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Schweizer Wurzeln und Gedenken an Louis Chevrolet

Louis Chevrolets Kindeskinder: Oldtimer auf dem Männlichen (2222 m ü. M.)

(swissinfo.ch)

Mit einer Mini-Tour-de-Suisse haben die Fahrer von 75 Oldtimern an den vor über 100 Jahren aus der Schweiz ausgewanderten Rennfahrer und Autokonstrukteur Louis Chevrolet erinnert.

Ein idealer Anlass also, für das im März dieses Jahres gestartete Programm Swiss Roots Bilanz zu ziehen.

"Never give up!" war das Motto des US-Autokonstrukteurs mit Schweizer Wurzeln. Und diese Lebensweisheit nahmen sich auch die Organisatoren der 10. Louis Chevrolet-Fahrt zu Herzen.

Auf den Männlichen ob Grindelwald kommt man sonst nur zu Fuss oder mit Gondel- oder Lufteseilbahn. Zu Ehren des berühmtesten Schweizer Autokonstrukteurs wurde die Bergstrasse am 1. September für die rund 75 Oldtimer geöffnet.

Da glänzten alte Chevrolets, Peugeots, Singers, Alfa Romeos mit Jaguars und Rolls Royces um die Wette. Im Hintergrund die Wahrzeichen des Berner Oberlandes: Eiger, Mönch und Jungfrau.

Schweizer Wurzeln

Ein würdiger Anlass, das Projekt Swiss Roots für dieses Jahr in der Schweiz zu beenden. Swiss Roots soll US-Amerikanern mit Schweizer Wurzeln helfen, zu ihrer ehemaligen Heimat Kontakte zu knüpfen. Gleichzeitig soll das amerikanische Publikum mit schweizerischen Traditionen und Kulturereignissen bekannt gemacht werden.

Botschafter Johannes Matyassy, Chef von Präsenz Schweiz, der staatlichen "Image-Agentur": "Niemand konnte voraussehen, wie sich dieses Programm entwickeln würde. Spricht es die Leute an? Können wir Amerikanerinnen und Amerikaner mobilisieren, damit sie prüfen, ob sie Schweizer Wurzeln haben oder nicht?"

Der wichtigste Programmteil von Swiss Roots ist die Website. Sie wurde offensichtlich sehr gut genutzt. Die Gemeinschaft von 2000 bis 3000 Menschen, die regelmässig auf dieser Seite ihre Gedanken und Erfahrungen austauschen, ist für Botschafter Matyassy ein deutliches Erfolgszeichen.

"Einerseits gab es Beziehungen quer über den grossen Teich, andererseits hat man sich auch innerhalb der Schweiz oder in den USA gegenseitig entdeckt. Es gibt also alle Dimensionen."

Lockvogelpolitik?

Böse Zungen könnten behaupten, man wolle mit dem Swiss Roots-Projekt vor allem die Nachkommen der nach Amerika ausgewanderten Schweizer wieder in ihre alte Heimat locken.

Dieser Aspekt habe sicher auch mitgespielt, gibt Matyassy zu. "Wir wollen aber auch das Netzwerk zwischen Schweizern und Amerikanern vertiefen, denn es ist immer gut, Freunde zu haben. Und Freunde muss man sich schaffen, die fallen nicht einfach so vom Himmel."

Verankerung

Matyassy ist nicht sicher, ob das Projekt Swiss Roots als solches bei der Schweizer Bevölkerung grosse Beachtung gefunden hat. "Ganz sicher aber einzelne Veranstaltungen." Als Beispiel nennt er das Projekt Ben Roethlisberger, des populären American-Football-Spielers mit Emmentaler Vorfahren.

"Er war eine Woche hier. Das war ein riesiges mediales Ereignis. Ich glaube, es gab kein 'Käseblättli' oder Lokalradio der Schweiz, welches das nicht mitbekommen hat. Aber dass dies eine Swiss-Roots-Veranstaltung war, ist wahrscheinlich nicht so deutlich hinübergekommen."

Bundesbrief

Weiter von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wurde der Bundesbrief, der für eine Ausstellung in die USA verfrachtet wurde. Das heiligste Dokument der Eidgenossenschaft ging zum ersten Mal ins Ausland.

Für die aussergewöhnlich grosse Publizität war Christoph Mörgeli, Nationalrat der rechtsbürgerlichen Schweizerischen Volkspartei (SVP) zu einem grossen Teil verantwortlich. Er lief bereits im Vorfeld Sturm gegen die Ausleihung des Nationaldokuments und wollte es für eine Million Franken kaufen.

Kurz nachdem die Geschichte mit dem Bundesbrief publik geworden war, habe ihn Christoph Mörgeli angerufen, erklärte Matyassy. "Als erstes habe ich ihm gesagt: 'Herr Mörgeli, ganz herzlichen Dank. Denn dank Ihnen haben wir eine Riesenpublizität für dieses Projekt'."

Zukunftsaussichten

Die Website, das Herzstück des ganzen Programms, wird auch 2007 weitergeführt. Im ersten Jahr 2006 richtete Swiss Roots den Fokus auf die Vergangenheit, man suchte die Wurzeln.

"Im zweiten und wahrscheinlich auch dritten Jahr möchten wir den Akzent mehr auf die Zukunft setzen, auf die Bereiche Wissenschaft, Bildung und Forschung. Dort möchten wir Netzwerke entwickeln und vertiefen", sagte Matyassy.

Er möchte im Wissenschaftsbereich den Austausch zwischen Studierenden und zwischen Professoren intensivieren. "Da läuft zwar schon viel, wir möchten das aber noch spezifischer unter dem Blickwinkel der Beziehungen Schweiz – USA angehen."

swissinfo, Etienne Strebel, auf dem Männlichen ob Grindelwald

Fakten

75 Oldtimer starteten am 31. August von La Chaux-de-Fonds aus zu einer Mini-Tour-de-Suisse.
Damit wollten sie an den in die USA ausgewanderten Autobauer Louis Chevrolet (1878-1941) erinnern.
Der Tross mit Fahrzeugen aus den Jahren 1912 bis 1965 fuhr während vier Tagen vom Neuenburger Jura aus nach Sörenberg, Meiringen und Grindelwald.
Die Rallye endete am Sonntag in La Chaux-de-Fonds.

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Swiss Roots

In den USA leben über eine Million Amerikaner mit Schweizer Wurzeln.

Swiss Roots will Amerikaner auf ihr Herkunftsland hinweisen.

Die Swiss Roots-Veranstaltungen werden von der Kommission Präsenz Schweiz organisiert.

Hauptpartner sind Schweiz Tourismus und die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.

Das Swiss Roots-Programm in den USA umfasst die Ausstellung "Small number - Big impact" in New York, die bis Oktober die Schweizer Immigration in die USA beleuchtet.

Weitere Teile des Programms:
Ausstellung des Bundesbriefs in den USA, Basler Fasnachtscliquen in Los Angeles, Begleitung der Tell-Festspiele in New Glarus, politische Seminare in Philadelphia.

Das von Pro Helvetia initiierte Kulturprogramm Swiss Roots - Cultural Offshoots bringt Schweizer Kulturschaffende und ihre Werke in die USA.

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