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Paar am Strand

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizer:innen

Wenn ich mit ausgewanderten Schweizer:innen spreche, höre ich oft, dass die Finanzen ein wichtiger Grund gewesen waren, um den Schritt ins Ausland zu wagen. So erstaunt es nicht, dass sich ausländische Pflegeheime mit gehobenem Service und niedrigeren Preisen speziell an eine Schweizer Kundschaft richten.

Beste Grüsse

Logo Schweizer Nationalbank
Keystone / Peter Klaunzer

Ein historischer Entscheid: Keine Negativzinsen mehr.

Heute erhöhte die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Leitzins auf 0,5%. Es ist bereits der zweite Zinsschritt dieses Jahr: Erst im Juni hatte die SNB das erste Mal nach 15 Jahren den Leitzins auf -0,25% erhöht. Mit dem heutigen Entscheid schreibt SNB-Chef Thomas Jordan ein Stück schweizerische Wirtschaftsgeschichte.

Der Zinsschritt wurde jedoch von Expert:innen erwartet, und sie sind sich einig, dass die nächste Erhöhung nur eine Frage der Zeit ist. Was man jetzt zur Abschaffung der Negativzinsen wissen muss und was sie bedeutet, hat die Aargauer Zeitung kompakt zusammengefasst.

Die höheren Leitzinsen werden von den Banken sogleich weitergegeben. «Geld wird so teuer, für alle. Die Zinsen auf Hypotheken steigen, ebenso solche auf Konsumkredite oder Betriebskredite. An den Kapitalmärkten steigen die Zinsen ebenso: Grosse Firmen und Staaten müssen mehr auf ihre Anleihen zahlen», schreibt die Aargauer Zeitung über die Folgen der Zinswende. Dann gehe es weiter in der Kausalkette.

Bild Mann mit Einkauftüte
© Keystone / Gaetan Bally

Bleiben wir beim Geld: Eine Mehrheit im Nationalrat will Personen mit geringem Einkommen unterstützen.

Steigende Energiepreise, Prämienschock, Teuerung: Der Nationalrat debattierte gestern an einer «ausserordentlichen Session» Massnahmen zum Erhalt der Kaufkraft. Verschiedene Vorschläge lagen auf dem Tisch: Mineralölsteuer-Senkungen, Pendler-Steuerabzüge, Rentenerhöhungen oder auch Krankenkassenprämien-Verbilligungen.

Die SP und die Mitte haben im Nationalrat zwei dieser Vorstösse durchgebracht. AHV-Rentner sollen nach dem Willen des Nationalrats im kommenden Jahr den vollen Teuerungsausgleich erhalten. Zudem soll der Bund seinen Beitrag an die Prämienverbilligungen um 30 Prozent erhöhen. Der Haken: Diese Abfederungsmassnahmen würden viel kosten.

Der SP-Co-Präsident Cédric Wermuth nimmt im Interview mit SRF Stellung zur Kritik, die Massnahmen seien unnötig, der Bund könne sie sich nicht leisten. Der Bundesrat steht den neuen Hilfen kritisch gegenüber. So sagte Finanzminister Ueli Maurer, dessen Departement neben jenem von Innenminister Alain Berset am stärksten betroffen wäre, am Mittwoch im Rat: «Die Rechtsgrundlage fehlt, das Geld fehlt, Handlungsbedarf ist nicht gegeben.»

Bild von ukrainischen Frauen mit Flugblatt
Sputnik

Russlands Referenden in ukrainischen Gebieten werden als Scheinreferenden bezeichnet.

Die Schweiz – Hochburg der Demokratie – bezeichnet die von Putin angekündigten Referenden über einen Beitritt zu Russland in den Gebieten Lugansk, Donezk, Cherson und Saporischja als Scheinreferenden. Meine Kollegin Sibilla Bondolfi hat beim Experten für direkte Demokratie Andreas Gross nachgefragt, wie er diese einordnet.

Gross geht noch weiter: «Es ist eine eigentliche Verhöhnung der Demokratie.» Es seien keine Referenden, sondern Plebiszite, von oben angesetzte Volksabstimmungen. Mit Demokratie und Selbstbestimmung habe dies nichts zu tun.

Auch der Schweizer Aussenminister und Bundespräsident Ignazio Cassis hat bei einem Gespräch mit dem russischen Aussenminister Sergei Lawrow Moskau aufgefordert, von der Durchführung der Scheinreferenden in den besetzten Gebieten der Ukraine Abstand zu nehmen. Cassis zeigte sich auch besorgt über jede Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen. Dies teilte er auf Twitter mit.

Bilder eines Altersheims
RTS

Nach Nordafrika ins Altersheim? Tunesische Pflegeheime buhlen um Schweizer Betagte.

Weil Tourist:innen ausbleiben, verwandeln sich immer mehr tunesische Hotels in Pflegeheime. Mit gehobenem Service und dreimal niedrigeren Preisen richten sie sich speziell an eine Schweizer Kundschaft. Das französischsprachige Schweizer Radio und Fernsehen (RTS) hat diese neuartigen Residenzen besucht.

Eine davon ist das Fünfsterne-Hotel Russelior im Osten Tunesiens am Meer. In 24 der insgesamt 220 Hotelzimmer werden ältere Menschen betreut – und das von persönlichen Mitarbeitenden von morgens bis abends. Die Wohnheime sind auf ältere Menschen mit neurologischen Störungenspezialisiert.

Es seien Win-Win-Partnerschaften, sagt Geschäftsführer Alexandre Canabal. Die Hotels werden so besser ausgelastet und die Betagten können von einem Angebot profitieren, das in Europa kaum zahlbar wäre. Auffällig ist zudem, dass sich viele Seniorenpaare für diese tunesischen Pflegeheime entscheiden. Sie können dort weiterhin gemeinsam leben, auch wenn nur eine Person auf Unterstützung angewiesen ist.

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