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Schweizer Fussballer verlieren in Deutschland

(Keystone)

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft hat das Testspiel am Mittwoch Abend in Düsseldorf gegen Deutschland 1:3 verloren.

Ein gutes Jahr vor den Europa-Meisterschaften, die in der Schweiz und Österreich stattfinden, hat die Mannschaft von Köbi Kuhn die dritte Niederlage in Folge erlitten.

Im ersten Länderspiel des Jahres 2007 vermochten sich die Schweizer nicht gegen die Deutschen durchzusetzen, um den ersten Sieg seit 50 Jahren zu erringen.

Eine gleich lange Negativserie erlebte eine Auswahl des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) zuletzt mit den Niederlagen gegen Holland und Schottland an der EM 1996 in England sowie dem 0:1 zum Auftakt in der WM-Qualifikation in Aserbaidschan.

Enttäuschend war in der ausverkauften und gut geheizten Fussballhalle in Düsseldorf jedoch weniger das Resultat, sondern der schwache Auftritt der gesamten Mannschaft. Erst die nach knapp einer Stunde eingewechselten Dzemaili, Vonlanthen und Torschütze Streller belebten das Spiel der Schweizer ein wenig, ohne die Deutschen jedoch ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Fataler Zug

Kuhn wählte für den prestigeträchtigen Vergleich mit Deutschland in der prunkvollen Arena die vorsichtige Variante mit fünf Mittelfeldspielern und Alex Frei als einziger Spitze.

Der Zug erwies sich im Rasenschach vor 51'333 Beobachtern als fatal; die Schweiz blieb gegen ein durchaus nicht übermächtiges Deutschland ohne Chance. Noch vor Ablauf der Stunde reagierte Kuhn und korrigierte die Formation mit vier Wechseln.

Allerdings leistete sich der Schweizer Staff die Peinlichkeit, zwar vier Akteure vom Feld zu nehmen, aber nur drei neue auf den Rasen zu schicken. Erst zwei Minuten später komplettierte Blerim Dzemaili die Schweizer Equipe.

Das Missverständnis war quasi Sinnbild für den schwachen Auftritt der Schweizer, zu dem auch das dreifache Weiterreichen der Captainbinde im Wechselchaos passte. Von Vogel kam sie über Frei und Magnin schliesslich zu Senderos.

Wenig vom Elan zu sehen

Vom im Vorfeld häufig angesprochenen Engagement und Elan war im Spiel der Schweizer kaum etwas zu sehen; viel mehr erinnerte der biedere Auftritt an das in Deutschland durchaus verbreitete Image der Schweiz und ihrem Fussball sowie an die schwache Leistung gegen Österreich im vergangenen Oktober.

Zu statisch agierten sie in der Vorwärtsbewegung, zu anfällig waren sie gegen die deutlich aggressiver auftretenden Deutschen.

Stéphane Grichting begann seinen schwachen Tag mit einem Foul am deutlich schnelleren Mario Gomez. Der folgende Freistoss führte denn auch gleich zum frühen Rückstand: Zwar wehrte Diego Benaglio den ersten Kopfball von Michael Ballack noch mirakulös und mit Hilfe der Latte ab.

Doch gegen den Abschluss des heranstürmenden Kevin Kuranyi war auch der Keeper machtlos -- noch nicht einmal sieben Minuten waren gespielt.

Frühe Rücklage

Die frühe Rücklage trug wenig zur Sicherheit in der SFV-Auswahl bei. Kaum ein Zuspiel fand in der ersten Halbzeit den Adressaten; die Passqualität jedes Schweizers war höchst ungenügend.

In der Offensive fehlten die Ideen und die Bewegung. Alex Frei als einzige Spitze verhungerte oder rieb sich an den grossen Innenverteidigern Mertesacker und Metzelder auf.

Und als der Dortmunder Angreifer kurz vor der Pause doch noch eine Chance hatte, vergab er sie, weil er sich nicht zwischen Schuss oder Flanke entschied.

Während die Schweizer im Angriff kaum einen Weg durch den dichten Riegel der Gastgeber fanden, kamen die Deutschen ohne grossen Aufwand zu betreiben zu ihren Möglichkeiten und Toren.

Die Schweizer steigerten sich zwar nach dem Seitenwechsel, kassierten aber nach einem Freistoss den dritten Gegentreffer. Torstens Frings Schuss flog an Freund (Per Mertesacker) und Feind (Marco Streller) vorbei und drehte sich ins Tor.

Diego Benaglio als Bester

Diego Benaglio sah dabei wohl unglücklich aus, doch dem Keeper etwas an der Niederlage anzulasten, wäre in höchstem Mass unfair.

Der Zürcher mit italienisch-bünderischen Wurzeln, der erstmals eine internationale Partie durchspielte, war fraglos der beste seines Teams und unterstrich seine Ambition, in anderthalb Jahren die Nummer 1 der Schweiz an der Heim-WM zu sein.

Zu einem persönlichen Erfolgserlebnis kam mit seinem sechsten Tor im 19. Länderspiel Streller. Die Entstehung des einzigen Schweizer Treffers war jedoch glückhaft und nicht die Folge einer Kombination oder einer noch so kurzen Druckphase.

Der lange Basler reagierte nach einer Rückgabe schneller als Mertesacker und düpierte Jens Lehmann mit einer schönen Finte. Zumindest das klubinterne Duell mit Gomez gestaltete Streller unentschieden. Es war die einzige positive Notiz aus Schweizer Sicht.

swissinfo und Agenturen

Die wichtigsten Matches Deutschland - Schweiz:

5. April 1908 in Basel: Die Schweiz siegt 5:3. Es handelt sich um das erste Spiel für Deutschland nach der Gründung des Deutschen Fussball-Verbandes.

27. Juni 1920 in Zürich: Die Schweiz siegt 4:1. Es handelt sich um das erste Spiel der Deutschen nach dem Ersten Weltkrieg.

19. Dezember 1990 in Stuttgart: Deutschland siegt 4:0. Es ist der erste Fussball-Match des wiedervereinigten Deutschland.

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"Enge" Beziehungen

Deutschland ist das Land, gegen das die Schweiz am meisten gespielt hat. Die Spiel-Bilanz fällt deutlich zu Gunsten der Deutschen aus.

Die Schweiz vermochte nur 8 Mal zu gewinnen, 6 Mal gab es ein Unentschieden.

Sie verlor also 35 Mal.

Beim letzten Treffen, am 2. Juni 2004, verlor die Schweiz mit 0:2.

Der letzte Sieg der Schweiz geht auf das Jahr 1956 zurück. Die Schweiz gewann damals in Frankfurt 3:1.

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