Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Coronavirus und kein Ende: Jetzt sollen wir zueinander auf Abstand gehen. Daneben sorgt ein neuer alter Skandal um die Credit Suisse für Aufregung.
Herzliche Grüsse aus Bern
Und wieder müssen wir hier in der Schweiz einen neuen Begriff lernen: «Social Distancing», was so viel bedeutet, wie: «Abstand halten!» Das Coronavirus diktiert täglich neue Verhaltensregeln.
Ein Schulmädchen berichtet heute im Radio, sie begrüssten sich in der Schule jetzt mit «konnichiwa», also «Guten Tag» auf Japanisch, und einer Verbeugung. Ihr wären Küsschen und Umarmungen aber schon lieber. Die neuste Order in der Schweiz ist Abstand halten, zum Beispiel beim Anstehen oder im täglichen Kontakt.
Der erste Todesfall in der Schweiz aufgrund des Virus war auch nur eine Frage der Zeit. Nun ist im Universitätsspital Lausanne eine 74-jährige Frau gestorben. Allerdings habe sie bereits an einer chronischen Krankheit gelitten.
Sind Sie zurzeit in der Schweiz oder planen demnächst eine Reise in die Heimat? Wir berichten aktuell über die Lage in der Schweiz, besonders auch, was Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer betrifft.
- Hier der aktuelle Überblick von SWI swissinfo.ch: Coronavirus: Die aktuelle Lage in der Schweiz.
- SRF News bietet einen Liveticker zur Coronavirus-EpidemieExterner Link.
- Die Neue Zürcher Zeitung bietet heute viele Grafiken zum Thema CoronavirusExterner Link (Paywall).
- Ist Kurzarbeit ein Heilmittel gegen das Coronavirus, fragt unser Kollege Alain Meyer in seinem Artikel.
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Macht das neue Coronavirus drei wichtigen Schweizer Parteien einen Strich durch die Rechnung? Ende März und Anfang April sollten sie ihr Präsidium neu bestellen.
Die beiden grossen Kontrahenten der Schweizer Parteienlandschaft, SVP und SP, sind auf der Suche nach einer neuen Präsidentschaft. Und auch die Grünen wollen ihr Präsidium neu bestellen. Bereits dreht sich bei allen das Kandidatenkarussell.
Nun ist in der Schwebe, ob die Delegiertenversammlungen wegen des Coronavirus tatsächlich auch stattfinden können. Gemäss Watson.ch ist das zumindest bei SVP und SP der Fall. Denn an solchen Parteitagen werden in der Regel mehr als 1000 Personen erwartet. Und gegenwärtig sind Veranstaltungen mit über 1000 Personen in der Schweiz verboten.
Watson.ch spekuliert nun und fragt: «Rechnen SVP und SP heimlich mit der Absage ihrer Präsidiumswahlen?» Da beide Parteien ihre Versammlung in Basel durchführen wollen, hat das Online-Portal bei den Behörden des Kantons Basel-Stadt nachgefragt und herausgefunden: Bis Donnerstagmittag hat das dortige Gesundheitsdepartement von keiner Partei eine Anfrage um Bewilligung einer Parteiversammlung erhalten.
- Die Recherche von Watson.chExterner Link.
- «Weitere Informationen folgen», ist auf der Website der Schweizerischen VolksparteiExterner Link (SVP) zu lesen.
- Gemäss der Website der Sozialdemokratischen ParteiExterner Link (SP) soll der Parteitag Anfang April stattfinden.
Es gibt Unternehmen, die kommen einfach nicht raus aus den Schlagzeilen. So geschieht’s derzeit der Grossbank Credit Suisse. Neuster Fall: Nazi-Konten in Argentinien.
Von jüdischen Opfern geplünderte Konten. Solche sollen sich gemäss der Liste eines argentinischen Ermittlers zu Tausenden in Argentinien befinden. Er hat diese dem Simon Wiesenthal Center übergeben, einer jüdischen NGO in den USA.
