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Schweiz beschenkt UNO

Das Geschenk der Schweiz an die UNO: Der renovierte Saal am East River in New York.

(swissinfo.ch)

Bundespräsident Joseph Deiss hat am UNO-Hauptsitz in New York das Beitritts-Geschenk der Schweiz eingeweiht: Repräsentations-Räume hinter dem wichtigsten Sitzungssaal.

In seiner Rede erinnerte Deiss an den UNO-Beitritt der Schweiz vor zwei Jahren.

Am 10. September 2002 trat die Schweiz den Vereinten Nationen bei. Zwei Jahre später haben Bundespräsident Joseph Deiss und Aussenministerin Micheline Calmy-Rey das Geschenk übergeben.

Dabei handelt es sich um die frisch umgebauten Räume hinter dem Sitzungssaal der UNO-Vollversammlung, die intern GA-200 genannt werden.

Nützliches Geschenk

"Es musste einem echten Bedürfnis der Vereinten Nationen entsprechen und den kreativen Geist der Schweiz und ihren Einsatz für die Zukunft reflektieren", sagte Bundespräsident Deiss.

"Schliesslich musste das Geschenk irgendwie einmalig sein", ergänzte er. Damit wolle die Schweiz darauf hinweisen, dass sie einziges Land auf Grund eines Volksentscheides der UNO beigetreten sei.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan erklärte seinerseits, der Raum drücke verschiedene Schweizer Qualitäten aus. Er sei multifunktional und praktisch, ganz wie ein Schweizer Sackmesser.

Umbau statt Skulptur

Dass Neumitglieder der UNO ein Beitritts-Geschenk geben, hat Tradition. Meist beschränken sich die Länder auf Kunstwerke wie Skulpturen, Bilder oder Wandteppiche – die dann oft in den Gängen des Hauptgebäudes herumstehen und -hängen.

Mit dem Umbau und der Neugestaltung der 220 Quadratmeter tanzt die Schweiz aber wohltuend aus der Reihe. Die Räume GA-200 direkt hinter dem Sitzungssaal der UNO-Vollversammlung waren seit 1952 nicht mehr geändert worden.

Foto-Ecke für UNO-Redner

Hier bereiten sich Staatoberhäupter auf ihren Auftritt vor dem höchsten Organ der UNO vor. Neben je einem Arbeitsplatz für den Generalsekretär und den Präsidenten der Generalversammlung gibt es deshalb eine Lobby, wo die Redner und Rednerinnen warten können.

Arbeitsplätze, Toiletten, Kopierraum und Küche sowie ein Ort für Fototermine vor dem UNO-Logo runden die Repräsentations-Räume ab.

Schweizer Schreiner in New York

All diese Vorgaben musste das Planungs-Team Inlay, zu dem die zwei Architektur-Büros ":mlzd" aus Biel und "Buchner Bründler" aus Basel sowie die Künstler der Gruppe "Relax" gehören, beachten.

Der Innenausbau wurde von Schweizer Handwerkern vorbereitet und im UNO-Hauptquartier am East River verbaut. Die Verantwortung übernahm eine Schreinerei aus dem Thurgau. Die Kosten fürs Projekt beliefen sich insgesamt auf 3,25 Mio. Franken.

Die gewählten Materialen sind – so beschreibt es die Schweizer Mission bei den Vereinigten Nationen – nobel und trotzdem diskret. Nussbaum und eloxiertes Aluminium, farbiges Glas und grauer Woll-Teppich. Die Möbel – speziell für diesen Ort entworfen – zeichne sich durch einfache Eleganz aus.

Frieden in Diamant, Gold und Tropenholz

Das Wort "Friede" ist in den sechs offiziellen UNO-Sprachen – Englisch, Französisch, Arabisch, Russisch, Chinesisch und Spanisch – in die Wände eingelegt. Als Materialen der höchstens 2,5 Zentimeter langen Worte wurden Diamanten, Gold, Weissgold, das Metall Tantalum und Tropenhölzer gewählt. Sie sollen einen Denkanstoss geben darüber, was der Friede bedeuten und wie teuer ein solcher sein könnte.

Diese Botschaft richtet sich direkt an die Mächtigen, die vor der UNO-Vollversammlung sprechen werden: Denn nach der Eröffnung dürfen sich neben den UNO-Repräsentanten nur noch die geladenen Redner dort aufhalten. Allen anderen verbietet das Protokoll den Zutritt.

swissinfo, Philippe Kropf

Fakten

Die Räume im UNO-Hauptquartier GA-200 in New York wurden seit über 50 Jahren nicht umgebaut.
Das Schweizer Geschenk freut die UNO, die zu wenig Geld hat für Renovationen.
Der Umbau kostete die Schweiz insgesamt 3,25 Mio. Franken.

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In Kürze

Die Schweiz hat den Vereinten Nationen als Geschenk zu ihrem Beitritt statt der traditionellen Kunstgegenstände Büroräume umgebaut.

In den Räumen GA-200 bereiten sich Staatsoberhäupter auf ihren Auftritt vor der Vollversammlung vor.

Ein Schweizer Architekten- und Künstler-Team plante den Umbau, Schweizer Handwerker setzten ihn um.

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