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SGB: Kämpferisch zum Jubiläum

Paul Rechsteiner und Serge Gaillard vom SGB wollen ein flexibles Rentenalter zwischen 62 bis 65 Jahren. Keystone

Zu seinem 125-Jahre-Jubliäum gibt sich der Gewerkschaftsbund (SGB) kämpferisch: Er lanciert eine Initiative für ein flexibles Rentenalter.

Dieser Inhalt wurde am 05. Januar 2005 - 14:39 publiziert

Die grösste Schweizer Arbeitnehmer-Organisation hat auch die Sonntagsarbeit und den liberalisierten Elektrizitätsmarkt im Visier.

Der SGB sei dabei, die Initiative für ein soziales und flexibles Rentenalter zwischen 62 und 65 Jahren zu erarbeiten, sagte SGB-Präsident Paul Rechsteiner am Mittwoch an der Jahres-Medienkonferenz in Bern.

An der Delegiertenversammlung im Mai werde die endgültige Entscheidung fallen. Die Unterschriftensammlung solle noch dieses Jahr beginnen, so Rechsteiner.

Provokation aus der Landesregierung

Rechsteiner warf den Bundesräten Pascal Couchepin und Christoph Blocher mangelnde Lernfähigkeit vor: Diese würden trotz dem Nein des Stimmvolks zur 11. AHV-Revision am 16. Mai 2004 bereits wieder laut über eine Erhöhung des Rentenalters nachdenken.

"Die Mehrheit der Bevölkerung spricht sich gegen die Erhöhung des Rentenalters aus und wünscht, dass das langjährige Versprechen eines sozialen flexiblen Rentenalters eingelöst wird", sagte Rechsteiner. Stattdessen drohten die Provokateure im Bundesrat – Couchepin und Blocher – mit einer Rentenaltererhöhung auf 67 Jahre.

"Wer sich die Mühe nimmt die Unterlagen zu studieren, sieht sofort, wie wenig sich mit dem neuen Manöver die unsozialen Ziele geändert haben."

Gegen Sonntagsarbeit und Elektrizitätsmarkt

Der SGB setzt sich gleichzeitig weiterhin gegen die Ausweitung der Sonntagsarbeit in Bahnhöfen und Flughäfen ein. An erster Stelle steht für den SGB der Schutz der Arbeitnehmenden. Auch sind laut den Gewerkschaftern die Einkaufsbedürfnisse bereits mit dem heutigen Angebot gedeckt und sie wollen den Sonntag zudem als kulturelle und soziale Errungenschaft erhalten. Noch dieses Jahr soll die Referendums-Abstimmung stattfinden.

Schliesslich wehrt sich der SGB auch in diesem Jahr gegen eine Liberalisierung des Strommarktes. Das Volk habe bei der Abstimmung am 22. September 2002 gezeigt, dass es nichts von privatisierten und liberalisierten öffentlichen Diensten hält, sagte SGB-Sekretär Rolf Zimmermann.

Der Bundesrat ist jedoch in einem Antrag ans Parlament bei der Liberalisierung weiter gegangen als eine Expertengruppe vorschlug. "Der SGB wird alles daran setzten, dass das Parlament auf seinen Kompromisskurs zurückfindet", so Zimmermann. "Ansonsten muss der SGB mit dem Referendum erneut die Notbremse ziehen."

swissinfo und Agenturen

Fakten

Der SGB wurde 1880 gegründet und feiert am 5. November sein 125-Jahre-Jubiläum.

Der SGB vereinigt 17 Gewerkschaften mit insgesamt rund 390'000 Mitgliedern.

Er ist die grösste Arbeitnehmer-Organisation der Schweiz.

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In Kürze

Der SGB will eine Initiative lancieren zum flexiblen, sozialen Pensionsalter zwischen 62 und 65 Jahren.

In der Schweiz liegt das Pensionsalter heute bei 65 Jahren.

Innenminister Couchepin und Wirtschaftskreise sähen gerne eine Pensionierung mit 67 Jahren.

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