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Schweizer Bank UBS heuert in USA ihren ehemaligen Aufpasser an

Jeb Hensarling, der Ex-Vorsitzende des Finanzausschusses im US-Repräsentantenhaus, wird bei UBS USA neue Nummer zwei.

Jeb Hensarling

Bekennender Freund eines möglichst wenig regulierten Bankenbusiness: Jeb Hensarling, der neue Spitzenmanager der UBS in Nordamerika.

(Copyright 2017 The Associated Press. All Rights Reserved.)

Wenn das kein Wechsel ist: erst sechs Jahre an der Spitze des einflussreichen Finanzausschusses im US-Repräsentantenhaus, bald Vizepräsident der US-Tochter der Schweizer Grossbank UBS.

Der Seitenwechsel des Republikaners gilt in Finanzkreisen als guter Zug der UBS. Hensarling, der Anfang 2019 seinen Sitz im US-Parlament als Vertreter von Texas verlassen hatte, verfügt über beste Kenntnisse der staatlichen Regulierungsbehörde der Finanzindustrie.

Was der Finanzpolitiker auch mitbringt, sind beste Kontakte: Während seiner Zeit im Kongress verfügte Hensarling über einen sehr guten Draht zu Mike Pence, dem derzeitigen Vizepräsidenten von Donald Trump. 

Obamas Finanzaufsicht gekippt

"Mit einer langen Karriere in Politik und Wirtschaft wird Jeb ein grosser Gewinn für uns sein", sagte Tom Naratil, Präsident von UBS Americas.

Der Schritt von der Bankenaufsicht zum Bankier kommt nicht überraschend: Bereits in Washington hatte sich Jeb Hensarling als starker Verteidiger einer möglichst uneingeschränkten Wall Street einen Namen gemacht.

Insbesondere kämpfte er gegen eine umfassende Bankenregulierung, das so genannte Dodd-Frank-Gesetz. Dieses war nach der Subprime-Krise von der Regierung Obama verabschiedet worden.

Im Mai 2018 gelang es Hensarling, die Steuerlast für Banken zu senken. Davon profitierten auch die beiden Schweizer Branchenriesenexterner Link Credit Suisse und UBS.

In der Kritik

Das sorgt aber auch dafür, dass bei der Verkündung von Hensarlings Seitenwechsel Kritik aufkam. "Das formalisiert eine langjährige Vereinbarung", schrieb der investigative Journalist Jesse Eisinger auf Twitter. 

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Er verwies auf die vielen Massnahmen zugunsten der Banken, für die sich Hensarling während seiner Zeit in Washington stark gemacht hatte.

Einige wiesen auch darauf hin, dass der Texaner als Kongressabgeordneter von der UBS bedeutende politische Spenden erhalten hatte: insgesamt fast 70'000 US-Dollar, so die offiziellen Zahlen des Center for Responsive Politicsexterner Link, einer Bürgerorganisation.

Die Anstellung von Hensarling geht also nicht ohne Nebengeräusche über die Bühne. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass die US-Tochter der UBS einen einflussreichen ehemaligen Politiker rekrutiert: 2002 war schon Phil Gramm, der im US-Senat acht Jahre lang den Vorsitz des Bankenausschusses innehatte, ins Top-Management der UBS in Nordamerika eingetreten.

Später war Gramm in den Vereinigten Staaten in die Schlagzeilen geraten, weil Beschuldigungen gegen ihn erhoben wurden, dass er Kraft seines Amtes im Senat mitgeholfen habe, den Betrugexterner Link der UBS in Nordamerika zu unterstützen.

Es ist nicht ohne Ironie, dass Jeb Hensarling nun in den Dienst einer Bank tritt, die in juristischen Schwierigkeiten steckt: Die UBS streitet sich derzeit in einem Verfahren mit dem US-Justizministerium. Der Vorwurf an die Adresse der Schweizer Bank: Anleger über kurz vor der Finanzkrise 2008 verkaufte Produkte irregeführt zu haben.

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