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Schweizer Konjunktur wächst 2001 etwas weniger stark

Gute Konjunkturprognosen für die Schweiz und die Exportindustrie. Keystone

Im laufenden Jahr wird das reale Bruttoinlandprodukt um 3,3 Prozent wachsen, sagt die Grossbank Credit Suisse (CS). Auch 2001 wird die Wirtschaft wachsen, allerdings gegenüber 2000 "nur" noch um rund 2,5 Prozent.

Dieser Inhalt wurde am 25. September 2000 - 18:16 publiziert

Weil das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) in diesem Jahr um 3,3 Prozent wächst, werde das laufende Jahr das beste Konjunkturjahr seit 1990 sein, sagte CS-Chefökonom Alois Bischofberger am Montag (25.09.) in Zürich.

Die Schweizer Wirtschaft wird nach den Erwartungen der Credit Suisse nächstes Jahr auf einen tieferen, aber nachhaltigeren Wachstumspfad einschwenken. Die Grossbank rechnet noch mit 2,5 Prozent Wachstum.

Potential-Wachstum

Hemmend wirkten unter anderem der erstarkte Franken, höhere Ölpreise sowie der trockene Arbeitsmarkt. Damit nähere sich die Zunahme dem Potenzial-Wachstum. Darunter wird die Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Produktion von Gütern und Dienstleistungen verstanden, die über eine längere Zeit ohne Teuerungsdruck erzielt werden kann. Demnach stiegen die Chancen für ein nachhaltiges, sich über mehrere Jahre erstreckendes Wirtschafts-Wachstum.

Drei hemmende Faktoren

2001 werden laut Bischofberger vor allem drei Faktoren das Wachstum der Schweizer Wirtschaft hemmen. Erstens dürften die gestiegenen Ölpreise nicht spurlos an der Konjunktur vorübergehen. Die Ölpreis-Hausse komme einem Kaufkraft-Entzug gleich, der auf rund zwei Prozent des verfügbaren Einkommens veranschlagt werden könne und dem übrigen privaten Konsum Grenzen setze.

Zweitens habe sich der Franken gegenüber dem Euro um knapp sechs Prozent aufgewertet, was sich in der Exportdynamik niederschlagen dürfte. Der Franken spiele in einem gewissen Ausmass wieder die aus der Vergangenheit bekannte Rolle eines sicheren Hafens.

Drittens werde die Knappheit an qualifizierten Arbeitskräften zu Lohndruck führen. Die Arbeitslosenquote wird sich, gemäss CS im Durchschnitt der Jahre 2000 und 2001 um zwei beziehungsweise 1,9 Prozent herum bewegen.

Weniger Exporte 2001

Für das kommende Jahr rechnen die CS-Ökonomen noch mit einem Anstieg des privaten Konsums um 2,2 Prozent, nach 2,3 Prozent in diesem Jahr.
Das Wachstum der Exporte dürfte sich von 9,6 Prozent auf 5,3 Prozent verlangsamen.

Die Exportindustrie zog laut Bischofberger zuletzt Nutzen aus der Dollarstärke. Bei den Bauinvestitionen rechnet die Grossbank wegen des Mangels an grossen Büroflächen und der zunehmenden Nachfrage nach Wohneigentum mit einer weiteren Erholung um Wachstumsraten von 3,8 beziehungsweise 4,0 Prozent. Bei den Ausrüstungsinvestitionen wird hingegen eine Verlangsamung von 7,7 auf 5,2 Prozent Wachstum erwartet.

Zinse werden steigen

In der Geldpolitik sieht die CS einen grösseren Spielraum der Schweizerischen Nationalbank im Vergleich zur Europäischen Zentralbank. Die CS-Ökonomen gehen davon aus, dass der Zinshöhepunkt in der Schweiz noch nicht erreicht ist.

Der grösste Teil des Zinsanstiegs sei aber vorüber. Im Verlaufe des zweiten Halbjahrs oder spätestens 2002 werden die Geldmarktsätze laut CS wieder sinken. Die Teuerungsrate werde nur vorübergehend, bis in das Frühjahr 2001 hinein, die Marke von zwei Prozent überschreiten. Im Jahresdurchschnitt 2000 werde die mittlere Teuerung 1,7 Prozent, im kommenden Jahr 1,8 Prozent ausmachen.

swissinfo und Agenturen

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