Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Hatten Sie kürzlich eine Lohnerhöhung? Und war diese höher als die Teuerung? Falls die Antwort auf beide Fragen ja lautet, wohnen Sie wahrscheinlich nicht in der Schweiz – oder Sie sind Informatiker:in.
Herzliche Grüsse aus Bern
Trotz Fachkräftemangel und Inflation: Die Löhne in der Schweiz steigen kaum.
Der Kaffee und das Menü in der Mensa hier in Bern sind schon seit dem Winter teurer, kürzlich flatterte bei mir die eine Erhöhung der Mietnebenkosten in meinen Briefkasten. Auch Brot, Bier oder Teigwaren im Laden um die Ecke wurden teurer.
Mit steigenden Preisen müssen sich momentan viele Menschen in der Schweiz zurechtfinden. Gewerkschaften fordern nun, dass die Teuerung mit entsprechend höheren Löhnen einhergeht – damit können jedoch die wenigsten rechnen.
Auf den Lohn bezogen, wird 2022 das schlechteste Jahr in 40 Jahren. Während die Teuerung auf 2,5 Prozent geklettert ist, sinken die Reallöhne laut Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich um ein Prozent.
Der Schweizerische Arbeitgeberverband hält dagegen, dass Unternehmen ebenfalls unter der Teuerung litten: «Müssen sie auch noch höhere Löhne bezahlen, könnte das in letzter Konsequenz Personalabbau bedeuten.» Wobei: Bereits jetzt herrscht in vielen Branchen Fachkräftemangel.
- Der Tages-Anzeiger hat sich die Zahlen hierExterner Link angeschaut. (Paywall)
- Wie man die Inflation bekämpfen könnte, erklärte unser Geldexperte Fabio Canetg kürzlich im Geldcast.
- Aus unserem Archiv: Hohe Löhne sind in der Schweiz nicht, was sie zu sein scheinen.
Die Schweiz öffnet ihre Botschaft in Kiew nach zweieinhalb Monaten Krieg wieder.
Nach Beginn der russischen Invasion der Ukraine am 28. Februar schloss die Schweiz die Botschaft in Kiew temporär – zu gefährlich war die Situation für das Team. Obwohl der Krieg weiter andauert, erachtet Bundesratspräsident Ignazio Cassis die Sicherheitslage nun für ausreichend für das Schweizer Personal.
In einer ersten Phase kehrt Botschafter Claude Wild mit vier Mitarbeitenden nach Kiew zurück. Das ukrainische Lokalpersonal bleibt weiterhin bei der Schweizer Botschaft angestellt.
Die physische Präsenz vereinfache die Kontakte mit den ukrainischen Behörden, schreibt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in einer Medienmitteilung. Das Team werde sich in den nächsten Wochen in erster Linie um humanitäre Hilfe kümmern.
- HierExterner Link geht es zur Medienmitteilung des EDA.
- Die Aargauer Zeitung berichtet hierExterner Link.
- Die neusten Entwicklungen sehen Sie im Liveticker von SRF News.Externer Link
Vor und 200 Jahren machten sich Schweizer:innen aus Fribourg auf, um in Brasilien die Stadt Nova Friburgo zu gründen.
«In Erinnerung an die Freiburger/-innen, die in Brasilien ein besseres Leben suchten, wo 1820 Nova Friburgo gegründet wurde.» Das steht auf einer Tafel, die der Fribourger Stadtpräsident dieser Tage auf dem Nova Friburgo-Platz enthüllte.
Rund 2000 Männer, Frauen und Kinder haben sich vor etwas mehr als zwei Jahrhunderten nach Brasilien aufgemacht. Sie hatten gute Gründe dafür: Ein Vulkanausbruch sorgte 1816 für das sogenannte «Jahr ohne Sommer». Die Folge waren Ernteausfälle und Hungersnöte.
So suchte die verarmte Bevölkerung ihr Glück in Brasilien. 146 Tage dauerte die beschwerliche Überfahrt über den Atlantik, rund 400 Auswanderer:innen starben auf der Reise. Diejenigen, die die Reise überstanden hatten, gründeten 1820 in den Bergen von Rio de Janeiro die Stadt Nova Friburgo.
- Mehr darüber lernen Sie im Artikel meines Kollegen Alexander Thoele.
- Aus dem Archiv: 1920 gründen Schweizer Flüchtlinge Stadt in Brasilien.
- Damals waren Schweizer:innen auf der Flucht. Wie die Schweiz selbst mit Geflüchteten umgeht, wandelte sich im Verlauf der Geschichte.
- Hungersnöte gehören leider nicht der Vergangenheit an: Wo alle 48 Sekunden ein Mensch verhungertExterner Link – SRF News.
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Eine Schweizer Forscherin entwickelt ein Haus, das sich selbst mit Wasser und Strom versorgt.
Häuser bauen und unterhalten verursacht rund 40% des weltweiten CO2-Ausstosses. Die Schweizer Forscherin Devi Bühler will das ändern: Sie entwickelt ein umweltfreundliches Haus, das nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft funktioniert.
Sie verwendet deshalb recyceltes Baumaterial, nutzt den Wintergarten im Dachstock als Heizung, setzt auf Trockentoiletten und bereitet Regenwasser trinkbar auf. Zudem wohnt man im gemütlichen, mit viel Holz ausgestatteten Haus auf kleinem Raum – es ist ein Tiny House.
Viele der getesteten Ideen liessen sich ohne Verlust an Lebensqualität skalieren, ist die Forscherin überzeugt – wenn Schweizer Bauvorschriften ressourcenleichtes Bauen und Wohnen weniger behindern würden.
- Hier schreibt meine Kollegin Sibilla Bondolfi mehr über das ressourcenschonende Tiny House – Ester Unterfinger hat das Haus zudem in schönen Bildern eingefangen.
- Das Branchenmagazin Baublatt berichtet hierExterner Link von Bühlers Projekt.
- Aus dem Archiv: Diese Tiny Häuser stehen in der Schweiz.
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