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Schweiz verurteilt Taliban

Das 2000 Jahre alte Buddha-Monument wird von den Taliban-Milizen als Zielscheibe benutzt.

(Keystone Archive)

Die Taliban-Milizen in Afghanistan zerstören vorislamische Kulturgüter mit roher Gewalt. Die Schweizer Regierung hat sich der internationalen Empörung angeschlossen und verurteilt das Vorgehen der Milizen.

Vor fünf Jahren führten die Taliban, Milizen die von Studenten der Koran-Schulen gegründet wurden, in Afghanistan ihren Gottesstaat ein. Seither gilt eine sehr konservative Auslegung des Korans als Gesetz. Bisher hatten sich die Studenten-Krieger darauf konzentrierten, westliche Einflüsse auszumerzen, nun beginnen sie jedoch vorislamisches Kulturerbe zu zerstören.

Statuen als Zielscheiben

So wurden zwei weltberühmte Buddha-Statuen mit Panzern, Raketen und Maschinengewehren beschossen. Die 50 und 35 Meter hohen Monumente sind die grössten stehenden Buddha-Statuen der Welt und wurden zwischen dem zweiten und fünften Jahrhundert in den Sandstein gehauen. Die Bamijan-Buddhas waren in den 70er Jahren die wichtigste Touristenattraktion in Afghanistan.

Talibanführer Mullah Mohammed Omar hatte am Montag (26.02.) die Zerstörung sämtlicher Statuen des Landes angeordnet. Zur Begründung erklärte er, die Bildnisse verstössen gegen den Islam und könnten als falsche Idole angebetet werden.

Dieser Aufruf hat international Empörung ausgelöst. Die UNO, die EU und zahlreiche Staaten protestierten gegen den Schritt. Die UNO-Kulturorganisation UNESCO will über das Vorgehen der Taliban beraten. Auch die Schweiz hat sich dem weltweiten Aufschrei angeschlossen.

Internationale Empörung

Das Eidgenössiche Departement des Äussern (EDA) verurteilt die Zerstörung vorislamischer Kulturgüter durch die Taliban. Die betroffenen Statuen und Monumente seien von unschätzbarem historischen und kulturellen Wert für die ganze Menschheit, schreibt das EDA in einem Communiqué am Freitag (02.03.). Die Schweiz appelliert an die Taliban, die Zerstörungen einzustellen.

swissinfo und Agenturen

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