Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Neun Grenzübergänge im Tessin geschlossen. Deutschland blockiert Viren-Schutzmaterial auf dem Weg in die Schweiz. Nachspiel zur WM 2006 am Strafgericht. Handys von Rasern liefern Beweismaterial.
Herzliche Grüsse aus Bern
Die Grenze zu Italien bleibt – zumindest vorerst – offen. Aber der Verkehr zwischen Italien und der Schweiz werde auf die grösseren Grenzübergänge kanalisiert, teilt der Bundesrat mit.
An neun kleineren Grenzübergängen werden die bereits installierten Barrieren geschlossen. Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) habe inzwischen ein Monitoringsystem eingerichtet, um die Wirksamkeit der von Italien angeordneten Massnahmen zu beobachten.
Die EZV arbeite dabei mit «intensivierten Stichproben und risikobasierten Kontrollen». Eine solche Massnahme sei beispielsweise das Kontrollieren der Grenzgänger-Ausweise.
Mitarbeitende der EZV weisen bei den Kontrollen auf der Strasse und im Bahnverkehr Reisende aus Italien auf die bestehenden Reisebeschränkungen im Freizeit- und Tourismusverkehr hin. Sie empfehlen, von Reisen in die Schweiz wenn möglich abzusehen.
- HierExterner Link geht’s zur Medienmitteilung des Bundesrats.
- Die wichtigsten Informationen zum Coronavirus in der Schweiz finden Sie bei uns.
- Welche Grenzübergänge geschlossen wurden, erfahren Sie bei Watson.chExterner Link.
In Italien herrscht Ausnahmezustand. Das ganze Land eine Sperrzone. Seine Bewohner sollten zu Hause bleiben und nicht unnötig unter Leute gehen. «Langsam schlägt es aufs Gemüt», schreibt Margrit Schlapfer aus Italien.
So wie ihr geht es einigen Schweizerinnen und Schweizern in Italien. Sie haben sich zahlreich auf den AufrufExterner Link meiner Kollegin Melanie Eichenberger gemeldet. Sie hat auch mit der Angela Katsikantamis, gesprochen. Die Präsidentin der Unione Giovani Svizzeri sitzt derzeit in Umbrien fest.
Not macht bekanntlich erfinderisch: Unter diesem Motto handelt momentan die Schweizer Schule in Rom. Claudia Engeler, Direktorin der Schweizer Schule in Rom, spricht gegenüber SRFExterner Link über die Einführung des Online-Unterrichts.
- Den Artikel meiner Kollegin Melanie Eichenberger finden Sie auf swissinfo.ch
- Und hierExterner Link das Video aus Rom.
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Droht ein Streit um Viren-Schutzmaterial zwischen Deutschland und der Schweiz? Weil Hygiene-Masken und anderes Schutzmaterial knapp werden, hat Deutschland einen Exportstopp für solche Produkte verhängt. Betroffen sind auch Lieferungen in die Schweiz.
Das nördliche Nachbarland hat laut Medienberichten im Hamburger Hafen sogar einen Container gestoppt, der von einem Drittstaat – in diesem Fall China – in die Schweiz hätte geliefert werden sollen.
Im Container, der sich in Hamburg in einem Zollfreilager befinde, sollen sich Operationshandschuhe aus asiatischer Produktion befinden. Die deutschen Behörden hätten den Inhalt beschlagnahmt, obwohl handelspolitische Massnahmen in solchen Zonen nicht zur Anwendung kommen sollten.
Bereits am Sonntag war bekannt geworden, dass ein Lastwagen eines Schweizer Unternehmens von deutschen Zollbehörden daran gehindert worden war, in die Schweiz zu fahren. In dem Lastwagen befanden sich 240’000 Schutzmasken.
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) erklärte gegenüber Medien, dass es sich nicht um einen Einzelfall handle. Die Schweiz habe deshalb den deutschen Botschafter vorgeladen und gegen das Ausfuhrverbot protestiert. Inzwischen zeichne sich aber eine Lösung ab.
- Medien der Tamedia-GruppeExterner Link machten den Fall des in Hamburg gestoppten Containers aus China publik. (Paywall)
- Über den gestoppten Lastwagen mit Schutzmasken im Hamburger Hafen berichtete die NZZ am SonntagExterner Link.
