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Schweizer guten Mutes in Lissabon angekommen

Die Nati auf dem Weg nach Lissabon.

(Keystone)

Die Fussball-Nationalmannschaft ist am Montag in Lissabon angekommen. Der Anpfiff zur Euro 2004 ist am Samstag. Der erste Schweizer Match findet am Sonntag statt.

Das letzte Testspiel beendeten die Schweizer am Wochenende mit einem wenig überzeugenden Sieg gegen Liechtenstein.

In den letzten Tagen vor der Abreise in die portugiesische Hauptstadt konnte die National-Elf unter Coach Köbi Kuhn auch neben dem Rasen nicht ausspannen. Bei mehreren Anlässen lösten Anzüge und Krawatten die kurzen Hosen und das Trikot ab.

Auf dem Programm standen die 7. Nacht des Schweizer Fussballs im Berner Kursaal, der Empfang bei Sportminister Samuel Schmid im Bundeshaus und eine grosse Abschieds-Feier der Hauptsponsoren.

Der Empfang durch den Bundesrat war der erste derartige Anlass für eine Fussball-Equipe. "Sie sind tolle Repräsentanten unseres Landes", sagte Schmid. "Ich bin mit Herzblut Fan der National-Mannschaft."

Schlechte Test-Spiele

Trotz der aufmunternden Worte dürfte das Programm den Fussballern wohl ein bisschen zu viel abverlangt haben: In ihrem letzten Spiel vor der Europameisterschaft zeigten sie gegen Liechtenstein eine ganz schwache Leistung. Erst dank des Tores von Daniel Gygax in der Nachspielzeit wurde der Fussball-Zwerg mit 1:0 geschlagen und die Schweizer vor einer Blamage bewahrt.

Dies nur wenige Tage nach einem 0:2 verlorenen Spiel gegen Deutschland und eine Woche vor dem bereits schicksalhaften ersten EM-Spiel gegen Kroatien. Gründe genug für Coach Kuhn, sich ein paar zusätzliche graue Haare wachsen zu lassen.

Die Nominierung

Dieser gab sich aber keineswegs beunruhigt. "Die letzten Tage waren hart und die Spieler vielleicht etwas müde. Aber die Grundarbeit ist abgeschlossen und ich bin überzeugt, dass die Mannschaft in Portugal ein anderes Gesicht zeigen wird." Die 23 ausgewählten Spieler werden sich von nun an akklimatisieren und die letzten Details ausfeilen.

"Es ist nötig, dass sie sich zurückziehen", sagt Assistenz-Trainer Michel Pont. "Es gab im Team viele Spannungen wegen der Verletzungen und der späten Nominierung der EM-Auswahl."

Die Verletzungen von Marco Streller (Bruch des Schien- und Wadenbeins), Léonard Thurre (Muskelfaserriss) und Johann Lonfat (Rückenbeschwerden) haben Unruhe in die Gruppe gebracht. Ebenso, dass Remo Meyer und Stephan Grichting nicht nach Portugal fahren durften.

Um das Team zu vervollständigen, hat Coach Kuhn stattdessen zwei junge Spieler aufgeboten: Die beiden Doppelbürger Johan Vonlanthen (Schweiz / Kolumbien) und Tranquillo Barnetta (Italien / Schweiz) zögerten nicht, seinem Ruf zu folgen.

Ihr Kollege Davide Chumiento (Italien / Schweiz) dagegen entschied sich, Kuhns Angebot auszuschlagen. Der junge Mittelfeld-Spieler von Juventus Turin wollte sich nicht die Möglichkeit vergeben, jemals für Italien zu spielen. Ein Auftritt im roten Trikot mit dem weissen Kreuz hätte ihm verunmöglicht, in Zukunft in der "Squadra Azzura" zu spielen.

Gute Aufnahme der Neuen

Das späte Dazustossen der beiden jungen Talente beunruhigt den Verteidiger Patrick Müller nicht. "Ihre fussballerische Qualität ist ausgezeichnet, und ihr guter Geist wird ihre Integration vereinfachen."

Die einmonatige Vorbereitungszeit zeigte allerdings einige Spannungen zwischen den 23 Spielern. "Wir sind es nicht gewohnt, so lange Zeit zusammenzuleben", sagt Johann Vogel. "Ich erinnere mich sehr gut an die Europameisterschaft 1996 in England. Da waren wir alle sehr froh, als wir wieder nach Hause zurückkehren konnten." Allerdings habe sich die Situation in der Zwischenzeit verbessert, erklärt der Schweizer Mittelfeldspieler.

Mittlerweile spielen auch alle Nati-Fussballer in grossen Klubs in der Schweiz und im Ausland. Damit dürften sie sich daran gewöhnen, solche Situationen auszuhalten.

swissinfo, Doris Lucini und Mathis Froidevaux
(Aus dem Französischen von Philippe Kropf)

Fakten

Seit der EM-Qualifikation hat die Schweizer Nati fünf Testspiele bestritten.

Drei davon hat sie verloren, gegen Marokko (2:1), Griechenland, (1:0) und Deutschland (2:0).

Zwei haben die Schweizer gewonnen: gegen Slowenien (2:1) und Liechtenstein (1:0).

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In Kürze

Nominierung für die EM in Portugal.

Torhüter:

Fabrice Borer (Grasshoppers), Jörg Stiel (Borussia Mönchengladbach), Pascal Zuberbühler (Basel)

Verteidiger:

Bruno Berner (SC Freiburg), Bernt Haas (West Bromwich Albion), Stéphane Henchoz (FC Liverpool), Ludovic Magnin (Werder Bremen), Patrick Müller, (Olympique Lyon), Christoph Spycher (Grasshoppers), Murat Yakin (Basel), Marco Zwyssig (Basel).

Mittelfeld und Angriff:

Ricardo Cabanas (Grasshoppers), Raphael Wicky (Hamburger SV), Alexander Frei (Rennes), Hakan Yakin (VfB Stuttgart), Stéphane Chapuisat (Young Boys), Daniel Gygax (Zürich), Fabio Celestini (Olympique Marseille), Benjamin Huggel (Basel), Milaim Rama (Thun), Johan Vonlanthen (PSV Eindhoven), Johann Vogel (PSV Eindhoven), Tranquillo Barnetta (FC ST. Gallen)

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