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Zürich (awp) - Das Ergebnis der St. Galler Kantonalbank (SGKB) ist im ersten Halbjahr vom Zinsengeschäft deutlich zurückgebunden worden. Unter dem Strich resultierte so ein im Vorjahresvergleich deutlich geringerer Gewinn, der auch die Markterwartungen klar verfehlt hat. Stark präsentierte sich hingegen das Nettoneugeld.
Für das zweite Halbjahr zeigt sich die Kantonalbank zwar etwas optimistischer: Aber die Verbesserung reiche nicht, um das Ergebnis von 2009 zu erreichen, erklärte der Präsident der Geschäftsleitung, Roland Ledergerber, am Donnerstag in Zürich vor Medienvertretern. Angesichts des weiterhin anspruchsvollen Umfeldes sei es noch immer schwierig, eine verlässliche Prognose zu stellen.
TIEFES ZINSNIVEAU UND ABSICHERUNGSKOSTEN DRÜCKEN AUF DAS ERGEBNIS
Noch keine Erholung erwartet Ledergerber im Zinsengeschäft, das im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr um 14,1% auf 142,7 Mio CHF zurückging. Das deutlich geschmälerte Ergebnis sei einerseits auf das historisch tiefe Zinsniveau sowie auf Absicherungskosten für Zinsrisiken zurückzuführen.
Demgegenüber prognostiziert die Kantonalbank für das zweite Semester eine weitere Erholung im Anlagegeschäft, nachdem sich die Erträge aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft in der ersten Jahreshälfte auf 82,3 Mio CHF (+8%) summierten. Die Kunden hielten nach wie vor grosse Bestände an Liquidität, was Potenzial für das zweite Halbjahr eröffne.
Auch das Handelsgeschäft dürfte sich gemäss dem Management im zweiten Halbjahr wieder stärker präsentieren. Im ersten Semester habe ein Verlust aus dem Eigenhandel die Rechnung mit etwa 3 Mio CHF belastet, erläuterten die Verantwortlichen den Rückgang im Handelsgeschäft auf 17,6 Mio CHF (-17,5%).
Insgesamt sank der Betriebsertrag damit auf 247,6 Mio CHF, was einem Rückgang gegenüber der Vergleichsperiode von 8,6% entspricht.
KOSTEN IM GRIFF
Die Kosten hat die Bank gemäss eigenen Angaben "sehr gut unter Kontrolle". So stieg der Geschäftsaufwand lediglich um 1,1% auf 141,1 Mio CHF. Während der Personalaufwand um 0,5% auf 85,7 Mio CHF sank, kletterte der Sachaufwand aufgrund von Aufwendungen für strategische Projekte um 3,7% auf 55,4 Mio CHF.
Dennoch will die Bank weiter sparen. Aufgrund der anhaltenden konjunkturellen Unsicherheiten und wegen den strukturellen Veränderungen im Vermögensverwaltungsgeschäft kündigte die Bank ein Massnahmenpaket an, das die Kostenbasis im Private Banking bis ins Jahr 2012 um etwa 6,6 Mio CHF senken soll.
Trotz stabiler Kostenbasis resultierte aufgrund der rückläufigen Erträge ein deutlich tieferer Bruttogewinn von 106,4 Mio CHF (-18,9%). Der Konzergewinn sank dank weiterhin geringen Abschreibungen, Wertberichtigungen und Rückstellungen mit 17,6% auf 70,3 Mio CHF etwas weniger stark.
ERFREULICHER NEUGELDZUFLUSS UND REKORDHOHE KUNDENVERMÖGEN
Sehr erfreulich präsentiert sich hingegen der Neugeldzufluss, der sich in den ersten sechs Monaten auf 1'200 Mio CHF belief. In der Vorjahresperiode zog das Institut lediglich 882 Mio CHF an neuen Geldern an. Damit kletterten die verwalteten Kundengelder per Mitte Jahr auf einen neuen Höchststand von 41,7 Mrd CHF. Per Ende 2009 verwaltete die Bank noch 41,0 Mrd CHF. Die Kundenausleihungen wuchsen ebenfalls - und zwar um 3,2% auf 19,1 Mrd CHF. Dabei befinde sich das Kreditportfolio in "unverändert gutem Zustand", so die Kantonalbank.
AKTIEN NOTIEREN AUFGRUND DER VERFEHLTEN PROGNOSEN IM MINUS
Enttäuscht zeigen sich die Marktbeobachter vor allem vom Zinsengeschäft, das deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Lob erntet hingegen der Neugeldzufluss. Dennoch stellen die Analysten eine Reduktion ihrer Schätzungen in Aussicht.
Wenig begeistert zeigt sich auch der Markt über das präsentierte Zahlenset zum ersten Semester. Bis gegen 15.00 Uhr verliert das Papier der St. Galler Kantonalbank rund 2% auf 459,50 CHF. Der Gesamtmarkt gemessen am SPI notiert derweil 0,43% tiefer.
pf/ra

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