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Schweizer Helfer in Pakistan eingetroffen

Hunderttausende in Pakistan und Indien warten auf Hilfe – und der Winter kommt bald. Keystone

Ein Schweizer Hilfsteam ist am Montagmorgen in Pakistan eingetroffen, um die Schäden zu beurteilen und Hilfslieferungen für Erdbebenopfer zu koordinieren.

Dieser Inhalt wurde am 10. Oktober 2005 - 15:36 publiziert

Zum siebenköpfigen Soforteinsatz-Team der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) gehören Wasser- und Bauspezialisten sowie ein Arzt.

"Wir haben heute Morgen in Pakistan bereits eine erste Einschätzung mit unseren Partner-Organisationen vorgenommen und diskutiert, welche Hilfe Sinn machen würde", sagte DEZA-Sprecher Andreas Stauffer gegenüber swissinfo. "Am dringendsten benötigt werden winterfeste Zelte."

In finanzieller Hinsicht hat die Schweiz für die Soforthilfe bereits eine Million Franken für die Erdbebenopfer vom letzten Samstag reserviert, Schweizer Hilfswerke weitere 750'000 Franken (HEKS, Caritas, Glückskette, Rotes Kreuz, World Vision Schweiz).

Laut Stauffer ist es denkbar, dass ein erster Hilfsflug am Dienstag abfliegt. Den betroffenen Menschen mangle es derzeit an allem, und der Winter stehe vor der Tür.

Anzahl Todesopfer unklar

Noch immer ist nicht sicher, wie viele Menschenleben das Beben mit einer Stärke von 7,6 auf der Richterskala in der Himalaja-Region von Pakistan, Indien und Afghanistan gefordert hat.

Die Anzahl Todesopfer in Pakistan wird zwischen 20'000 und 30'000 Personen geschätzt, könnte jedoch noch steigen.

Laut Stauffer ist es zu früh, eine genaue Zahl nennen zu können. "Es ist sehr schwer zu sagen", betonte er. "Wir haben einen Zeitungsartikel gesehen, in dem sogar von 40'000 Todesopfern die Rede war."

Schweizer Unterstützung

Die Schweizer Gruppe, die am Montag um 6 Uhr früh Lokalzeit in der Hauptstadt Islamabad landete, machte sich später auf den Weg Richtung Muzaffarabad, Hauptstadt des pakistanischen Teils der getrennten Region Kaschmir.

Die Region um Muzaffarabad trug die Hauptlast des Erdbebens und benötigt dringend Lebensmittel, Wasser und Medikamente.

"Es ist eine bergige Region und wir werden sehen, was die grössten Herausforderungen sind, wenn wir dort ankommen", sagte Stauffer vor der Abfahrt in Islamabad.

Mit der Unterstützung des Teams sei er sehr zufrieden, ergänzte er. "Wir haben die volle Unterstützung der Behörden, der Schweizer Botschaft, unserer lokalen Partner und des DEZA-Büros. Ich denke, wir machen Fortschritte."

Das Team soll nun laut Stauffer unter anderem abklären, welche Hilfsgüter vor Ort beschafft werden können und was aus der Schweiz eingeflogen werden muss.

Verzweiflung

In Muzaffarabad kam es am Montag zu Zusammenstössen zwischen Ladenbesitzern und Plünderern. Hungrige Familien drängten sich unter Zelten zusammen und warteten auf Hilfslieferungen, nachdem das schlimmste Erdbeben, das Pakistan je erlebt hat, ganze Dörfer dem Erdboden gleichgemacht, Strassen verschüttet und die Elektrizitätsversorgung zum Erliegen gebracht hatte.

Laut den Vereinten Nationen (UNO) sind über 2,5 Millionen Menschen obdachlos geworden, Ärzte warnten vor dem Ausbruch von Seuchen, wenn nicht bald Hilfe komme.

Stauffer ist jedoch der Meinung, die Seuchengefahr sei eher klein. "Wir haben in dieser Region eine Lagebeurteilung gemacht und keine Schwierigkeiten gefunden – so lange man in Flaschen abgefülltes Wasser benutzt, gibt es keine Probleme", betonte er.

Pakistans Präsident Pervez Musharaf bat die ausländischen Helfer um Zelte, Decken und Transporthelikopter. In den Himalaja-Ausläufern könnten Transportflugzeuge nicht landen, sagte er.

Der US-Botschafter in Pakistan hat bis zu 50 Mio. US-Dollar für die Hilfsleistungen und den Wiederaufbau versprochen.

swissinfo, Thomas Stephens
(Übertragen aus dem Englischen: Christian Raaflaub)

Fakten

Ein Erdbeben der Stärke 7,6 auf der Richterskala hat am Samstag viele Dörfer und Städte in Pakistan zerstört.
Die meisten der vermutlich zwischen 20'000 und 30'000 Toten sind im bergigen Norden Pakistans zu beklagen.
Das Erdbeben forderte nicht nur in Pakistan Menschenleben. Indien meldete über 800, Afghanistan bis jetzt 4 Tote.

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In Kürze

Ein Schweizer Expertenteam ist in Islamabad, der Hauptstadt Pakistans, angekommen, um über zusätzliche Hilfsleistungen der Schweiz zu diskutieren.

Die Glückskette hat ein Konto für die Hilfe an die Erdbebenopfer eingerichtet: PC 10-15000-6, Stichwort "Erdbeben Kaschmir".

Weitergeführt wird auch die Sammlung für die Hilfe für die Opfer des Wirbelsturms "Stan": PC 10-15000-6, Stichwort "Wirbelsturm Mittelamerika".

Die Glückskette ist selber kein Hilfswerk, sondern das humanitäre Sammel-System der Schweizer Medien, angeführt durch die SRG SSR idée suisse.

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