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Schweizerdeutsch aus Leidenschaft

Stirling Watts besucht eine Gefängniszelle im Schloss Trachselwald. Hier wurden Täufer gefangen gehalten.

(swissinfo.ch)

Seit der Amerikaner Stirling Watts bei den Amischen den Schweizer Dialekt gehört hat, lässt ihn diese Sprache nicht mehr los. Er ist in die Schweiz gereist, um sie lernen. Mit seinem Magazin "dStimm vo de Schwiiz" ermöglicht er dem Schweizerdeutschen in Nordamerika regelmässig eine Plattform.

Erklären kann Stirling Watts seine Faszination nicht. Richtig gepackt hat es ihn vor rund fünf Jahren, als er in Ohio und Indiana bei amischen Gemeinschaften auf das Schweizerdeutsche gestossen ist. Selbst ist er weder amisch noch hat er Wurzeln in der Schweiz. Erste Kontakte mit der Schweiz hatte er vor rund 25 Jahren, als er für das familieneigene Geschäft ein Praktikum bei der Firma Wild in Heerbrugg machte.

Seit seiner Entdeckung der deutschen Sprachinseln in den USA ist Stirling Watts mehrmals in die Schweiz gereist, um in St. Gallen die Mundart zu lernen. "Auch zu Hause in Ohio lese ich Mundartliteratur und höre Mundart-Kassetten", erzählte er, als er swissinfo an Ostern besuchte. Zuvor war er im Emmental gewesen, wo er den Ursprüngen der Geschichte der Amischen nachgegangen ist und deshalb Stätten der Täufer besucht hat.

Vom Emmental nach Amerika

Die Täufer hatten ihren Glauben aus demjenigen der Mennoniten entwickelt. Sie waren im 17. Jahrhundert besonders im Emmental verbreitet, strebten nach Bescheidenheit , widersetzte sich neuen Moden und Entwicklungen. Die Landeskirche empfand sie als radikal. Die Täufer wurden verfolgt und unterdrückt. Nach 1700 zogen sie nach Amerika, wo ein Leben mit grosser Distanz zur Welt möglich war. Sie benannten sich nach ihrem Gründer Jakob Amman: die Amischen.

Mitgenommen haben sie ihre Sprache, die Täufer aus dem Emmental das Berndeutsch. Weil sie sich seit Jahrhunderten dem Fortschritt widersetzen, konnten sie ihre Ursprungs-Sprache bewahren. Stirling Watts hat allerdings festgestellt, dass sich der Dialekt der Amischen mit dem Englischen vermischt hat. Als Beispiel nennt er: "Ig calle di uf", was soviel bedeutet wie "I lütte der a".

"dStimm vo de Schwyz"

In seinem Magazin "dStimm vo de Schwyz" publiziert Stirling Watts Artikel zur Schweiz in Mundart, Englisch und Hochdeutsch (siehe Link). In diesem Frühling ist die siebte Ausgabe erschienen, die sich unter anderem der Schweizer Geschichte widmet. "De Sempacherchriegg" und "De Näfelserchriegg" werden beschrieben und mit alten Stichen illustriert. Weiter hat Watts die Geschichte eines 12jährigen amischen Jungen gedruckt, der von einem Unfall erzählt: "Da ambulance ish no cho und het na zum hospital gnua und da dokter het tzate sisch na wunder us ahrs gmacht her. See chopf war schlim kfractured."

Liebevoll zusammengetragen

Stirling Watts gibt das Magazin vierteljährlich heraus, auf eigene Kosten. Rund 50 Abonnenten hat er, im Impressum wendet er sich an mögliche Interessenten: "Join in .... celebrating American cultures who continue to maintain Bernese and Swiss German as their mother tongue."

Kathrin Boss Brawand


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