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Schweizer Brücken nach Norddeutschland



Der Hamburger Hafen.

Der Hamburger Hafen.

(Keystone)

Als Honorarkonsuln für Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen setzen sich Michael Eggenschwiler und Kay Hillmann seit November 2010 für Schweizer Interessen in Norddeutschland ein.

Michael Eggenschwiler und Kay Hillmann haben einiges gemein: Beide sind 1958 geboren – der eine in Basel, der andere in Bremen –, beide haben an der Hochschule St. Gallen Betriebswirtschaft studiert und üben heute eine leitende Funktion in einem grossen Unternehmen aus. 

Daher verfügen beide über ein weit gespanntes Netz an Kontakten in Wirtschaft, Politik und Kultur – eine wichtige Voraussetzung für einen Honorarkonsul, dessen Aufgabe es vor allem ist, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen seinem Heimatland und dem Empfangsstaat zu fördern.

Eggenschwiler und Hillmann leben in Norddeutschland – der eine in Hamburg, der andere in Bremen. Die Schweiz verfolgt in der Region vor allem wirtschafliche Interessen. Die Überseehäfen der alten Hansestädte sind wichtige Umschlagplätze für eidgenössische Importe und Exporte.

Aber auch zukunftsweisende Industrien sind hier ansässig, zum Beispiel die Medizintechnik in Hamburg oder die Luft- und Raumfahrt in Hamburg und Bremen.

Um die Bedeutung der nördlichen Bundesländer Deutschlands für die Schweiz zum Ausdruck zu bringen, hat der Bundesrat Michael Eggenschwiler und Kay Hillmann Ende 2010 zu Schweizer Honorarkonsuln in Norddeutschland ernannt. Das schweizerische Generalkonsulat in Hamburg war im Jahr 2009 geschlossen worden.

Brückenfunktion für Schweizer Unternehmen

"Ich möchte eine Brückenfunktion wahrnehmen – für Schweizer Unternehmen, die am norddeutschen Raum interessiert sind, den Standort Hamburg gleichzeitig aber auch in Richtung Schweiz öffnen", beschreibt Michael Eggenschwiler seine neue Aufgabe.

Bei seiner ersten Amtshandlung als Schweizer Honorarkonsul für die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein hatte er hierzu auch gleich Gelegenheit. Als Schirmherr eröffnete er eine Veranstaltung des Osec Business Network zum Thema Medizintechnik, bei der sich Schweizer Unternehmen aus diesem Bereich in Hamburg präsentierten.

"Für die Biowissenschaften und die Medizintechnik ist Hamburg ein wichtiger Standort, aber auch für die Werbebranche und die Medienwelt. Die Schweiz kann sich hier gut einbringen", so Eggenschwiler.

Eine Karriere im Zeichen der Luftfahrt

Eggenschwiler selbst begeistert sich indes vor allem für die Luftfahrt. Nach knapp 20 Jahren Berfuskarriere bei Crossair und Swissair wechselte er im Jahr 2003 in die Geschäftsführung des Flughafens Hamburg, der er seit 2005 vorsitzt.

Seit acht Jahren lebt Eggenschwiler nun mit seiner Frau in Hamburg. Die beiden Kinder sind mittlerweile zum Studium in die Schweiz zurückgekehrt. In der zweitgrössten Stadt Deutschlands fühlt sich Eggenschwiler inzwischen heimisch.

Besonders mag er die ruhige, besonnene Art der Hamburger sowie die Weltoffenheit der Stadt, die oft als "Deutschlands Tor zur Welt" bezeichnet wird.

"Hamburg hat viel zu bieten. Kultur, Grün und Wasser, und man braucht nur eine Stunde bis zum Meer", sagt Eggenschwiler. Nur seiner zweiten Leidenschaft, dem Skilaufen, könne er hier nicht nachgehen, dazu reise er dann doch in die Schweiz. Auch dafür braucht man von Hamburg aus nur eine Stunde, allerdings mit dem Flugzeug.

Stolz auf die Schweiz

Über verschiedene Neben- und Ehrenämter, unter anderem im Kuratorium der Uni-Klinik Eppendorf, der Hamburger Handelskammer und im Präsidium des Hafenclubs, engagiert sich Eggenschwiler für wichtigen Belange der Stadt. Wie sehr er der Schweiz dabei verbunden geblieben ist, wird deutlich, wenn er zum Beispiel über den Bau der Elbphilharmonie spricht.

