Schweizer nutzen Medien mehr

Keystone

In der Schweiz ist im vergangenen Jahr erneut mehr Geld für Medien ausgegeben worden. Pro Schweizer Haushalt wurden dafür durchschnittlich über 3000 Franken aufgewendet.

Mehr investiert wurde vor allem in Telekommunikation und Fernsehen. Das Internet ist weiterhin im Vormarsch.

Durchschnittlich 3137 Franken liess sich ein Schweizer Haushalt im vergangenen Jahr den Medienkonsum kosten. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr.

Insgesamt wurden in der Schweiz 10,4 Milliarden Franken für Medien - Inhalt, Zugang sowie Träger - aufgewendet, wie aus der am Mittwoch in Zürich vorgestellten Studie "medienbudget.ch" hervorgeht.

Die Studie wurde vom Verband Schweizer Presse zum dritten Mal seit 2004 in Auftrag gegeben.

Internet im Vormarsch

Im Vergleich zum Vorjahr weiter zugelegt haben die elektronischen Medien. Den privaten Internet- und Telekommunikations-Verkehr liessen sich Schweizer und Schweizerinnen 3,1 Mrd. Franken kosten.

1,2 Mrd. Franken entfielen auf Hard- und Software sowie 669 Mio. Franken auf Downloads. Für Breitband-Verbindungen gaben die Schweizer Haushalte 1,1 Mrd. Franken aus - 16% mehr als im Vorjahr.

Ende 2006 verfügten 66,8% aller Haushalte über einen Internet-Anschluss. Das sei eine sehr hohe Dichte, sagte Thérèse Ruedin, Verfasserin der Studie, vor den Medien.

Die Zahl der Personen, die täglich oder mindestens ein Mal pro Woche zu Hause das Internet nutzten, stieg gegenüber dem Vorjahr um rund 10% auf 3,5 Millionen an.

Zeitungen haben sich behauptet

Mit fast 3 Mrd. Franken war Radio und Fernsehen der zweitgrösste Ausgabenposten der Schweizer Haushalte. Das TV-Budget stieg gegenüber 2005 um 9% auf 2,5 Mrd. Franken oder 764 Franken pro Haushalt. Der Umsatz bei den Fernsehgeräten betrug erstmals über 1 Mrd. Franken.

Die Ausgaben für Printerzeugnisse sanken gegenüber 2005 um 2,1% auf 1,77 Mrd. Franken. Die Tagespresse konnte um 0,9%, die Sonntagspresse um 2,6% zulegen.

Leichte Einbussen erlitten dagegen die regionale Wochenpresse und die Spezialpresse. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2688 Zeitungstitel - 34 mehr als 2005 - auf dem Markt angeboten.

Die Presse habe sich auf einem "erstaunlich hohen Niveau" behaupten können, sagte Hanspeter Lebrument, Präsident des Verbandes Schweizer Presse. In der Sparte Inhalt spielten die Zeitungen mit einem Anteil von rund 30% nach wie vor eine wichtige Rolle.

Kino im Aufwind

In den Schweizer Buchhandlungen wurden 2006 für insgesamt 689 Mio. Franken Bücher verkauft. Die Ausgaben stagnierten damit auf dem Niveau des Vorjahres, die Tendenz auf dem Büchermarkt sei jedoch leicht rückläufig, sagte Ruedin.

Nach einem Einbruch im Vorjahr verzeichneten die Kinos 2006 einen markanten Anstieg um 10,5% auf 245 Mio. Franken. Rund 360 Mio. Franken gaben die Schweizerinnen und Schweizer für Filme auf DVD aus.

Um 14,4% auf 310 Mio. Franken gewachsen ist im vergangenen Jahr der Markt der Computer- und Videospiele. Die Computerkäufe dagegen gingen um 17% zurück.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Medienbudget 2006:
Computer und Telekommunikation: 30,4%
Fernsehen: 24,3%
Presse: 17,1%
Unterhaltungselektronik: 14,8%
Bücher: 6,6%
Radio: 4,4%
Kino: 2,4%

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Verband Schweizer Presse

Der Verband Schweizer Presse ist die Spitzenorganisation der Schweizer Presse.

Er vertritt zusammen mit den beiden sprachregionalen Organisationen, Presse Suisse und Stampa Svizzera, die Interessen der Medienunternehmen mit Schwerpunkt Presse.

Er vereinigt über 150 Medienunternehmen und branchennahe assoziierte Mitglieder, die zusammen rund 300 Zeitungen, Zeitschriften und Fachzeitschriften herausgeben.

Der Verband wurde 1899 gegründet. Sein Sitz ist in Zürich.

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