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Schweizer Spitäler suchen Personal jenseits der Grenzen

Ohne Pflegepersonal aus dem Ausland kommen Schweizer Spitäler nicht über die Runden.

(Keystone)

Spitäler der Deutschschweiz beackern den deutschen Raum, um Pflegepersonal anzuwerben. Das Universitätsspital Zürich schickt sogar Leute nach Berlin, um vor Ort Personal anzuwerben.

In der ganzen Schweiz müssen Spitäler Betten leer lassen, weil Personal für die Betreuung der Patientinnen und Patienten fehlt. Warum gibt es zuwenig Personal? Regelmässig erreichen uns Lohnforderungen des streikenden Pflegepersonals. Könnte mit mehr Lohn das Problem gelöst werden?

"Der Lohn allein ist nicht der Grund, dass es zuwenig Personal hat in den Institutionen", sagt die Präsidentin des Schweizer Berufsverbandes der Krankenschwestern und Krankenpfleger, Monika Müller-Angst. Auch die Stellung der Pflege und die Arbeitsbedingungen in den Institutionen müssten verbessert werden, überprüfen sollte man auch die Arbeitsinhalte.

Ohne ausländisches Persnal aufgeschmissen

Die Spitäler sind ständig auf der Suche nach qualifizierten Leuten. Ihre Fühler strecken sie dazu auch ins Ausland aus. Der Leiter Pflegedienst des Universitätsspitals Zürich, Joseph Arnold, sagt ganz klar: "Ohne das ausländische Personal müssten wir Teile des Spitals schliessen." Rund die Hälfte der Pflegenden des Unispital Zürich kommt aus dem Ausland.

"Anheuern" in Berlin

Naheliegend ist deshalb, dass zuerst Leute in Deutschland und Oesterreich gesucht werden. Aber auch Schweden, Finnen und Holländer werden rekrutiert, sowie asiatische Leute, die von Deutschland herkommen und die Sprache beherrschen.

Das Spital arbeitet mit Inseraten oder setzt Vermittlungsagenturen ein. Weil diese aber ihren Preis haben - 5'000 bis 8'000 Franken legt das Universitätsspital Zürich pro Person hin - werben Leute des Spitals in Berlin vor Ort für die Arbeitsplätze, die sie bieten. Warum gerade in Berlin? Es gebe dort arbeitsloses Pflegepersonal, weiss Arnold.

Holländer in Basel

Von den 1'300 Leuten, die das Universitätsspital Basel beschäftigt, sind 750 aus der Schweiz und 550 aus dem Ausland. So sind es denn Leute aus dem süddeutschen Raum und aus dem Elsass, die im Basler Unispital arbeiten. Per Inserat wird aber auch im Raum München und Hamburg geworben. Dazu wurden kürzlich Leute aus Österreich und Holland eingestellt.

Pflegerinnen aus Québec in Genf

Dasselbe wie in der deutschen Schweiz geschieht in Genf: auch das Universitätsspital Genf sucht Pflegepersonal im verwandten Sprachraum. Wie die Zeitung Tribune de Genève meldete, sind rund 50 Prozent der Leute im Bereich der Pflege Ausländer, davon kommen 35 Prozent aus dem benachbarten Frankreich. Auch konnten Krankenschwestern aus dem kanadischen Québec gewonnen werden.

Kathrin Boss Brawand

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