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SGL Group wird pessimistischer für 2009 - Händler sehen Gewinnwarnung (AF)

Dieser Inhalt wurde am 05. November 2009 - 10:40 publiziert

WIESBADEN (awp international) - Der Kohlenstoffspezialist SGL Group blickt nach verhaltenem Geschäftsverlauf im dritten Quartal pessimistischer auf das Gesamtjahr. Trotz des zu Ende gehenden Lagerabbaus in der Stahlindustrie würden spätzyklische Branchen wie das Graphit-Geschäft erst jetzt von der Krise erfasst, sagte SGL-Chef Robert Koehler am Donnerstag in Wiesbaden. Daher erwarte SGL nun einen weiteren Geschäftsverlauf nur noch "in etwa" auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2009, zuvor war das Unternehmen von einem besseren zweiten Halbjahr ausgegangen.
An der Börse wurde das Zahlenwerk mit Skepsis aufgenommen. Ein Händler wertete die geänderte Prognose als Gewinnwarnung. Merrill-Lynch-Analyst Asab Abedi setzt indes auf eine weitere Erholung der Stahlnachfrage und damit auch bessere Geschäfte für SGL, demnach rät der Experte weiterhin zum Kauf der Papier. Am Vormittag büssten die Titel zuletzt gut 8 Prozent auf 23,68 Euro ein.
ZAHLEN UNTER ERWARTUNGEN
Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging in den ersten neun Monaten um 65,1 Prozent auf 81,9 Millionen zurück. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 31,2 Millionen übrig - nach 150,5 Millionen Euro (8,0 Millionen Q3) im Vorjahr. Der Umsatz brach um 21,6 Prozent auf 892,4 Millionen Euro in den ersten neun Monaten ein. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten bei allen drei Kenngrössen mit leicht höheren Werten gerechnet.
Für das kommende Jahr wagen die Wiesbadener noch keine Prognose. Der Vorstand erwartet den Angaben zufolge zwar eine gesamtwirtschaftliche Erholung in gemässigtem Tempo. Dennoch bestünden noch erhebliche Unsicherheiten, so dass sich das Unternehmen erst im Laufe des ersten Quartals zum Ausblick für 2010 äussern wolle.
BELEBUNG IM HAUPTGESCHÄFT
Im Hauptgeschäft mit Graphitelektroden für die Stahlindustrie habe sich die Nachfrage nach dem Ende des Lagerabbaus zwar wie erwartet belebt. Höhere Verkaufspreise hätten aber den Mengenrückgang nicht kompensieren können. Die Umsatzrendite lag bei 25 Prozent nach 32 Prozent im Vorjahr. Im vierten Quartal dürften sich indes die höheren Rohstoffkosten, etwa für Nadelkoks in vollen Umfang auswirken, dennoch wollen die Wiesbadener für das Gesamtjahr 2009 in dieser Sparte das mittelfristige Mindestrenditeziel von 20 Prozent übertreffen.
Bei Graphitspezialitäten (GMS) entwickelte sich der Auftragseingang zunehmend schleppend. Nachdem SGL im zweiten Quartal noch von einer grösseren Projektabrechnung profitiert hatte, habe sich das Geschäft wie erwartet ab dem dritten Quartal abgeschwächt. Der Lagerabbau drückte bei GMS die Rendite von 16 Prozent in den ersten neun Monaten 2008 auf nun 9 Prozent.
CARBONFASERGESCHÄFT BESSER
Den Umsatz steigern konnten die Hessen im Carbonfasergeschäft (CFC). Sie sehen aber auch eine vorübergehende Überkapazität am Markt, die sich negativ auf Preise und Mengen auswirke. Flugzeugprojekte seien verschoben worden und Neuinvestitionen bei Windenergien verzögerten sich. Im vierten Quartal rechnet SGL mit einem Umsatzrückgang. Insgesamt solle CFC aber 2009 im zweistelligen Prozentbereich wachsen./stb/nl/wiz

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