- Welche Länder Schutzmaterial auf dem Weg in die Schweiz blockieren, gibt Watson.chExterner Link bekannt.
- Wie ein Deutscher mit Schutzmasken Millionen scheffelt, erfahren Sie im BlickExterner Link.
- Wie der Bund mit der Lieferung von Schutzmasken aus dem Pflichtlager für leichte Entspannung in den Spitälern sorgt, lesen in der NZZExterner Link. (Paywall)
Im Kampf gegen Raser setzt die Kantonspolizei Aargau soziale Medien ein. Fällt jemand wegen stark überhöhter Geschwindigkeit auf, überprüfen die Ordnungshüter das Handy.
Manchmal zeichnen jugendliche Schnellfahrer ihre riskanten Fahrten selbst auf und verbreiten diese in sozialen Netzwerken. Damit liefern diese Poser den Untersuchungsbehörden nicht nur Beweismaterial für ihr eigenes Fehlverhalten, sondern auch Hinweise auf andere Raser.
Seit Anfang Jahr betreibe die Kantonspolizei Aargau eine Fachstelle für besondere Ermittlungen, die solche digitalen Daten zu Raserdelikten sicherstelle, berichtet die Aargauer Zeitung heute.
Neben klassischen Geschwindigkeits- und Lärmkontrollen könnten die Ermittler auf diese Weise neu auch in den sozialen und privaten Raum eines Rasers eintauchen. Begründet wird der Eingriff in die Privatsphäre mit der grossen Gefahr für die Öffentlichkeit.
- Wie die Kantonspolizei im Aargau gegen Raser und Poser vorgeht, erfahren Sie hierExterner Link.
- Viele junge Schweizer liefern sich illegale Autorennen auf deutschem Boden, berichten Medien der SüdostschweizExterner Link.
- «Zürcher fahren zu schnell, Walliser trinken zu viel»: Bei den Gründen für den Entzug des Führerscheins gebe es grosse Unterschiede zwischen den Kantonen, berichtet der Tages-AnzeigerExterner Link. (Paywall)
- Allein im Februar hat die Polizei am Grenzübergang zwischen Riehen (Basel-Stadt) und Weil am Rhein (Deutschland) laut der Basler ZeitungExterner Link 1480 Autofahrerinnen und Autofahrer wegen zu hoher Geschwindigkeit gebüsst.
Um Fussball geht es nur am Rande. Im Zentrum eines Nachspiels zur Vergabe der Fussball-WM 2016 stehen Täuschung, Betrug, Korruption. Am Bundesstrafgericht in Bellinzona wurde der Prozess gegen drei frühere deutsche Fussball-Funktionäre sowie gegen den Ex-Fifa-Generalsekretär wieder aufgenommen.
Der Prozess wird wegen des Coronavirus unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt. Den Beschuldigten werden Ungereimtheiten im Zusammenhang mit einer Zahlung von 6,7 Millionen Euro für die Fussball-WM 2006 vorgeworfen.
Viel zu befürchten hätten die hohen Funktionäre nicht, sagt Thomas Kistner gegenüber Radio SRF. Entweder werde es keine Urteile geben oder die Sache werde als verjährt erklärt, vermutet der Recherche-Journalist der Süddeutschen Zeitung.
Kistner spricht aus Erfahrung: Bei den Korruptions-Verfahren der internationalen Sportverbände sei eines nach dem anderen im Sand verlaufen.
- Warum die Sportverbände ihre Sitze so häufig in der Schweiz haben, hören Sie bei SRFExterner Link.
- Wer von den Angeklagten vor Gericht erschienen ist, erfahren Sie hierExterner Link.
- Wie die anderen Angeklagten ihre Abwesenheiten rechtfertigen, erklärt der BlickExterner Link.
- Die Hintergründe zum Prozess hat Nau.chExterner Link zusammengefasst.
- Wie der ehemalige Fifa-Generalsekretär Urs Linsi in der Affäre unter Druck geriet, erfahren Sie in der Aargauer-Zeitung.
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