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Base-Jumper

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Ich bin Mutter eines Kleinkindes und denke nicht im Traum daran, mich für einen Adrenalinkick von einer Felskante in die Tiefe zu stürzen. Aber offenbar gibt es viele Sporttouristen, die genau das machen. Seit dem Jahr 2000 sind über 80 Personen bei Base-Jumping in der Schweiz ums Leben gekommen. Was finden Sie: Darf man sein Leben aufs Spiel setzen für ein bisschen Spass? Und: Braucht es ein Verbot von Base-Jumping, wie eine Politikerin fordert?

Liebe Grüsse aus Bern

Was finden Sie: Soll Base-Jumping verboten werden? Genau das verlangt eine nationale Politikerin in der Schweiz. Begründung: Die vielen Todesfälle gefährdeten die Reputation des Tourismuslandes Schweiz.

Externer Inhalt

Beim Base-Jumping wird von einer Kante in die Tiefe gesprungen und nach wenigen Sekunden ein Fallschirm gezogen. Beim Wingsuiten tragen die Springerinnen und Springer zusätzlich einen speziellen Anzug, der Auftrieb verschafft. Für beides braucht es in der Schweiz keine Lizenz.

Nun will eine Politikerin diese gefährlichen Sportarten gänzlich verbieten: Eine Interpellation der Berner SP-Politikerin Margret Kiener NellenExterner Link beauftragt den Bundesrat, ein schweizweites Verbot von «Basejumping» und «Wingsuit»-Sprüngen zu prüfen.

In den Jahren 2000 bis 2017 sind 82 Personen beim Base-Jumping in der Schweiz ums Leben gekommen. Für die Rettungskräfte sei die Bergung psychisch belastend, und Wanderer würden durch die Sprünge gefährdet, sagt ein Mitunterzeichner. Laut Anbietern hingegen wäre ein Verbot gefährlich, weil die Sprünge dann illegal unter prekären Bedingungen vorgenommen würden.

Feiernde Leute
Michele Novaga

Die Schweizer Schule in Mailand feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Wir haben den Schulpräsidenten interviewt und dabei Erstaunliches erfahren.

Ursprünglich ist die Schweizer Schule in Mailand als internationale Schule für Protestanten im katholischen Italien gegründet worden. Erst als nach dem Ersten Weltkrieg viele der deutschen und österreichischen Protestanten in ihre Heimatländer zurückkehrten, fokussierte sich die Schule auf Schweizer Schüler.

Damit Schweizer Familien sich die Schule leisten können, waren die Gebühren seit jeher vergleichsweise niedrig. Die Schule ist auch heute noch verpflichtet, Schweizer Kinder kostenlos aufzunehmen, wenn die Familien sich das Schulgeld nicht leisten können.

Was die Schweizer Schule in Mailand heute unter anderem auszeichnet, ist die Zweisprachigkeit: Der Unterricht findet auf Italienisch und Deutsch statt. Die Schüler und Schülerinnen absolvieren eine Matura des Kantons Graubünden und sind damit ein Jahr früher mit der Schule fertig als ihre Altersgenossen an italienischen Schulen. Bald soll es auch die Möglichkeit von Praktika in multinationalen Schweizer Unternehmen geben.

Karikatur
Nebelspalter / e-periodica.ch

Es gab in der Schweiz eine Zeit, da wurde der Kommunismus als der «leibhaftige Teufel» gesehen. Als Auftakt zu unserer Serie «Die Schweiz im Kalten Krieg» widmen wir dem Antikommunismus in der Schweiz einen Artikel.

Im November 1956 rollten sowjetische Panzer in Ungarn ein, um dort demokratische Reformen im Keim zu ersticken. Hunderttausende flüchteten – viele auch in die Schweiz, wo sie von der Bevölkerung mit offenen Armen empfangen wurden. Denn die Ungaren wurden als Brüder und Schwestern im Kampf gegen den Kommunismus angesehen.

Der Antikommunismus in der Schweiz überstieg allerdings demokratische Kritik. Er hatte etwas Kultisches. Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt bezeichnete den Antikommunismus des Kalten Krieges als «Stammestanz der Schweizer». Mitglieder der schweizerischen kommunistischen «Partei der Arbeit» (PdA) wurden entlassen oder gar tätlich angegriffen.

Auch mit dem Ende des Ostblocks verschwand der Antikommunismus nicht wirklich. Statt vom Kommunismus sprach man nun von «Politischer Korrektheit» und polemisierte gegen transnationale Organisationen wie die UNO und die EU, schreibt unser Autor. Das Zentrum der antikommunistischen Ängste sei nach 1989 umgezogen: von Moskau nach Brüssel.

AKW Gösgen
© Keystone / Gaetan Bally

Das Bundesamt für Energie revidiert seine Energieszenarien 2050. Neu geht es davon aus, dass die Kernkraftwerke zehn Jahre länger betrieben werden können.

Laut Energieperspektiven 2050 hätten Kernkraftwerke in der Schweiz 50 Jahre lang betrieben werden dürfen. Spätestens 2034 wäre also das letzte Atomkraftwerk abgestellt worden. Das Bundesamt für Energie (BfE) revidiert derzeit allerdings die Szenarien, Ergebnisse sollen nächstes Jahr vorliegen.

Laut Recherchen der NZZ steht bereits jetzt fest, dass mit einer Betriebsdauer von 60 Jahren gerechnet wird. Das letzte Atomkraftwerk würde also erst 2044 abgestellt. Laut BfE handelt es sich dabei nicht um eine Planung, sondern um eine «realistische Annahme».

10 Jahre längere Laufzeiten würden der Schweiz laut BfE mehr Zeit für den Ausbau von Wasserkraft, Windkraft, Geothermie und Photovoltaik verschaffen. Kritiker halten es hingegen für falsch, die Kernkraft als Brückentechnologie zu propagieren, da AKWs gefährlichen Müll produzierten.

swissinfo.ch

Und noch zur Erinnerung: Am 20. Oktober wählen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ihr neues Parlament. Laut einer Auswertung der NZZ werden auch in diesen Wahlen die Bisherigen von einem beträchtlichen Vorsprung profitieren.

Amtierende Nationalräte profitieren in Wahlen meist von ihrer Bekanntheit und guten Listenplätzen. Dieser «Bisherigenbonus» verzerrt den Wettbewerb an der Urne.

Doch wie gross ist der Vorteil für bereits gewählte Nationalrätinnen und Nationalräte eigentlich? Die NZZ hat versucht, den Bisherigenbonus zu berechnen. Sie hat 22 Nationalratswahlen zwischen 1931 bis 2015 analysiert und Wahlergebnisse von über 26’000 Personen mit über 41’000 Kandidaturen ausgewertet.

In den untersuchten Wahlen wurden Bisherige mit einer Wahrscheinlichkeit von 88 Prozent gewählt, die Herausforderinnen und Herausforderer mit durchschnittlich nur drei Prozent. Laut Berechnungen der NZZ führt der Bisherigenbonus zu einem Startvorteil von über 34 Prozentpunkten.

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