"Dass so ein Grossprojekt von Schweizer Architekten (Herzog & de Meuron) gebaut wird, ist etwas Besonderes"", freut er sich. Den ausgezeichneten Ruf, den die Schweiz in Norddeutschland habe, weiterzuentwickeln, bezeichnet Eggenschwiler als sein persönliches Ziel.

Das "Samstag-vormittags-Konsulat"

Schon früher hat Hillmann für das Schweizer Generalkonsulat in Hamburg Business Lunches in Bremen organisiert und stets enge Kontakte zur Schweizer Botschaft gepflegt. In seiner neuen Funktion will er diese Tradition fortsetzen und besonders die Beziehungen Schweizer Firmen zur maritimen Wirtschaft Bremens und Bremerhavens stärken.

"Das Konsulat findet samstags vormittags statt", sagt Hillmann, denn neben seinem Beruf und den vielfältigen ehrenamtlichen Engagements bliebe sonst kaum Zeit dazu. "Aber es ist mir ein grosses Anliegen und meine Frau und meine drei Kinder unterstützen mich darin."

Ein Bremer Junge mit Liebe zur Schweiz

Der Schweiz eng verbunden fühlt sich auch Kay Hillmann. Der "echter Bremer Junge", wie er sich selbst bezeichnet, stammt aus einer alten hanseatischen Kaufmannsfamilie. Sein Studium und die ersten Jahre seiner beruflichen Karriere verbrachte Hillmann aber in der Schweiz, unter anderem bei der Swatch Gruppe in Biel.

"Das waren schöne, wichtige Jahre meines Lebens" sagt Hillmann. "In St. Gallen habe ich eine ausgezeichnete Ausbildung genossen, bei der Swatch Gruppe hatte ich einen Berufseinstieg, der mir viele Chancen bot."

1992 ist Hillmann nach Bremen zurückgekehrt, um das Familienunternehmen weiterzuführen. Inzwischen ist er als angestellter Geschäftsführer für die international agierende Vector Foiltec GmbH tätig, die Folien für den Dach- und Fassadenbau herstellt.

Über seine Frau, eine Baselerin, das Alumni-Netzwerk der Hochschule St. Gallen und Freunde und Kollegen von früher hat Hillmann, der seit 1997 neben dem deutschen auch einen Schweizer Pass besitzt, noch immer enge Kontakte in die Schweiz.

Als ihn Christian Blickenstorfer, der ehemalige Schweizer Botschafter in Berlin, vor einem Jahr fragte, ob er sich vorstellen könne, Schweizer Honorarkonsul für Bremen zu werden, zögerte er nicht eine Sekunde. "Das ist für mich eine grosse Ehre. Für all das Gute, was ich in der Schweiz erfahren habe, kann ich nun etwas zurückgeben", sagt Hillmann.

Hafen, Handel und Tourismus

Für die Beziehungen der Schweiz zum Stadtstaat Hamburg ist unter anderem der Überseehafen sowie der Tourismus von Bedeutung.

Der Hamburger Hafen ist der zweitgrösste Europas und der achtgrösste weltweit. Laut  Hamburg Hafen Marketing e.V. wurden im Krisenjahr 2009 insgesamt 74'331 Standardcontainer (TEU) von Hamburg in die Schweiz transportiert, 72'931 davon per Schiene.

Ebenfalls 2009 fuhren pro Woche 20 Containerzüge aus der Schweiz nach Hamburg, 17 Containerzüge in die Gegenrichtung.

Für viele Schweizer ist Hamburg ein beliebtes Reiseziel. Laut dem Amt für Statistik Hamburg lagen die Schweizer im Jahr 2009 mit mehr als 163'000 Übernachtungen an der Spitze der ausländischen Gäste.

Rund 2000 Schweizer Bürger sind im Grossraum Hamburg gemeldet.

Auch zum Stadtstaat Bremen hat die Schweizer Wirtschaft vielfältige Beziehungen. Gemäss Handelskammer haben 75 Bremer Firmen Wirtschaftsbeziehungen zur Schweiz.

Die Banken Credit Suisse und UBS haben in Bremen erst kürzlich Filialen eröffnet, wie Honorarkonsul Hillmann berichtet.

Bei der Flugschule der Lufthansa in Bremen absolvieren auch die Piloten der Swissair ihre Ausbildung.

Knapp 1000 Schweizer leben in Bremen und Umland.

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