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Schweizer Filmer im Oscar-Fieber

Marc Forsters "Finding Neverland" ist gleich siebenmal nominiert. Keystone

Noch nie konnten sich so viele Schweizer Filmschaffende Hoffnung auf einen der begehrten Oscars in Hollywood machen.

Dieser Inhalt wurde am 11. Februar 2005 - 16:35 publiziert

Neben Filmen des Regisseurs Marc Forster und des Produzenten Arthur Cohn sind auch "Der Untergang" mit Bruno Ganz als Hitler sowie ein Kurzfilm mit Kameramann Markus Hürsch nominiert.

Am 27. Februar werden im Kodak Theatre in Hollywood zum 77. Mal die "Annual Academy Awards", die Oscars, verliehen. Dabei könnten auch Schweizer hocherfreut mit der Statuette in der Hand auf der Bühne um Worte ringen. Denn nicht weniger als vier nominierte Filme haben einen Schweizer Bezug.

Marc Forsters Film "Finding Neverland" mit Johnny Depp in der Hauptrolle ist mit sieben Nominationen auf Platz zwei aller nominierten Filme, zusammen mit Clint Eastwoods Drama "Million Dollar Baby". Nur gerade Martin Scorseses "The Aviator" kann auf mehr Oscars hoffen (elf).

Der Bündner Forster war bereits im Januar bei den Golden Globes in fünf Kategorien vorgeschlagen, darunter "bester Regisseur". Diese gelten als inoffizielles Barometer für die Oscar-Verleihungen.

Gereicht hat es Forster am 16. Januar jedoch für keine Auszeichnung. "The Aviator" und "Million Dollar Baby" waren die grossen Abräumer. Nun hofft er auf die Oscars.

Oscar-Chancen intakt

"Mit so vielen Nominationen hat er doch sehr grosse Chancen, einige Treffer zu landen", sagte Micha Schiwow, Direktor des Vereins "Swiss Films", der Promotionsorganisation für den Schweizer Film im In- und Ausland.

Von Forsters sieben Nominationen sind deren zwei in den wichtigsten Oscar-Kategorien: Bester Film und bester Hauptdarsteller (Johnny Depp).

Hoffnungen auf zwei goldene Statuetten können sich der Produzent und sechsfache Oscar-Preisträger Arthur Cohn und Co-Produzentin Ruth Waldburger machen. Mit dem französischen Film "Les Choristes" sind sie nominiert als "bester Filmsong" und "bester fremdsprachiger Film".

Um den gleichen Titel kämpft die deutsche Produktion "Der Untergang" mit dem Schauspieler Bruno Ganz. "Ich denke, dass beide Produktionen eine sehr grosse Chance haben in diesem Rennen", so Schiwow gegenüber swissinfo. Und: "In zwei von fünf nominierten Filmen ist eine Schweizer Beteiligung dabei."

Indischer Kurzfilm mit Schweizer Kameramann

In der Kategorie "bester Kurzfilm" schliesslich hofft der Schweizer Kameramann Markus Hürsch auf Oscar-Weihen. Er hat mit Regisseur Ashvin Kumar den indischen Kurzfilm "Little Terrorist" realisiert, der bereits mehrere europäische Filmpreise gewonnen hat.

"Das zeigt, dass wir Leute in der Schweiz oder im Ausland haben, die qualitative Filme mitproduzieren oder mitgestalten", freut sich Schiwow.

Doch zum lachenden Auge gesellt sich auch ein weinendes. "Ich bedaure ein wenig, dass eigentlich schweizerische Produktionen dieses Jahr nicht im Oscar-Rennen sind."

Doch weil all diese Filmschaffenden mit der Schweiz identifiziert würden, könnte das trotzdem die Aufmerksamkeit auf das Land lenken. "Ich hoffe, dass die Leute sich international und gerade in den USA mehr mit der Schweiz auseinandersetzen", so Schiwow.

Dies wiederum könnte neben den Nominierungen einen zusätzlichen Impuls für die Schweizer Filmbranche bedeuten, die in den letzten Jahren einen kleinen Aufschwung erlebte.

Mindestens eine Person mit Schweizer Bezug wird am 27. Februar ganz sicher auf der Bühne stehen: Renee Zellweger, Hollywoodstar und Oscar-Preisträgerin mit Schweizer Wurzeln, gehört zu den Moderatorinnen der diesjährigen Show.

swissinfo, Christian Raaflaub

Fakten

Die Nominierungen:
Beste Hauptrolle: Johnny Depp in "Finding Neverland"
Bester Film, beste Ausstattung, beste Kostüme, bester Schnitt, beste Drehbuch-Adaption, beste Filmmusik: "Finding Neverland"
Bester Filmsong: "Look To Your Path" (Vois Sur Ton Chemin) in "Les Choristes"
Bester fremdsprachiger Film: "Les Choristes" (The Chorus, Die Kinder des Monsieur Mathieu) und "Der Untergang" (Downfall)
Bester Kurzfilm: "Little Terrorist"

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In Kürze

Vier Filme mit Schweizer Beteiligung sind insgesamt elf Mal für die Oscar-Verleihungen vom 27. Februar nominiert; ein neuer Rekord.

Der Film "Finding Neverland" von Marc Forster ist dabei gleich in sieben Kategorien im Rennen, darunter den beiden wichtigsten "bester Film" und "bester Hauptdarsteller" (Johnny Depp).

Nach dem Titel "bester fremdsprachiger Film" streben der französische Film "Les Choristes", produziert von Arthur Cohn und Ruth Waldburger, und die deutsche Produktion "Der Untergang" mit dem Schauspieler Bruno Ganz. "Les Choristes" ist ausserdem für den besten Filmsong nominiert.

Nominiert als "bester Kurzfilm" ist "Little Terrorist", gefilmt vom Schweizer Kameramann Markus Hürsch.

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