Der Ermittler konnte im ehemaligen Hauptquartier der deutschen Nazis in Buenos Aires recherchieren. Dabei fand er in einem alten Lagerraum Listen von Unterstützern während der 1930er-Jahre, wie die Zeitungen der Gruppe CH Media berichten.
Zahlreiche Nazis in Argentinien sollen auf Bankkonten der damaligen Schweizerischen Kreditanstalt (SKA), seit 1997 Credit Suisse, Gelder aus gestohlenen jüdischen Vermögen deponiert haben. Dies behauptet das Simon Wiesenthal Center. Die Bank will nun der Sache nachgehen, wie eine Sprecherin sagte.
- Die Recherche unter anderem im Tages-AnzeigerExterner Link (Paywall).
- Mitteilung des Simon Wiesenthal CenterExterner Link mit Fotos einiger Namenslisten (Engl.).
- Auch SRF NewsExterner Link berichtet heute über den Fall (mit Audio).
Steigen oder sinken die Mieten in der Schweiz? Darum tobte kürzlich eine Diskussion. SWI swissinfo.ch hat es nachgeprüft.
Wie sieht es in Ihrem Wohnland aus? Die Schweiz gilt als ein Land der Mieterinnen und Mieter. Deshalb ist das Thema Mietzinse auch für einen Grossteil der Bevölkerung relevant und führt immer wieder zu hitzigen Diskussionen.
Meine Kollegin Sibilla Bondolfi hat die Mieten in der Schweiz genauer unter die Lupe genommen. Fazit ihres Faktenchecks: Es kommt darauf an, welchen Index man anschaut. Dabei stimme die Aussage des Mieterverbands im Grundsatz: Seit 2005 sind die Mieten in der Schweiz gemäss Mietpreisindex nominal um über 18% gestiegen. Aber: Die Angebotsmieten, also die inserierten Mieten, sind laut diversen Quellen seit 2016 etwas gesunken.
Kürzlich wurde bekanntgegeben, dass der massgebliche Referenzzinssatz in der Schweiz erneut sinkt. Das heisst, dass Mieterinnen und Mieter eine Mietzinssenkung verlangen können. Die meisten müssen aber selber aktiv werden, denn viele Vermieter geben die Ersparnis nur ungern, also nicht von sich aus, an ihre Mieterschaft weiter.
- Der Faktencheck meiner Kollegin Sibilla.
- Bundesamt für Wohnungswesen (BWO): Entwicklung des ReferenzzinssatzesExterner Link.
Die weltweite Berichterstattung über das Coronavirus liess die Buschfeuer in Australien schon fast in Vergessenheit geraten. Zumindest hier in Europa. Aber es gibt gute Neuigkeiten: Alle Brände in New South Wales sind gelöscht.
Die Feuerwehr twitterteExterner Link am Montag: «Das erste Mal seit Anfang Juli 2019 gibt es keine aktiven Buschfeuer mehr in New South Wales. Das waren mehr als 240 Tage Feueraktivität in unserem Staat.» Die Feuerwehr beschrieb die jüngste Brandsaison gegenüber CNN Externer Linkals «sehr traumatisch, anstrengend und beängstigend».
Auslandschweizerrat Roland Isler berichtet auf Anfrage aus dem Bundesstaat Victoria – genauer aus Melbourne: «Es ist Regenzeit im tropischen Norden und eine riesige Wetterlage hat sich langsam über ganz Queensland und New South Wales ausgedehnt und hat den so sehnlichst erwarteten Regen gebracht. Einigen Gegenden haben in einem Tag so viel Wasser gekriegt wie sonst in einem ganzen Jahr.»
Auch im südlichen Victoria – wo Isler lebt – bekämen sie morgen etwas von dieser Wetterlage zu spüren. «Alle Feuer sind gelöscht (hurra!) und wir hoffen, dass auch die jahrelange Dürre in weiten Teilen Australiens endlich ein Ende gefunden hat», so Isler weiter.
Mit der Ausbreitung des Coronavirus kommt aber schon die nächste Sorge: «Vom Regen in die Traufe, kann man sagen. Kaum ist eine Katastrophe vorbei, stehen wir und die Welt vor einer neuen Herausforderung», schreibt Isler.
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