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Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Das neue Coronavirus bringt nicht nur Menschen, sondern auch Schweizer Medien in Todesgefahr.

Beste Grüsse aus Bern und bleiben Sie gesund!

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Journalisten und Journalistinnen arbeiten während der Pandemie unermüdlich, auch wenn sie während der Corona-Krise dem Gesundheitsminister Alain Berset nicht so nahe kommen dürfen wie bei dieser Archivaufnahme. Keystone / Peter Klaunzer

Auch die Schweizer Medien leiden unter der Coronavirus-Krise. Die Werbeeinnahmen gehen massiv zurück, und die Sport-, Gemeinde- und Lokalnachrichten sind zum Erliegen gekommen. Privatradios und Medienkonzerne greifen auf Kurzarbeit zurück und überarbeiten ihre Konzepte. 

Von Marie Vuilleumier und Balz Rigendinger

Das bedeutet, dass die Arbeitszeit vieler Journalistinnen und Journalisten verkürzt wird und die Anzahl der Seiten in den Zeitungen sowie die Anzahl der Radio- und Fernsehsendungen reduziert werden.

In der Westschweiz beispielsweise hat die Freiburger Tageszeitung La Liberté ihre vier Bünde auf zwei reduziert. Die Privatradios im Jura haben die Zahl der Sendungen wie in den Sommerferien heruntergefahren, die Nachrichtenmagazine aber beibehalten.

Wie finanziert man Informationsmedien im Zeitalter von Facebook, Google & Co.? Expertinnen und Experten diskutieren am Schweizer Radio SRF:

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Die Tamedia-Gruppe, die neu TX Group heisst und landesweit mit ihren vielen Titel eine Vormachtstellung besitzt, hat ebenfalls Kurzarbeit eingeführt. 

Journalisten und Journalistinnen protestieren dagegen, weil für sie die Bedingungen für Kurzarbeit nicht erfüllt sind. Denn die Arbeitslast habe sich nicht verringert, sagen sie. Der Verleger hält an seiner Position fest: Was nicht finanziert werden kann, wird nicht publiziert.

Debatte über Kostenfreiheit von Informationen

Viele Journalisten, Journalistinnen sowie auch Politikerinnen und Politiker fordern die Verleger auf, Nachrichten und Informationen über den Corona-Virus der Bevölkerung kostenlos zur Verfügung zu stellen. 

Ihrer Meinung nach handelt es sich um eine Frage der öffentlichen Gesundheit: Um die Pandemie wirksam zu bekämpfen, sollte jeder Einwohner und jede Einwohnerin Zugang zu zuverlässigen, unabhängigen und qualitativ hochwertigen Informationen haben.

Einige Verleger haben auf diese Forderung sehr negativ reagiert, insbesondere die Zürcher Zeitungen NZZ und Tages-Anzeiger. Diese stellen sich auf den Standpunkt, dass ihre Existenz auf dem Spiel steht und dass es nicht möglich ist, in Zeiten drastisch sinkender Werbeeinnahmen kostenlose Artikel anzubieten. 

Andere Medien wie die Wochenzeitung WOZ, die Tageszeitung Le Temps aus der Genferseeregion, die Nachrichtenwebsite Heidi.news und die französischsprachigen Zeitungen der ESH-Gruppe haben sich hingegen für den uneingeschränkten Online-Zugang zu ihren Artikeln über das Coronavirus entschieden.

Schweizer Medien werden zwar stark kritisiert, aber sie wurden noch nie so oft konsumiert wie in der Zeit der Pandemie: Der Traffic auf den Webseiten und die Abo-Anfragen nehmen zu.

Viele Titel werden sich jedoch möglicherweise nicht von der Krise erholen. «Wir arbeiten 18 von 24 Stunden am Tag, wir erfinden Formate, unsere Webseiten werden stark besucht, aber die Werbung ist verschwunden. Ich kann die Löhne meiner zehn Mitarbeiter noch für März und April garantieren», sagt Cédric Jotterand, Leiter des Journal de Morges, gegenüber Le Temps.

Gewerkschaften und Arbeitgeber fordern die Bundes- und Kantonsbehörden nachdrücklich auf, die Medien im ganzen Land finanziell zu unterstützen.

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Kurzarbeit zur Rettung des Journalismus?

Während der Coronavirus-Krise muss die Kurzarbeit genutzt werden, um die Arbeit der Journalisten und Journalistinnen aufrechtzuerhalten und nicht, um sie zu zwingen, ihre Arbeit niederzulegen. Die Gewerkschaft Impressum fordert den Bundesrat am Freitag auf, eine neue Verordnung in diesem Sinne zu erlassen.

«Die Öffentlichkeit und die Behörden sind mehr denn je auf die journalistische Arbeit angewiesen. Wir fordern daher, dass das Geld nicht in Kurzarbeit, sondern in die Finanzierung von journalistischen Informationen fliesst. Das kostet keinen Franken mehr», wird Impressum-Chef Urs Thalmann in einer Pressemitteilung zitiert.

Die Gewerkschaft ist der Ansicht, dass das neue Epidemiengesetz der Regierung den nötigen Spielraum dazu gibt, insbesondere Artikel 7 über ausserordentliche Lagen. Impressum fordert auch, dass Zeitungsunternehmen verpflichtet werden sollten, Gründe für die Beantragung von Kurzarbeit zu nennen. Laut der Gewerkschaft sollen Entlassungen bei Medien, die von dieser Finanzierung profitieren, ausgeschlossen werden.


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