Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Statt 1,2 macht die Schweiz 3,1 Milliarden Franken Überschuss! Was ist ihr Erfolgsgeheimnis?
Herzliche Grüsse aus Bern
Und wieder schneidet die Schweiz besser ab als geplant! Die Rechnung des Bundes für 2019 sieht einen Überschuss von 3,1 Milliarden Franken vor – statt «nur» 1,2 Milliarden.
Es wären sogar 4,6 Milliarden Franken Überschuss für die Eidgenossenschaft, schreibt heute die Neue Zürcher Zeitung. Wäre da nicht eine Rückstellung für die Verrechnungssteuer, weil ein Teil der Einnahmen später noch zurückgefordert werden kann.
Die NZZ zeigt anschaulich in einer Grafik: Abweichungen in Milliardenhöhe sind die Regel. Den Grund für den unerwarteten Geldsegen sieht die Zeitung in ebendieser Verrechnungssteuer, die über die Jahre stark schwanke. Sie sei deshalb schwierig zu budgetieren.
Nun sei wohl absehbar, dass «die neuen Zahlen die ohnehin virulente Diskussion um die Schuldenbremse anheizen werden», schätzt die NZZ. Eine Lockerung dieser Massnahme zum Schuldenabbau könnte nun gute Chancen haben.
- Der Druck auf die Schuldenbremse nimmt wohl zu: Der Artikel in der NZZExterner Link (Paywall).
- Bericht von SRF NewsExterner Link.
- «Finanzminister Ueli Maurer hat sich schon wieder verschätzt», schreibt der BlickExterner Link.
Erst rüttelte er die Welt auf. Dann verschanzte er sich in einer Botschaft in London. Wikileaks-Gründer Julian Assange könnte in Genf ein humanitäres Visum erhalten.
Jahrelang harrte er in der ecuadorianischen Botschaft in London aus. Nun sitzt Assange in London im Hochsicherheits-Gefängnis Belmarsh. Ihm droht die Auslieferung in die USA wegen Spionage. Seine Enthüllungs-Plattform Wikileaks hatte Kriegsverbrechen von US-Soldaten öffentlich gemacht.
Nun zeichnet sich ein möglicher Ausweg aus der verfahrenen Situation ab: ein humanitäres Visum und eine Therapie in der Schweiz. Der Genfer Gesundheitsdirektor Mauro Poggia setzt sich für Assange ein. Er brachte heute einen entsprechenden Vorstoss in der Staatsratssitzung ein.
SRF News und Blick sprachen im Fall Assange mit Nils Melzer, dem UNO-Sonderbeauftragten gegen Folter. Dieser sagt, Assange zeige Symptome psychologischer Folter: «Das ist keine Folter light, sondern eine extrem schwere Missbrauchsform, die versucht, die Identität und Persönlichkeit eines Menschen zu zerstören», sagt er gegenüber SRF News.
- «Schweizer Hilfe für Assange?», fragt SRF NewsExterner Link.
- «Genf will Assange Asyl geben!», titelt Blick.chExterner Link.
- swissinfo.ch berichtete bereits vor einem Jahr über eine «Genfer Option», die später aber versandete (beide Artikel auf Englisch).
Egal welcher Skandal: Die Spur führt immer nach Zug. Warum ist das so? Die Neue Zürcher Zeitung ging auf Spurensuche.
Jüngstes Beispiel: die Affäre um die Firma Crypto, die Verschlüsselungsgeräte herstellt – und der CIA gehörte. Doch auch bei all den «Papers» (Panama, Paradise oder Luanda) führte die Papier- oder Datenspur in das Finanzzentrum Zug.
Der Grund dafür sei auf die 1920er-Jahre zurückzuführen, so die NZZ. Damals senkte der arme Bauernkanton die Abgaben für Holding- und Domizilgesellschaften. Zug wurde zu einer Steueroase – und quasi überschwemmt von ausländischen Unternehmen, die oft nur einen Briefkasten einrichteten.
Ab den 1970er-Jahren siedelten sich dann auch «richtige» Firmen an. Unter diesen sorgten vor allem Rohstoffhändler immer wieder für Skandale. Unter anderem versuchten US-Agenten, den Rohstoffhändler Marc Rich zu entführen. Der Coup flog aber auf.
- Mehr Geschichten über Skandale und Skandälchen in und um Zug finden Sie in der Neuen Zürcher ZeitungExterner Link (Paywall).
- Warum die Crypto-Affäre so lange im Dunkeln blieb, weiss der Tages-AnzeigerExterner Link.
- Die verschwiegene Schweiz galt lange als Verschlüsselungs-Mekka. Warum dieses Image nun bröckelt, beschreibt Watson.chExterner Link.
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Haben Sie auch schon mal ein solches Video zugeschickt erhalten? Eine Maus oder Ratte trippelt frisch-fröhlich über ein Stück Pizza. Haben wir ein Rattenproblem?
Aus dem Ausland war man sich solche Videos schon gewohnt. Nun werden auf Social-Media-Kanälen vermehrt Aufnahmen von Nagetieren in Schweizer Läden oder Restaurants geteilt. Doch ist das wirklich ein Trend, oder einfach nur ein Hype?
Meine Kollegin Melanie Eichenberger hat nachgefragt. Gemäss einem Experten sind Nagetiere vielmehr «ein saisonales Thema». Und sowieso seien Mäuse das grössere Problem. Zudem seien Ratten viel scheuer als die neugierigen Mäuse.
Auch städtische Behörden verneinen einen Rattenbefall. Die Stadt Bern etwa betont, sie habe die Rattenpopulation in den letzten Jahrzehnten eindämmen können. Einig sind sich die Experten: Wärmere Temperaturen bringen einen grösseren Fortpflanzungs-Erfolg.
- Der erwähnte Artikel meiner Kollegin Melanie.
- Der Tages-AnzeigerExterner Link unterhielt sich mit dem Zürcher Rattenfänger.
- Bericht der SonntagszeitungExterner Link über die vermeintliche Rattenplage.
- Auch der BlickExterner Link zog die Geschichte nach.
Ratten im Coop Stadelhofen: Ein Video zeigt, wie die Nager nachts ihr Unwesen treiben. Der Detailhändler hat reagiert. (Abo+)https://t.co/ETaALFzXHkExterner Link
— Tages-Anzeiger (@tagesanzeiger) February 11, 2020Externer Link
PS: Kurz vor Redaktionsschluss kam noch folgende Meldung rein:
Schweizerinnen und Schweizer in China haben am Dienstag einen Brief an den Bundesrat geschickt, in dem sie sich über die mangelnde Unterstützung des Aussendepartements EDA beklagen. Sie fühlen sich inmitten des Ausbruchs des Corona-Virus Covid-19 im Stich gelassen.
- Mehr dazu in diesem Artikel von RTS, den wir für Sie übersetzt haben.
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