Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Als Kind dachte ich, die Grenzen der Schweizer Kantone seien in Stein gemeisselt. Doch ich merkte bald: Einige werden immer wieder neu gezogen. Auch heute noch beschäftigt das die Schweiz.
Herzliche Grüsse aus Bern
Bund, Kantone, Städte. Der Föderalismus in der Schweiz sorgt regelmässig für Kompetenzgerangel. Diesmal mittendrin: Jugendliche Flüchtlinge.
Hickhack um junge Migrantinnen und Migranten aus dem griechischen Flüchtlingslager Moria. Schweizer Städte würden gerne junge Menschen aus diesem im September abgebrannten Lager aufnehmen.
Nun fühlen sie sich vom Bund ausgebremst. Dieser will lieber vor Ort helfen. Die Priorität der Schweiz liege nach wie vor in der humanitären Hilfe, sagte die zuständige Ministerin Karin Keller-Sutter.
Die Schweizer Justizministerin tauschte sich heute im Rahmen des Justiz- und Innenministerrats der Europäischen Union per Videoschaltung über ein neues Asyl- und Migrationspaket der EU aus. Dieses könnte möglicherweise auch einen Einfluss auf die Schweizer Politik in der Frage der Flüchtlinge von Moria haben.
- «Asyl: Föderalismus bremst Städte aus»: Der Artikel von Alain Meyer.
- Die Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland war auch Thema im Eidgenössischen ParlamentExterner Link.
- Details zur heutigen Videokonferenz des Justiz- und Innenministerrats der EUExterner Link.
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Bern oder Jura? Diese Frage will die Stadt Moutier im Berner Jura klären. Und das nicht zum ersten Mal…
Bei Bern bleiben oder zum Jura wechseln? Darüber stimmte die Bevölkerung des Städtchens Moutier/Münster bereits 2017 einmal ab. Nur 137 Stimmen gaben damals den Ausschlag für den Wechsel zum Kanton Jura.
Doch die Abstimmung wurde annulliert. Der Grund: Trotz strenger Überwachung soll es zu Behördenpropaganda und anderen Unregelmässigkeiten gekommen sein. Unter anderem wurde publik, dass mehrere Dutzend Personen ihre Schriften kurz vor der Abstimmung nach Moutier verlegt hatten – und danach gemäss Register gleich wieder weggezogen waren.
Heute nun hat das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement das neue Abstimmungsdatum bekanntgegeben. Demnach soll die Wiederholung des Urnengangs am 28. März 2021 über die Bühne gehen. Diesmal unter noch strengeren Sicherheitsvorkehrungen.
- Mitteilung der BundesbehördenExterner Link.
- Das konnten Sie bei uns lesen, nachdem die ersten Betrugsvorwürfe aufgekommen waren.
- Unter anderem mit diesen Tricks wurde bei der Abstimmung im Moutier 2017 geschummelt.
- Der Jurakonflikt schwelte in der Schweiz während Jahrhunderten, wie unser Rückblick zeigt.
Die TV-Sendung ist in der Schweiz Kult. Nun fällt «Netz Natur» dem Rotstift zum Opfer.
Unser Mutterhaus, die SRG SSR, muss sparen. Bereits angekündigt war ein Stellenabbau und die Streichung von diversen beliebten Sendungen beim Deutschschweizer Radio und Fernsehen SRF.
Nun meldete der Bote der Urschweiz: 2022 ist Sendeschluss für «Netz Natur». Die beliebte Tierdokumentation mit dem Biologen Andreas Moser gibt es seit 1989. Sie erreicht laut dem Artikel einen Marktanteil von 31 Prozent.
Moser wird zwar im Frühjahr 2021 pensioniert, hätte sich aber vorstellen können, noch weiter zu machen. Nun will das Fernsehen SRF ein jüngeres Publikum erreichen. Deshalb solle in diesem Bereich «im digitalen Angebot etwas nachwachsen», schreibt der Bote der Urschweiz.
- Der Artikel im Bote der UrschweizExterner Link.
- Im Artikel des Tages-Anzeigers nimmt Andreas Moser StellungExterner Link.
- Das Sparprogramm bei SRF im DetailExterner Link beim Tages-Anzeiger (Paywall).
Zum Schluss noch etwas Kultur: Eine Florentinerin macht ein Aargauer Städtchen zu einem Zentrum der Fotografie.
«Es hätte auch München oder Köln sein können.» Das sagt Margherita Guerra. Die Italienerin und ihr Mann wollten «ein Abenteuer erleben und einfach woanders leben». Sie landeten in Lenzburg, Kanton Aargau. «Ein kulturell spannender Ort», sagt sie.
Die Fotografie hatte Guerra schon lange interessiert. Zusammen mit drei weiteren Frauen, alles Mütter von Kleinkindern, gründete sie 2017 das Fotofestival. Unterdessen strahlt es auch ins Ausland aus.
Die diesjährige Ausgabe steht unter dem Motto «Zeiten unter Druck». Sehr passend. Gemäss Auskunft ist dies aber purer Zufall: Das Thema wurde schon lange vor dem Corona-Ausbruch festgelegt.
Die Fotogalerie meiner Kollegin Ester Unterfinger.
Interessiert? Hier gibt’s mehr Infos zum Fotofestival LenzburgExterner Link.
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