Schweizer Hilfswerke erwarten weiteres Rekordjahr

Kuchen für Spendengeld - eine Aktion unter vielen. Keystone

Auch 2006 machen die Schweizerinnen und Schweizer ihrem Ruf alle Ehre: Die Spenden zugunsten karitativer Organisationen erreichen fast den Rekordbetrag von 2005.

Dieser Inhalt wurde am 28. Dezember 2006 - 18:34 publiziert

Laut der Glückskette reagiert die Bevölkerung bei Naturkatastrophen grosszügiger als bei bewaffneten Konflikten.

Das Forschungsinstitut Gfs-Zürich schätzt die jährlichen Spenden auf eine Milliarde. Im Rekordjahr 2005 spendeten die Schweizer 1,3 Mrd. Franken.

"Die Schweizer sind traditionell sehr grosszügig", sagt Marianne Tellenbach, Kommunikations-Verantwortliche beim Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz. "Trotzdem bin ich jedes Jahr überrascht, wieviel sie jeweils nicht nur für die Entwicklungs- oder humanitäre Hilfe, sondern auch beispielsweise für den Umweltschutz spenden."

Dem stimmt auch die Stiftung Terre des hommes zu. "Die Schweizer spenden viel. Der Markt an karitativen Spenden dürfte ungefähr eine Milliarde Franken umfassen", sagt der Sprecher der Organisation für Kinderhilfe, Pierre Zwahlen.

Der aktuelle Spendenstand bewegt sich im gleichen Rahmen wie jener des Vorjahres. Damals wurde nach der Tsunami-Katastrophe ein Spendenrekord erreicht. "2005 haben wir mehr als 23 Mio. Fr. Spenden erhalten. In diesem Jahr sind es zwischen 21 und 23 Mio.", führt Tellenbach aus.

Gute Wirtschaftslage

Auch bei Terre des hommes gingen dieses Jahr Spenden in ähnlicher Höhe wie 2005 ein. Zwahlen schätzt, dass in den vergangenen zwölf Monaten rund 22,5 Mio. Fr. durch Spenden, Vermächtnisse und Sammelaktionen zusammen gekommen seien.

In seiner Kalkulation hat Zwahlen die Spenden bereits eingeschlossen, welche die Stiftung in den nächsten Tagen im Rahmen ihrer Kampagne zum Jahresende erfahrungsgemäss einnimmt. Er betont jedoch, dass die präzise Berechnung der eingegangenen Spenden noch nicht abgeschlossen sei.

Die Hilfswerke erklären die Spendierfreudigkeit der Schweizer mit der guten Wirtschaftslage. Ausserdem betonen die beiden Organisationen das grosse Vertrauen, das ihnen die Spenderinnen und Spender entgegenbringen. "Ohne dieses Geld könnten viele Hilfswerke nicht effizient oder nur für kurze Zeit funktionieren", sagt Tellenbach.

Bei Naturkatastrophen grosszügiger

Weil das Rechnungsjahr des WWF von Juli bis Juni dauert, kann die Natur- und Tierschutzorganisation die Höhe der 2006 gespendeten Gelder nicht benennen. "Bis jetzt kann das Jahr 2006, genau wie das Vorjahr, aber als gutes Jahr bezeichnet werden", sagt Claudio Solazzo, Marketingverantwortlicher für die Westschweiz.

Die Organisation hat letztes Jahr in der Schweiz rund 28 bis 29 Mio. Fr. gesammelt. Das ist der Betrag eines normalen Jahres, wie Solazzo anfügt.

Auch die Glückskette bestätigt, dass die Schweizer weltweit zu den Grosszügigsten zählten. Ihr Sprecher, Roland Jeanneret, betont jedoch, dass die Schweizer ihr Portemonnaie vorwiegend bei Naturkatastrophen öffneten. "Dort können sie keinen Schuldigen ausmachen, im Gegensatz zu bewaffneten Konflikten, wo sie meist der Meinung sind, dass die Menschen einfach aufhören könnten, aufeinander einzuschlagen."

swissinfo und Delphine Neyaga (sda)

Fakten

In der Schweiz gibt es mehr als 430 zertifizierte Hilfswerke.

2005 waren die Spenden mit 1,3 Mrd. Fr. 30% höher als 2004.

Die Glückskette, das Hilfswerk der SRG SSR ideé suisse, arbeitet mit 32 Partner-Organisationen zusammen.

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