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Ein Mann und eine Frau an einem Rednerpult

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Nach der Androhung der USA von Zöllen von 39% auf Importe aus der Schweiz bemüht sich die Landesregierung um eine Verhandlungslösung. Heute sind Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter und Wirtschaftsminister Guy Parmelin mit diesem Ziel in die USA aufgebrochen.

Zudem stelle ich Ihnen zwei junge Auslandschweizer vor, die in die Schweiz gereist sind, um die Rekrutenschule zu absolvieren. Was sind ihre Beweggründe?

Herzliche Grüsse aus Bern

Ein Käselaib mit Aufdruck "AOP"
Der Schweizer Käsehersteller Emmi kündigte als Reaktion auf die Zollankündigung der USA an, die Preise für AOP-Käse wie Gruyère auf dem US-Markt zu erhöhen. Keystone / Michael Buholzer

Ab 7. August droht ein Zollsatz von 39% auf Schweizer Exporte in die USA. Der Bundesrat will die Zollverhandlungen mit den USA fortsetzen. Dafür reisen Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter und Wirtschaftsminister Guy Parmelin heute in die USA. Was liegt noch drin?

Nach der gestrigen Krisensitzung schrieb der Bundesrat in einer Medienmitteilung von «neuen Ansätzen», mit denen doch noch ein Handelsabkommen erzielt werden soll. Dies will die Regierung anscheinend mit einem attraktiveren Angebot an die USA erreichen. Laut SRF Info begleitet eine kleine Delegation die beiden Mitglieder der Landesregierung. Darunter seien die Staatssekretärin für Wirtschaft (Seco), Helene Budliger Artieda, sowie Daniela Stoffel, Staatssekretärin für internationale Finanzfragen (SIF).

Das italienischsprachige Radio und Fernsehen RSI sprach mit Peter V. Kunz, Professor für Wirtschaftsrecht. Er hält es für möglich, dass der Bundesrat eine Fristverlängerung für die Umsetzung der Zölle von beispielsweise 30 Tagen erreichen könnte. Auch wenn der Schweizer Leitindex SMI nach einem schwachen Wochenstart eine Gegenbewegung nach oben machte, bleibt die Lage angespannt.

Die Neue Zürcher Zeitung schreibt, ob bis zum 7. August noch eine für die Schweiz akzeptablere Lösung zustande komme, hänge jetzt von Keller-Sutter, Parmelin, der Schweizer Diplomatie und den Pharma-Bossen ab. Blick fragt in diesem Zusammenhang: «Liefern Roche und Novartis das Trump-Wundermittel?» Möglicherweise könnte die Schweizer Pharmaindustrie bei Nachverhandlungen zum Zünglein an der Waage werden.

Infanterie-Rekruten stehen in zwei Reihen auf einer grünen Wiese
Rekruten bei einer Zugschul-Übung in der Infanterie-Rekrutenschule der Schweizer Armee in Colombier. Keystone / Christian Beutler

Sie leben in Frankreich und Deutschland. Zwei Auslandschweizer absolvieren die Rekrutenschule in der Schweiz. Warum tun sie das?

Sie fallen in der Truppe dadurch auf, dass sie in Zivilkleidung ins Wochenende geschickt werden. Die Aargauer Zeitung stellt heute zwei junge Infanterie-Rekruten vor, der eine lebt in Frankreich, der andere in Deutschland. Die exotischsten Herkunftsländer der jungen Auslandschweizer-Rekrutinnen und -Rekruten sind aber Sri Lanka, Panama oder La Réunion.

Beide der Porträtierten haben einen starken Bezug zu ihrem Herkunftsland, denn sie arbeiten in der Schweiz. Doch warum leisten sie freiwillig Militärdienst? Thomas Ganière aus Frankreich erhofft sich, in der Armee an Reife zu gewinnen. Samuel L. aus Deutschland sagt, er leiste Dienst, um seine Grenzen kennenzulernen – «und zu verschieben».

Augenzwinkernd werden solche Rekruten in der Kaserne in Colombier, Kanton Neuenburg, als «Détachement touriste» bezeichnet. Laut dem Bericht stammen 80% der Auslandschweizer-Rekrutinnen und -Rekruten aus den Nachbarländern Frankreich, Deutschland, Italien und Österreich. Ihre Zahl in der Armee ist aber äusserst gering: 2024 begannen lediglich 78 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer die Rekrutenschule.

Ein Tierarzt verabreicht einer schwarzen Kuh einen Impfstoff
Ein Tierarzt verabreicht auf einer Weide im Trient-Tal im Kanton Wallis nahe der Grenze zu Frankreich einer Herens-Kuh einen Impfstoff gegen die ansteckende knotige Dermatose. Keystone / Jean-Christophe Bott

Für Menschen ist das Virus ungefährlich. Doch in Frankreich mussten wegen der knotigen Dermatose ganze Kuhherden geschlachtet werden. Die Schweizer Grenzkantone haben dringliche Massnahmen dagegen ergriffen.

Es reicht, wenn einzelne Tiere infiziert werden. Wegen der hochansteckenden viralen Hautknotenkrankheit muss dann die ganze Herde geschlachtet werden – sehr zum Leidwesen der Viehzüchterinnen und -züchter. In den französischen Departementen Savoyen und Hochsavoyen mussten Hunderte von Tieren notgeschlachtet werden.

Dies soll in der Schweiz verhindert werden. Wie RTS Info und Watson.ch berichten, steht im Kanton Wallis ein Programm kurz vor Abschluss, bei dem über 2000 Rinder gegen die heimtückische Krankheit geimpft werden sollen, die auch als «Lumpy-Skin-Disease» bekannt ist.

Auch in Genf, das noch näher an den betroffenen französischen Departementen liegt, sind bereits 90% der etwa 1100 Rinder im Kanton geimpft, wie 20 Minutes berichtet. Es sei bisher kein einziger Fall der Krankheit aufgetaucht. Allerdings entfaltet der Impfstoff erst nach 28 Tagen seine volle Schutzwirkung, weshalb weiterhin Vorsicht geboten ist.

Ein Lärmradargerät mit Schrift auf dem Display: "Zu Laut!"
Im April 2025 führte die Stadtpolizei Zürich einen Pilotversuch mit einem Lärmradargerät durch, das ein direktes Feedback lieferte. Keystone / Ennio Leanza

Aufheulende Motoren, knallende Auspuffe. Der Lärm von so genannten Autoposern nervt viele. Trotz Pilotprojekten mit Lärmradaren stockt das Projekt aber auf nationaler Ebene.

In den Kantonen Basel-Landschaft, Zürich und Genf führte das Bundesamt für Umwelt (Bafu) in letzter Zeit Tests mit Lärmradaren durch. Nun fordern mehrere Kantone sowie linke Politikerinnen und Politiker, dass solche Geräte rasch und dauerhaft installiert werden sollen, wie das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS schreibt.

Der Bundesrat reagierte allerdings mit einem negativen Bescheid: Die Verhängung von Bussen über solche Radare sei aufgrund der fehlenden bundesgesetzlichen Grundlage nicht möglich.

Laut RTS liegt der Ball gegenwärtig bei der Landesregierung, konkret bei Verkehrsminister Albert Rösti, der aufgefordert sei, Gesetze zu erlassen, die den effektiven Einsatz solcher Anti-Lärm-Radare ermöglichen.

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