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Schweizer Hilfe für das Weltnatur-Erbe Ohridsee

Ohridsee zwischen Mazedonien und Albanien: Dunkle Wolken über der Idylle.

(InfoSüd)

Der Ohridsee ist weit über seine Grenzen von besonderem Interesse. Beim Schutz dieses Weltnaturerbes bleibt die Schweiz auch nach dem UNO-Jahr des Wassers engagiert.

Schon 1980 hatte die Unesco den Ohridsee zum Weltkultur- und Weltnaturerbe ernannt.

Der zwischen Mazedonien und Albanien gelegene Ohridsee wird auch als "Museumssee" bezeichnet: Während mehrerer Millionen Jahre war er nie vergletschert und beherbergt deshalb zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die sonst nirgends vorkommen.

Der See und sein komplexes Ökosystem sind allerdings zunehmend gefährdet: Überfischung und Verschmutzung durch Landwirtschaft, Industrie und Tourismus stellen die beiden Anrainerstaaten vor grosse Probleme.

Die Weltbank hatte deshalb schon 1996 eine Konferenz einberufen - mit Unterstützung der Schweiz, die seit 1992 Mazedonien und Albanien mit Zusammenarbeits-Projekten sowie der Teilnahme an internationalen Programmen unterstützt.

Federführend sind das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) und die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), die mit ihren Projekten Wirtschaft, Zivilgesellschaft und auch den sozialen Zusammenhalt stärken wollen.

Wasserqualität überwachen

Zur Verbesserung der Wasserqualität im Ohridsee beteiligte sich das seco an der Modernisierung der bisher einzigen Kläranlage am mazedonischen Seeufer. Auf der albanischen Seite half es bei der Erneuerung der Trinkwasserversorgung.

Zudem wurde das Hydrobiologische Institut in Ohrid mit dringend notwendigen Analyse-Geräten ausgerüstet, so dass die Seewasserqualität nun besser überwacht werden kann. Mitbeteiligt ist auch die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) in Kastanienbaum (LU).

Nun wollen die beiden hydrologischen Institute gemeinsam Massnahmen gegen die Überdüngung des Sees ausarbeiten, der rund die siebenfache Fläche des Thunersees umfasst. Das seco unterstützt eine entsprechende Studie des Baslers Andreas Matzinger, die Massnahmen gegen die Überdüngung im Ohridsee aufzeigen soll.

Die Zusammenarbeit der beiden Institute sei sehr sinnvoll, erklärt Matzinger. Dank der Studie könnten das Ohrider Institut und seine 30 Mitarbeitende mit neuen Geräten arbeiten. Umgekehrt habe eine mazedonische Doktorandin einige Monate an der Eawag gearbeitet, was den gegenseitigen Austausch fördere.

Zusammenarbeit weiterführen

Die Schweiz wolle sich in der Ohridsee-Region weiter engagieren, bekräftigten Botschafter Jörg Alois Reding und seco Programmbeauftragter Martin Saladin vor kurzem an einer internationalen Konferenz im mazedonischen Ohrid.

Die Zusammenarbeit verlaufe auf allen Ebenen gut und soll weitergeführt werden, befanden auch die Vertreter der Ohrdisee-Anrainerstaaten und Griechenlands, das an den nahegelegenen Prespasee grenzt.

Bei der Abwasserreinigung um dieses Gewässer sieht Saladin eine weitere konkrete Gelegenheit zur Fortsetzung der gemeinsamen Anstrengungen: Durch einen unterirdischen Abfluss des Prespasees soll die Wasserqualität des Ohridsee direkt beeinflusst werden.

Die Schweiz gebe nicht nur ihr Know-how im Bereich Wasser weiter, führte Saladin aus. Die Programme des seco und der DEZA zielten auf die Stabilisierung, Sicherheit und Demokratisierung der Region. "Es geht auch um Migrationspolitik: Wir tun hier etwas, damit die Menschen weniger Gründe haben, um weg zu gehen."

swissinfo und Marius Schären, InfoSüd


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