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SF DRS auf Sparkurs

Mittagsmagazin, Sitcoms sowie Kinder- und Jugendsendungen werden gestrichen. Keystone Archive

Das Deutschschweizer Fernsehen baut 45 Vollzeitstellen ab, verschiedene Sendungen werden gestrichen. Wegen dem Rückgang beim Werbe-Aufkommen sollen 30 Mio. Franken eingespart werden.

Dieser Inhalt wurde am 08. Februar 2002 - 17:13 publiziert

Die Streichung von 45 Vollzeitstellen bedeutet ein Abbau von rund fünf Prozent des Personalbestandes. Nur so könne das Sparziel erreicht werden, gab SF DRS am Freitag bekannt.

Der Hauptgrund für die Sparrunde - insgesamt sollen rund 30 Millionen eingespart werden - liege bei den rückläufigen Werbe-Aufkommen der SRG SSR idée suisse.

Minder-Einnahmen auf Grund der Gebührenbefreiung für die Bezüger von AHV-IV-Ergänzungsleistungen sind laut Mitteilung in diesen Massnahmen noch nicht berücksichtigt.

Die Streichung der Stellen bedeute aber nicht automatisch eine Kündigung der Betroffenen. Man werde alles daran setzen, faire und sozial verträgliche Lösungen zu finden, wird Fernsehdirektor Peter Schellenberg in der Mitteilung zitiert. Es soll eine Stellenbörse eingerichtet werden.

Sitcom, Mittagsmagazin, Kinder- und Jugendsendungen betroffen

Im kommenden Jahr werden das "Mittagsmagazin", der "Mittagstalk" und "Schweiz Südwest" aus dem Programm gestrichen. Ab 2003 soll es bis auf weiteres keine neue Sitcom-Produktion mehr geben.

Das Jugendmagazin "Oops" soll im Laufe des kommenden Jahres durch eine kostengünstigere Eigenproduktion abgelöst werden. Das heutige Kinderangebot soll auf zuschauerstärkere Einschaltflächen reduziert oder verlagert werden. Eingekaufte Tagesserien sollen durch Wiederholungen von Eigenproduktionen ersetzt werden. Für die Unterhaltungssendung "Piccobello" wird es laut Mitteilung keine Nachfolgesendung geben.

Gewerkschaften entrüstet

Die Mediengewerkschaft comedia und das Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) zeigten sich besorgt über den Stellenabbau.

"Das ist Sparen am falschen Ort", erklärte Klaus Rozsa von comedia. Der Entscheid von SF DRS werde sich rächen, indem die Infosendungen und die Quoten schlechter würden. Nach der Absetzung von Filippo Leutenegger als Chefredaktor sei dieser Entscheid zu befürchten gewesen.

Nach Ansicht des SSM wird die finanzielle Lage dramatisiert. SF DRS habe in den letzten fünf Jahren eine Gewinnreserve von 30 Mio. Franken akkumuliert. In seinem Communiqué fordert das SSM, dass die Finanzen der SRG vollständig transparent gemacht werden. Das Syndikat forderte, Entlassungen mit Job-Sharing und mehr Teilzeitarbeit zu verhindern.

Publikumsrat bedauert

Der Publikumsrat bedauerte die geplante Absetzung von Sendungen. Insbesondere das "Mittagsmagazin" und der "Mittagstalk" habe der Publikumsrat in seinen Beobachtungsberichten als gut gemachte Sendungen mit hohem Nutzwert beurteilt, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag.

swissinfo und Agenturen

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