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Schweizer Städte im Aufwind

Inline skating in der Stadt - für einige ist dies Lebensqualität und Attraktion.

(swissinfo.ch)

"Stadtluft macht frei" - dieser 1'000-jährige Ausspruch gewinnt neue Aktualität. Lange hatten die Schweizer Kernstädte über Abwanderung der Einwohner geklagt, nun aber ist dieser Negativ-Trend gestoppt.

Für Bern beispielsweise war der Rückgang der Wohn-bevölkerung lange ein grosses Problem, es wurde gar zur Stadtpräsidenten-Sache erklärt. Befragungen über die Befindlichkeit der Bewohnerinnen und Bewohner sollten Knackpunkte aufzeigen. Zudem dominierten Debatten über neue Wohnungen für Familien, über Lärm und Wohn-strassen die Sitzungen des Stadtparlamentes während Stunden.

Nun aber zeigt die kürzlich veröffentlichte Statistik: Die Abwanderung ist gestoppt. "Die stadtbernische Bevölkerung hat erstmals seit 1991 wieder leicht zugenommen", freuen sich die Behörden.

Auch wieder mehr Schweizer in den Städten

Bern ist kein Einzelfall, gleich tönt es beispielsweise auch aus Biel. Ebenfalls optimistisch gibt sich das statistische Amt der Stadt Zürich. Zwar habe man noch keine definitiven Zahlen, so die Verantwortlichen. Doch von einem Rückgang könne nicht mehr gesprochen werden. Und besonders erwähnenswert: "Bei den Schweizerinnen und Schweizern ist die Bilanz deutlich positiv." Schluss also mit dem Image der Städte, dass sie nur für ärmere Ausländer attraktive Lebensbedingungen böten.

Die Bevölkerungszahlen 2000 von Lausanne und Basel sind leicht rückläufig, allerdings seien die Zahlen "im Bereich der normalen Schwankungen", so die Interpretationen.

Urs Geissmann, Direktor des Schweizerischen Städte-verbandes, sagt: "Die starke Abwanderung hat in den Städten eine Art Schock ausgelöst. Ich glaube, die Städte unternehmen Anstrengungen, wieder zu mehr Wohnlichkeit zu kommen."

Das Einfamilienhaus im Grünen als Lebensziel vieler Leute hat vielleicht also bald ausgedient. Oder zumindest hat das städtische Schaffen von Wohnraum für Familien, die Kampagnen zu Sauberkeit und Sicherheit, gewirkt. Und das sei erst der Anfang, so Geissmann: "Ich gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren noch eine vermehrte Zuwanderung in den Städten festzustellen sein wird."

Städte nicht mehr Stiefkind der Politik

Von der Bundes- und Kantonspolitik fühlten sich die Städte in den letzten Jahrzehnten vernachlässigt. Drogenszenen, Auto-Staus, schlechte Luft und hohe Kosten für Kultur-Institutionen, die nicht nur von Einheimischen genutzt werden - dies einige der Klagen, die Schlagzeilen machten.

Heute nun sind die Probleme erkannt. "Das die Zentren überdurchschnittlich grosse Lasten zu tragen haben, wird heute kaum mehr bestritten", sagt der Städtelobbyist Geissmann zufrieden.

Nächsten Dienstag nun soll eine so genannte "Agglomerations-Konferenz" gegründet werden. Bund, Kantone, Städte und Gemeinden wollen gemeinsame Probleme auch gemeinsam angehen. Und zwar eben nicht mehr nur lokal in jeder einzelnen Agglomeration, sondern gesamtschweizerisch.


Eva Herrmann


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