Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Vor 150 Jahren war es Melkfett. Heute ist es fälschungssichere Farbe. Etwa für Banknoten. Die Schweizer Firma Sicpa ist erfolgreich, verschwiegen – und im Visier von Antikorruptionsjäger:innen. Und ich lade Sie ein zur Teilnahme an unserer Abstimmungsumfrage.
Beste Grüsse aus Bern
Vorausschickend: Für die Sicpa gilt die Unschuldsvermutung.
Das radiert aber nicht aus, dass die Firma aus dem Kanton Waadt seit einigen Jahren Gegenstand von Ermittlungen ist.
Die Schweizer Bundesanwaltschaft untersucht Vorfälle im Bereich Korruption in 14 Ländern in Südamerika, Afrika und Asien. Im letzten Jahr wurde der Präsident der Sicpa angeklagt.
In der gemeinsamen Recherche von Investigativjournalist:innen von Gotham City und swissinfo.ch haben meine Kolleg:innen eines versucht: Mehr über die verschwiegene Firma und deren Praktiken zu erfahren. Je näher die Gesprächspartner:innen der Firma waren, desto stärker deren Beharren auf strikte Anonymität.
Was die Kolleg:innen in diesem multimedialen Longread präsentieren, ist wichtiger und hervorragend präsentierter Journalismus.
- Sicpa – die undurchsichtigen Geschäfte mit dem VertrauenExterner Link
- Die Schweiz fällt im Anti-Korruptions-Ranking zurück – Artikel von meiner Kollegin Dominique Soguel-dit-Picard von letztem Januar.
- Korruption: Schweiz könnte mehr dagegen tun – Artikel von Kollegin Pauline Turuban von Anfang 2021.
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Umfrage: Wie stimmen Sie ab?
Die Schweizer Wirtschaft hat zu wenig Fachkräfte. Der Kanton Wallis kollabiert – weil aus dem Ausland zu viele kommen.
Das ist natürlich übertrieben. Aber den Kollaps gibt es durchaus – er betrifft die Abteilung «Aufenthalt und Niederlassung» des Kantons. Jetzt hat die Regierung die Behörde für die Öffentlichkeit dichtgemacht, weil der Pendenzenberg zu gross wurde: bis zu 7000 Dossiers sollen sich dort stapeln. Es sind dies die Anträge von Personen aus dem Ausland für eine Arbeits- oder Niederlassungsbewilligung.
Bis September soll laut Kanton die Sendepause dauern. Ziel: 5000 Dossiers abarbeiten – ein ambitioniertes Ziel.
- Telefon und E-Mail abgeschaltet: Walliser Amt macht dichtExterner Link – Beitrag von SRF News.
- Es gibt so viele offene Stellen wie noch nie – diese Branchen sind am meisten betroffenExterner Link – Bericht von Watson.
- Lohnerhöhungen als Mittel gegen die Knappheit von Arbeitskräften sind ein zweischneidiges SchwertExterner Link – Kommentar in der Neuen Zürcher Zeitung vom Juli.
Die Schweizer Bevölkerung wächst und wächst. Die Lösung: dichter bauen, damit es genügend Wohnraum gibt. Erhalten die Alpen jetzt Konkurrenz von Hochhäusern?
Einen Burj Khalifa von 830 Metern Höhe, der Genf, Zürich, Bern oder Basel überstrahlt: Das wäre ein Ding!
Doch so weit dürfte es kaum kommen. Aktuell werden grad viel kleinere, tiefere Brötchen gebacken: Der neue, zweite Turm des Chemieherstellers Roche in Basel wird den Schweizer Rekord auf 205 Meter verbessern.
Bei allem Hype: Städtebau sollte nie bloss über die Skyline definiert werden, sagt ein Schweizer Architektur- und Städtebau-Experte. Verschiedene Lebensräume mit verschiedenen Bauformen sollten miteinander koexistieren, sagt der Experte. Das tönt verdächtig nach einem der legendären gut schweizerischen Kompromisse gemäss der Devise «nur nicht zu hoch hinaus».
- «Einen Burj Khalifa von 830 Metern braucht es bei uns nicht»Externer Link – Beitrag im Tages-Anzeiger (Paywall).
- «Hochhäuser sind umweltbelastender» – Meinungsbeitrag von Architekt Horst Eisterer.
- Wo E-Scooter und Traktor sich Gutenacht sagen – spannende Entdeckungsreise von Sibilla Bondolfi und Fotograf Thomas Kern in die Randzonen der Agglomeration Schweiz.
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Zum Schluss noch etwas Igitt: Achtung, jetzt kommt die Nosferatu- oder Draculaspinne!!
Der zweitheisseste August seit Messbeginn Mitte 19. Jahrhundert: Die Klimaerwärmung schlägt auch bei uns immer stärker durch.
Eine der Folgen: ein Tierchen, das viele nicht nur nicht, sondern überhaupt nicht mögen, mag zunehmend die Schweiz.
Es ist die Nosferatu-Spinne, die rund zweit Zentimeter gross und deren Biss giftig ist. Sie fühlt sich nicht mehr nur in Nordafrika und im Mittelmeerraum wohl, sondern neuerdings auch in Deutschland und der Schweiz.
Vermutlich als blinde Passagiere kamen die ersten Exemplare. Sichtungen wurden aus den Kantonen Basel, Aargau, Bern und Zürich gemeldet.
Panik ist aber fehl am Platz – ein Biss wirke wie ein Bienen- oder Wespenstich, sagen Expert:innen.
- Der Klimawandel ist schuld: Gift-Spinne macht sich in der Schweiz breitExterner Link – Artikel im Blick.
- Die Konfrontation mit der Spinnen-Angst – Reportage von meinem Kolleg:innen Ester Unterfinger und Benjamin von Wyl.
- «Wird sie in die Enge getrieben, kann sie beissen»: Dracula-Spinne in Konstanz gesichtetExterner Link – Beitrag im Tagblatt (Paywall).
- SpinnenExterner Link – Infoseite des Bundesamts für Umwelt.
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