Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Ein Hauch Bandenkrieg in Bern, und das an einem Montagmorgen! Ist der Friede in der beschaulichen Bundesstadt in Gefahr? Bei uns erfahren Sie alles.
Beste Grüsse aus Bern
Bandenkrieg in Bern? Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun, um das zu verhindern.
Auf meiner Fahrt mit dem Fahrrad heute Morgen ins Büro sah ich mich in der Berner Innenstadt plötzlich einer Polizeisperre gegenüber. Auf meine Frage, ob ich mit dem Velo passieren könne, bejahte die Polizistin und liess mich durch.
Überall standen Bereitschaftspolizisten in voller Kampfmontur – sehr ungewöhnlich für einen Montagmorgen. Dann sah ich des Rätsels Lösung: Grössere Gruppen von schweren Jungs. Die Polizei musste entsprechend schweres Geschütz, darunter auch Wasserwerfer, auffahren, um sie voneinander zu trennen.
Der Anlass: Heute begann in Bern ein Prozess gegen 22 Mitglieder von zwei Lagern von Motorrad-Gangs: den Hells Angels und Broncos auf der einen, den Bandidos auf der anderen Seite. Sie sind sich so spinnefeind, dass sie 2019 in einem Vorort aufeinander losgegangen sind. Damals wurde ein Mitglied durch einen Schuss schwer verletzt.
Ich bin kaum der Einzige, der der Polizei dankbar ist, wenn sie verhindert, dass in der Schweiz Verhältnisse à la Schweden herrschen, wo der Bandenkrieg unter den Motorrad-Gangs echter Krieg ist – mit echten Toten.
- Polizei setzte Wasserwerfer gegen verfeindete Rockerbanden einExterner Link – Beitrag von SRF News.
- Monster-Prozess gegen Rocker in RiesensaalExterner Link – Bericht im Blick.
- Schüsse und Prügel: Das steckt hinter dem Schweizer RockerkriegExterner Link – Hintergrund von SRF News.
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Sondersteuer: Unternehmen, die von Krisen wie dem Krieg profitieren, sollen zur Kasse gebeten werden.
Ja, es gibt sie tatsächlich: Die Krisengewinnler. Doch das ist schon fast untertrieben. Denn während viele Menschen in schweren Zeiten verlieren, erzielen etwa Giganten des Rohstoffhandels Rekordgewinne.
Rohstoffhändler wie der Schweizer Multi Glencore oder Ölfirmen sind so aufgestellt, dass Katastrophen für sie beste Zeiten sind.
An ihrem Krisengewinn soll die öffentliche Hand partizipieren, findet nun die Spitze der Grünen Partei, die bei den letzten Wahlen in der Schweiz einen historischen Sieg erzielt hatte.
Der Plan dürfte in der Schweiz indes ein solcher bleiben. Aber die Sondersteuer ist kein linkes Hirngespinst, sondern Realität. Dies bereits in mehreren europäischen Ländern, etwa Grossbritannien oder Spanien.
- Wer vom Leid profitiert, soll zahlenExterner Link – Artikel im Blick.
- Wer vom Krieg profitiert, soll dies versteuern müssenExterner Link – Beitrag im Tages-Anzeiger (Paywall).
- #KriegsgewinnsteuerExterner Link – Tweet von Grünenpräsident Balthasar Glättli mit dem Vorschlag der Sondersteuer.
Gelingt der Schweiz ein Coup? Sie soll Schutzmacht der Ukraine im Kreml werden.
Die Schweiz will sich im Fall des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine auf ihre Rolle als Vermittlerin und Schlichterin zurückbesinnen.
Für Anfang Juli lädt Bundespräsident und Aussenminister Ignazio Cassis in Lugano zur grossen Ukraine Reformkonferenz ein. Ziel ist die Aufgleisung des Wiederaufbaus des souveränen Landes.
Letzte Woche traf Cassis am WEF in Davos den ukrainischen Aussenminister. Thema war offenbar auch ein Schutzmandat der Schweiz für die Ukraine in Russland.
Ein solches Mandat gehört zur diplomatischen Toolbox der Schweiz für ihre Politik der guten Dienste: Es ist dies eine der letzten Möglichkeiten, den Kontakt zweier verfeindeter Länder aufrecht zu erhalten, zumindest indirekt über einen Boten.
- Ein diplomatischer Coup steht bevor: Die Schweiz soll Schutzmacht der Ukraine in Russland werdenExterner Link – Beitrag der Aargauer Zeitung (Paywall).
- Brauchen Sie einen Boten? Die Schweiz kann helfen – unser Schwerpunkt zur Schweizer Politik der guten Dienste und den Schutzmandaten.
- Je diskreter, desto besser – Beitrag von meiner Kollegin Petra Krimphove von 2017.
Ganz üble Sache: Das Wallis als Knotenpunkt im Netz deutscher Neonazis.
Er bedruckt und verkauft T-Shirts und hat ein Tattoo-Studio. Das klingt harmlos. Doch ein Schweizer, der im Wallis als unbescholtener Kleinunternehmer geschäftet, spielt in der Liga der deutschsprachigen Neonazis mit.
Wie Recherchen des Schweizer Fernsehens SRF zeigen, hatte der Walliser einen jungen deutschen Neonazi privat bei sich aufgenommen, der aktuell in seiner Heimat wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht steht. Der Neonazi hatte 2018 einen Mann, der ihn fotografierte, mit einem Werkzeug schwer verletzt. Sein Vater ist ein führender deutscher Neonazi.
- Die Wallis-Connection deutscher NeonazisExterner Link – Bericht von SRF News über die Recherche der «Rundschau».
- «Weiter so, Jungs, wir brauchen euch!»Externer Link – Bericht von Fabian Eberhard, Investigativ-Journalist Recherche-Chef beim «Blick» und Kenner der Schweizer Neonaziszene.
- 5000 Neonazis schockieren die Schweiz – Bericht aus dem swissinfo.ch-Archiv von 2016 zum grössten Neonazikonzert der Schweiz.
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