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SGB fordert: raus aus Burma!

Arbeiterin in einer Textilfabrik in Burma.

(Keystone)

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) hat die Schweizer Reisebranche und den Wäschehersteller Triumph zum Rückzug aus Burma aufgefordert. Die kritisierten Firmen wollen laut einer AP-Umfrage nicht auf die Forderung eintreten.

Mit ihrer Präsenz unterstützten die Unternehmen das Militärregime in Burma und seien mitverantwortlich für die Zwangsarbeit im südostasiatischen Land, teilte der SGB am Mittwoch (14.03.) mit.

Auf Gelände der Militärs

Die Fabrik von Triumph stehe auf einem Gelände einer Holding des Verteidigungs-Ministeriums, kritisierte der SGB. Damit profitiere die Schweizer Firma aus Zurzach mindestens indirekt von der Zwangsarbeit. Die Internationale Arbeits-Organisation (ILO) der UNO habe den SGB um Unterstützung gebeten, sagte Colette Nova, geschäftsführende Sekretärin des SGB.

Die ILO forderte nach einer zweijährigen Untersuchung alle Regierungen und Unternehmen auf, Beziehungen zu Burma abzubrechen. Die Schweiz ist Mitglied der ILO.

In den letzten zehn Jahren seien zwei Mio. Menschen unter Androhung von Gefängnis, Folter und Tod zur Arbeit fürs Militär gezwungen worden, schreibt der SGB weiter. Die Zwangsarbeitenden würden auch für den Bau von Hotelanlagen und Strassen beigezogen.

Reisebranche will nicht

Die Zwangsarbeitenden würden zudem für den Bau von Hotelanlagen und Strassen beigezogen. Hinzu kämen Zehntausende von zwangsweise umgesiedelten Menschen.

"Im nächsten Jahr wollen die Generäle eine halbe Million Touristen nach Burma bringen", sagte Christine Plüss, Geschäftsführerin des "Arbeitskreis Tourismus und Entwicklung", in Basel. Es gebe auf der ganzen Welt keinen anderen Ort, wo für den Tourismus so viele Menschenrechte verletzt würden.

Die Schweizer Reiseveranstalter wollen laut einer AP-Umfrage nicht auf die Forderung eintreten. `"Diese Vorwürfe kommen alle Jahre wieder", sagte Monique Stössel, Geschäftsführerin des Asienspezialisten Fantasia, auf Anfrage. Die Kunden müssten selber entscheiden, wo sie hinreisen, sagte sie. Auch die Hotelplangruppe pflichtet dem bei.

Triumph lehnt Schliessung der Fabrik ab

Auch der Wäschehersteller Triumph zeigte kein Verständnis für die Forderung des SGB. "Die Gewerkschaften verlangen mit der Schliessung des gut gehenden Betriebes die Entlassung von 1'000 Angestellten", sagte Pressesprecher Aloys Hirzel. In einem Communique hält die Firma zudem fest, dass es den Angestellten nach einer Entlassung kaum möglich sein würde, neue Arbeit mit vergleichbar attraktiven Bedingungen zu finden.

swissinfo und Agenturen

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