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Schweizer Unternehmergeist fördern

Nach dem Studium die Ideen in der eigenen Firma umsetzten braucht Mut.

(epfl)

Der Bund hat das landesweite Ausbildungsprogramm "venturelab" ins Leben gerufen. Damit sollen in den kommenden vier Jahren rund 400 neue Firmen entstehen.

"Venturelab" soll vor allem die Studierenden ermutigen, in zukunftsträchtigen Brachen ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Neue, innovative Unternehmen in zukunftsträchtigen Branchen sollen die Schweizer Wirtschaft auf den Wachstumspfad zurückführen.

Mit diesem Ziel tritt das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) an und bietet in der ganzen Schweiz ein umfassendes Ausbildungs- und Trainingsprogramm für künftige Unternehmerinnen und Unternehmer an.

Das Programm nennt sich "venturelab" und wird vom St. Galler "Institut für Jungunternehmen" (IFJ) umgesetzt. Das Institut wurde vom BBT unter verschiedenen Bewerbern ausgewählt.

Die vom Bund gesprochenen 16 Mio. Franken dienen dem Institut dazu, zusammen mit Partnern, die Kurse für Jungunternehmer und Studienabgänger zu organisieren.

Ausbildung zum Firmengründer

Wie Roman Balzan, Projektleiter beim IFJ, gegenüber swissinfo sagte, handle es sich beim Programm "um das ABC zur Firmengründung und Firmenführung".

Dieses reiche von den Grundlagen bis hin zu mehrtägigen Workshops und Seminaren. In denen lernen die künftigen Unternehmer und Unternehmerinnen, wie man eigene Ideen in einer eigenen Firma umsetze und wie man für das angebotene Produkt auch Kunden finde.

"Die Kurse sollen generell dazu führen, dass überhaupt der Mut gefasst wird, eine eigene Firma zu gründen", sagt Balzan. Hier sei in der Schweiz noch viel zu tun, den bislang würden Lehr- oder Studienabgänger in der Regel zu bestehenden, meist grossen Unternehmen gehen, statt es mit einer eigenen Firma zu versuchen.

Zu hohe Hürden

Roman Balzan weist auch auf weitere Hürden hin, welche sich jeder Firmengründung aber auch jeder kleinen und mittleren Unternehmung (KMU) in der Schweiz in den Weg stellen: eine grosse Bürokratie und wenig Risikokapital.

Anfang der 90er-Jahre belegte die Schweiz in Sachen Innovationsfreudigkeit eine Spitzenposition in Europa. Danach war aber ein rapider Rückgang zu verzeichnen gewesen, der erst ab 1997 aufgefangen werden konnte.
Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten Studie der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, (KOF) hervor.

Finanzierung als Hemmnis

Der Rückgang der Innovationstätigkeit in der Schweiz sei weniger auf die staatlichen Rahmenbedingungen. als auf die Wirtschaftslage zurückzuführen, diagnostizierte die KOF.

Denn die meisten regulierungsbedingten Innovationshemmnisse hätten in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren.

Zwar geben in der Schweiz mehr Unternehmen an, unter Planungs- und Bauvorschriften, Umweltgesetz und Steuern zu leiden, als in anderen europäischen Ländern, doch mit Abstand das wichtigste Innovationshemmnis ist die Finanzierung.

25 bis 40% der Firmen meldeten Probleme bei der Finanzierung und der Beschaffung von Risikokapital, so die KOF-Studie.

Armand Lombard von Genilem, einer Organisation in der Romandie, welche hilft, dass Jungunternehmen zu Kapital kommen, sagte gegenüber swissinfo, man solle all die Zahlen mit Vorsicht geniessen.

"Auch wenn die USA einen Rekord von Firmengründungen aufweisen, dann muss man wissen, dass die meisten nicht überleben", sagt Lombard. "In der Romandie wird zwar zaghafter gegründet, aber rund 90% der neuen Firmen bleiben auf dem Markt."

Tausende Seiten Mehrwertsteuer

Doch auch die bürokratischen Hürden dürfen nicht unterschätzt werden. Der schweizerische Gewerbeverband hat schon in diversen Aufrufen dem wie er sagt "bürokratischen Wildwuchs", den administrativen Belastungen für die KMU den Kampf angesagt.

Im vergangenen Oktober sagte Gewerbeverband-Direktor Pierre Triponez, dass die gesamten administrativen Belastungen der KMU durch die Mehrwertsteuer von zwei Dritteln der Befragten als mittel bis hoch bezeichnet worden seien.

Die benötigte Zeit zur Durchsicht der 2344 Seiten umfassenden Mehrwertsteuer-Vorschriften sei in 70% der Antworten als hoch bis sehr hoch angegeben worden.
Bemängelt wurde auch der Zeitaufwand für den Empfang der Inspektoren der Eidgenössischen Steuerverwaltung.

Firmengründungen nehmen schon heute zu

Auch wenn Bestrebungen im Gang sind, diese Mängel zu beheben, werden neue Unternehmerinnen und Unternehmer in der Schweiz damit leben müssen.

Das gehöre auch zu den Kursen und Seminaren, um künftige Firmengründer fit für das Unternehmertum zu machen, hiess es bei der Lancierung der Initiative des Bundesamtes für Berufsbildung.

Die Ziele der Initiative "venturelab" sind hoch gesteckt: Vorgesehen ist, jährlich rund 1500 Studierende an Hochschulen für das Thema Unternehmertum zu sensibilisieren rund 400 Jungunternehmerinnen und –Unternehmer in der Unternehmensführung zu schulen.

Roman Balzan vom IFJ ist optimistisch, denn die Zahl der Firmengründungen in der Schweiz habe im ersten Quartal 2004 ein nie gesehenes Hoch erreicht. "30% mehr als im Vorjahr, dass lässt hoffen", so Balzan.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Mit dem Programm "venturelab" sollen in den kommenden vier Jahren in der Schweiz neue Firmen und Arbeitsplätze geschaffen werden.

Das Bundesamt für Berufsbildung und und Technologie stellt 16 Mio. Franken zur Verfügung.

Mit praxisorientierten Kursen und Seminarien soll Studienabgängern den Mut zur eigenen Firma finden.

Jährlich sollen 1500 Studierende für das Thema Unternehmertum sensibilisiert werden.

Rund 400 bis 500 Jungunternehmer und – unternehmerinnen sollen eine Schulung in Unternehmensführung erhalten.

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