Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizer:innen
Haben Sie bei sich zuhause eine Klimaanlage? Unser Daheim kühlt sich trotz anhaltender Hitze über Nacht jeweils gut ab. So ist auch das Arbeiten im Homeoffice recht angenehm. Mit den Temperaturen steigt in der Schweiz jedoch auch der Bedarf an Klimaanlagen. Eine Abkühlung, die den Planeten erhitzt.
Herzliche Grüsse
Sogar in Ländern mit gemässigtem Klima wie der Schweiz sind Klimaanlagen gefragter denn je.
Immer häufigere und intensivere Hitzewellen erhöhen den weltweiten Gebrauch von Klimaanlagen. Die Internationale Energieagentur (IAE) gibt an, dass weltweit rund zwei Milliarden Klimaanlagen in Betrieb sind. Die meisten von ihnen befinden sich in Gebäuden in den USA, Japan und vor allem in China, wo seit 2010 das stärkste Wachstum zu verzeichnen ist.
Auch in derSchweiz steigt der Absatz von Klimageräten. Obwohl es keine landesweiten Statistiken gibt, die alle festen und mobilen Geräte erfassen, bestätigen von uns befragte Installateure und Expert:innen einen wachsenden Markt seit Anfang der 2000er-Jahre.
Die Zahl von installierten Klimaanlagen und -geräten könnte bis 2030 um 40% steigen. Das ist gut für den Handel. Aber schlecht für Umwelt und Klima: Klimaanlagen und Ventilatoren verbrauchen 10% des Stroms, der in der Welt verbraucht wird. Ausserdem sind sie zusammen mit anderen Geräten der Kühlindustrie, zum Beispiel Kühlschränken, für etwa 10% der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Das ist viel mehr als der Anteil des Luft- oder Seeverkehrs.
- Hier unser Artikel zum Thema: Klimaanlagen: Eine Abkühlung, die den Planeten erhitzt.
- Aus unserem Archiv: Wenn ein Baum mehr bewirkt als eine Klimaanlage.
- Auch die Berner Zeitung hat letzte Woche über die Tropennächte in Bern berichtet: Die Hitze raubt vielen den Schlaf – und kann tödlich seinExterner Link (Paywall).
Die Hitze setzt auch den beliebten Berg-Touren zu: Bergführer:innen bleiben momentan lieber im Tal.
Das Breithorn: Mit seinen 4164 Metern gilt es bei einem Normalanstieg als eine der leichtestenRouten, um einen Viertausender-Gipfelzu besteigen. Sie ist dementsprechend beliebt. Auch jetzt, wenn es viel zu heiss ist und alles schmilzt, Schneebrücken wegbrechen und sich neue Gletscherspalten öffnen.
«Der Blick» berichtet mit einer Reportage von den momentanen Zuständen vor Ort. Die Hitze setzt dem «Bergtouren-Tourismus» zu. Sogar der Berg der Berge, das Matterhorn, zerbröselt. Auf dessen italienischer Seite sind den Bergführer:innen seit Mitte Woche die Risiken zu gross. Sie steigen nicht mehr auf, schreibt «der Blick».
So gehe das überall. Die Grindelwaldner Bergführer:innen verzichten seit Mittwoch auf die Jungfrau. Der Steinschlag auf deren Normalroute, ausgelöst durch Hitze und Bergsteigende, wurde lebensgefährlich. Und die Route auf der Ostseite ist schon länger durch einen Felsabbruch zerstört. Auch die Zermatter Bergführer:innen sagen zunehmend Touren ab. Rettungschef Anjan Truffer sagt zum «Blick»: «Auch wenn die einheimischen Bergführer nicht mehr gehen, sind immer noch irgendwelche Verrückte unterwegs.»
- Hier geht es zum Artikel im «Blick»: «Das ist doch WahnsinnExterner Link!»
- Warum die Gletscherschmelze uns alle betrifft – ein Fokus meines Kollegen Luigi Jorio.
- Gletscher der Alpen vorher und nachher – eine beeindruckende Bildergalerie.
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Prominenter Auslandschweizer kehrt aus England zurück in die Schweiz – während immer weniger Brit:innen zuwandern.
Der Schweizer Historiker Oliver Zimmer legte eine Traum-Karriere an der University of Oxford hin. Doch nun kehrt der Auslandschweizer seiner Wahlheimat nach 27 Jahren den Rücken. Die Gründe für seine Rückkehr in die Schweiz seien vielfältig, sagt Zimmer. Er möchte bei seinen betagten Eltern präsenter sein und auch näher bei Freunden und Geschwistern.
Doch auch beruflich zieht es Zimmer zurück in die Schweiz. Der Historiker, der regelmässig in bürgerlich-liberalen bis bürgerlich-konservativen Schweizer Zeitungen wie NZZ, Schweizer Monat und Weltwoche publiziert, wird die nächsten drei Jahre am politisch und ideologisch unabhängigen Forschungsinstitut Crema forschen. Seine Themen: Europäischer Nationalismus sowie die Geschichte des Liberalismus und der Demokratie.
Oliver Zimmer hat in England den Brexit miterlebt, einige Zeit später auch das Scheitern des Rahmenabkommens zwischen der Schweiz und der EU. Dies dürfte denn wohl auch mit ein Grund sein, weshalb immer weniger Brit:innen in die Schweiz einwandern. Im letzten Jahr verliessen gar erstmals seit Jahrzehnten mehr Brit:innen die Schweiz, als neue eingewandert sind.
- Lesen Sie den Artikel meiner Kollegin Sibilla Bondolfi: Der Oxford-Professor, der in die Schweiz zurückkehrt.
- Im Tages-Anzeiger: Trotz boomender Zuwanderung, Britinnen und Briten verschmähen die SchweizExterner Link (Paywall).
- Einwanderungsland Schweiz: Der Artikel aus unserem Archiv.
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Sommerskandal: Die Schlagzeilen rund um Gesundheitsminister Alain Berset reissen nicht ab.
Jetzt deckt «die Sonntagszeitung» auf, Pilot Berset wurde falsch angefunkt. Um was geht es? Bundesrat Alain Berset musste Anfang Juli bei einem Privatflug in Frankreich von zwei französischen Kampfjets abgefangen und zur Landung gezwungen werden. Offenbar flog er mit einer einmotorigen Cessna ohne Funkkontakt über eine militärische Sperrzone, worauf es zur Intervention der französischen Luftpolizei kam.
Berset sei bei seinem Flug am 5. Juli von Ecuvillens bei Freiburg nach Châtellerault in Westfrankreich über Funk dreimal mit der Flugzeug-Kennzeichnung «HB-TOR» aufgerufen worden, sein Mietflugzeug habe jedoch in Wahrheit die Identifikation «HB-TDR» getragen, berichtet die «Sonntagszeitung». Sie veröffentlichte dazu online Mitschnitte der Funksprüche.
Berset habe schlicht deshalb nicht auf den Aufruf reagiert, weil er sich vom falschen Namen nicht angesprochen gefühlt habe, vermuteten Luftfahrtexperten gegenüber der Zeitung. Von Berset liegt keine Stellungnahme vor. Auch sein Innendepartement und die französische Botschaft in Bern wollten den Bericht nicht kommentieren.
- Franzosen funkten Berset falsch anExterner Link – der Bericht der «Sonntagszeitung» (Paywall).
- Auch SRF berichtet über den Flug-ZwischenfallExterner Link.
- Mein Kollege Giannis Mavris hat vor Kurzem den «Sommerskandal» aufgerollt.
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