Kosten für eine Reduzierung der Emissionen wahrscheinlich nicht sehr hoch sind", sagte Romero.

"Keine Entschuldigungen"

Der Chef des UNO-Klimarahmenkonvention, Yvo de Boer, hat die internationale Gemeinschaft zum Kampf gegen den Klimawandel in die Pflicht genommen. "Die Regierungen haben keine Entschuldigungen mehr, nicht zu handeln", sagte er.

Schliesslich stünden sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel wie auch Technologien zu seiner Eindämmung zur Verfügung, sagte er.

Mit Blick auf die UNO-Klimaschutzkonferenz im kommenden Dezember auf Bali sagte de Boer, es müsse eine "grundsätzliche Architektur" zum Kampf gegen den Treibhauseffekt entwickelt werden.

China fordert Technologie-Transfer

In Bonn betonten die vertretenen Entwicklungsländer laut de Boer, dass das Problem der Verschmutzung der Erdatmosphäre durch Treibhausgase "vom Norden verursacht wurde und nicht auf den Süden abgewälzt werden sollte". Sie bestünden auf ihrem Recht auf Wirtschaftswachstum und Armutsbekämpfung.

China forderte von den Industrieländern mehr Bereitschaft zum Technologie-Transfer. "Die Industrienationen sind ein wenig zögerlich", kritisierte der chinesische Regierungsbeauftragte für Klimafragen, Ji Zou, der die chinesische Delegation in Bonn anführte.

Die Nutzung neuer, umweltfreundlicher Technologien müsse Schwellen- und Entwicklungsländern schnell und konkret zugänglich gemacht werden.

Ji schlug im Namen der "Gruppe der 77", in der sich innerhalb der UNO 130 Entwicklungsländer zusammengeschlossen haben, eine neue Organisationsform für die Weitergabe moderner, sauberer Industrieverfahren vor.

swissinfo, Thomas Stephens und Agenturen

CO2-Gesetz

Das CO2-Gesetz ist als Grundstein für eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik am 1. Mai 2000 in Kraft getreten.

Sein Ziel ist, bis ins Jahr 2010 die CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energien insgesamt um 10% unter das Niveau von 1990 zu senken.

Das Gesetz basiert auf der CO2-Steuer, die nur eingeführt werden kann, wenn sich die Reduzierung der Treibhausgase nicht mit freiwilligen Massnahmen erreichen lässt, sowie anderen klimawirksamen Massnahmen.

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Wissenschaftlicher Konsens

Nachdem lange gestritten wurde, zeichnet sich heute ein Konsens unter den Wissenschaftern ab, dass die Ursprünge des Klimawandels auf das menschliche Verhalten zurück gehen.

Anfang Februar ist in Paris an einer internationalen Konferenz eine Zusammenfassung, der UNO-Klimabericht, vorgestellt worden.

Spezialisten aus 113 Länder haben die Wahrscheinlichkeit mit 90% beziffert, dass die Klimaerwärmung von Menschen zu verantworten ist.

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