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Schweiz und WEF kommen Hand in Hand voran

Das WEF und sein Gründer Klaus Schwab bleiben der Schweiz verbunden. Keystone

Das Weltwirtschafts-Forum (WEF) in Davos zieht eine positive Bilanz. Organisatoren und Schweizer Behörden lobten die solide Zusammenarbeit.

Dieser Inhalt wurde am 29. Januar 2006 - 18:32 publiziert

Am letzten Tag des Treffens haben Wirtschaftsführer das Bedürfnis nach mehr ethischen Werten in der Geschäftswelt geäussert.

Wie der Name es bereits andeutet, ist das Weltwirtschafts-Forum eine globale Veranstaltung. Doch seit der ersten Konferenz in Davos 1971 stand die Beziehung zur Schweiz im Vordergrund. Dies werde auch so bleiben, sagte WEF-Gründer Klaus Schwab.

"Die Schweiz bleibt eines der bevorzugten Länder in der Welt, was die Qualität der Einrichtungen und Dienstleistungen betrifft", führte er gegenüber swissinfo aus. "Die Schweiz ist auch eine Art Zentrum der Welt, genau zwischen Südamerika und Asien."

Klaus Schwab wies ausserdem hin auf die "ausgezeichnete Zusammenarbeit" mit den Schweizer Behörden. Und dies "auf allen Ebenen".

"Wir werden immer aktiver in anderen Teilen der Welt, wie zum Beispiel mit neuen Büros in New York und Peking", sagte Schwab. "Doch unser neuralgisches Zentrum und das jährliche Treffen werden in der Schweiz bleiben."

Auch kritische Töne

Von Schweizer Seite her betonte Bundespräsident Moritz Leuenberger, ein Wegzug des WEF aus der Schweiz sei kein Thema mehr. "Das steht nicht mehr zur Diskussion. Ich kenne niemand, der so etwas vorschlagen würde."

Leuenberger schätzte, dass die Schweizer Bevölkerung die Anwesenheit des jährlichen Treffens der weltweit wichtigsten Manager und Politiker auf ihrem Boden unterstützt.

"Zu Beginn war es nur ein Treffen unter Geschäftsleuten. Heute ist es eine Veranstaltung, an der sich Politiker, Kulturschaffende und Manager treffen und austauschen."

Und noch besser: "Das Forum hat die Kritik aufgenommen. In Davos gibt es auch Treffen mit kritischen Leuten. Es findet also ein Dialog statt."

Der Bundespräsident betonte, die Schweiz habe durch die Präsenz des WEF viel zu gewinnen. "Es bietet uns hochkarätige Kontakte an, die wir sonst durch das Jahr hindurch oft vergebens suchen. Das WEF ist wichtig für die Bedeutung unseres Landes in der Welt."

Diverse Initiativen

Positiv äusserte sich auch Volkswirtschaftsminister Joseph Deiss, angesprochen auf die diesjährige Ausgabe des Treffens. "Die Abkommen mit den Russen und den Amerikanern, das informelle WTO-Treffen: Es war ein ausgezeichnetes Forum."

Er sei sehr zufrieden, so Deiss. "Für unser Land ist es ein grosses Glück, Gastgeber dieses Kongresses zu sein." Neben Deiss und Leuenberger waren drei weitere der sieben Schweizer Bundesräte in Davos anwesend: Aussenministerin Micheline Calmy-Rey, Justizminister Christoph Blocher und Finanzminister Hans-Rudolf Merz.

Das Forum dominierten dieses Jahr zahlreiche Initiativen, hauptsächlich jene gegen die Armut (Millenniums-Ziele), für Bildung und Gesundheit. Weitere grosse Themen, die für intensive Diskussionen sorgten, waren die wachsenden Märkte in China und Indien, Klima und Energien, Arbeit sowie regionale Krisen und Konflikte.

Ethische Werte

In den 244 Diskussions-Veranstaltungen während fünf Tagen tauchten einige Besorgnis erregende Themen auf. Wie etwa die weltweit steigenden sozialen Konflikte, die grossen Ungleichgewichte oder die demografische Entwicklung der Welt.

"Wir haben fast überall auf der Welt soziale Spannungen", sagte Peter Brabeck, Chef des Nahrungsmittel-Multis Nestlé und einer der sechs Vorsitzenden des WEF 2006. "Wenn wir diese Probleme nicht anpacken, werden wir plötzlich viel mehr populistische Regierungen haben."

Noch deutlicher brachte es Kardinal Renato Raffaele Martino, Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, auf den Punkt: "Zum Ende des Forums hat sich gezeigt, was wir brauchen: Mehr ethische Werte, in allen Organisationen."

swissinfo, Pierre-François Besson, Davos

In Kürze

1971 gründete Klaus Schwab das "European Management Symposium" in Davos, das 1987 in das Weltwirtschafts-Forum (WEF) umgewandelt wurde.

2002 fand das jährliche Treffen ausnahmsweise in New York statt, nach den Attentaten auf das World Trade Center vier Monate zuvor.

Die Gelüste des WEF, den Kongressort weg von Davos zu zügeln und der damit verbundene Druck gewisser Kreise in der Schweiz, haben in letzter Zeit abgenommen.

2006 besuchten 2400 Führungs-Persönlichkeiten das WEF, darunter 735 Direktoren und Präsidenten multinationaler Konzerne, rund 15 Staats- oder Regierungs-Präsidenten und Filmstars wie Angelina Jolie und Michael Douglas.

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Fakten

Das 36. WEF stand unter dem Motto "Kreativer Imperativ".
Wirtschaft und Politik bestimmten weitgehend die Sitzungen.
Am Rande des Treffens sind die WTO-Verhandlungen vorangekommen.
Die Schweiz konnte eine Annäherung an Russland, China und die USA erreichen.
Verschiedene Initiativen wurden lanciert, so etwa ein Plan von Bill Gates zum weltweiten Kampf gegen die Tuberkulose.
Und der Rocksänger Bono will mit einem Label ("Red") zusammen mit einigen Marken-Herstellern den weltweiten Kampf gegen Aids finanzieren.

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