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Zofingen (awp) - Die Pharmagruppe Siegfried ist im Geschäftsjahr 2010 gewachsen und hat den Verlust eingegrenzt. Mit der neuen Strategie will das Unternehmen weiter zulegen und flexibler auf Aufträge reagieren können. Dafür peilt die Konzernleitung die 500-Millionen-Umsatzmarke an. Für 2010 sollen die Aktionäre noch keine Dividende erhalten.
Insgesamt erzielte Siegfried 2010 einen um 11,1% höheren Umsatz von 314,4 Mio CHF. Im Geschäft mit Wirksubstanzen verkaufte das Unternehmen 14,1% mehr. Der EBITDA der Gruppe stieg um 11,5% auf 36,7 Mio CHF, entsprechend einer Marge von 11,7 (11,6)%. Der EBIT verbesserte sich auf 5,4 Mio CHF, nach einem operativen Verlust von 14,3 Mio CHF im Vorjahr, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.
WENIGER VERLUST
Unter dem Strich konnte der Reinverlust auf 4,2 Mio CHF eingegrenzt werden, nach einem Fehlbetrag von 21,8 Mio CHF im Vorjahr. Vor finanziellen Sonderkosten erzielte Siegfried sogar wieder einen Gewinn von 1,0 Mio CHF.
"Die wichtigste Botschaft des Jahres 2010 ist aber, dass sich die Bestände an flüssigen Mitteln deutlich erhöht haben", sagte CEO Rudolf Hanko an der Bilanzmedienkonferenz. Siegfried wies per Ende 2010 eine Netto-Cash-Position von 41 Mio CHF aus. In den ersten Wochen 2011 sei diese nochmals gestiegen, sagte der Firmenchef. Zusammen mit dem Finanzierungsrahmen verfüge die Gesellschaft über alle nötigen Mittel für die neue Strategie.
ZUKAUF NOCH 2011
Das Unternehmen will sich sowohl auf die Wirkstoffproduktion als auch auf deren Formulierung fokussieren. Bei der geplanten Rückwärtsintegration in Asien könnte noch in diesem Jahr eine Übernahme vollzogen werden, sagte Hanko. Man habe sich bereits auf die Eckpunkte der Transaktion geeinigt. Ziel sei es, die Kosten-Wettbewerbsfähigkeit durch den Kauf einer Produktionsstätte vor Ort zu verbessern.
Parallel dazu hat Siegfried eine Akquisition oder Partnerschaft in den USA im Blick, im Bereich der sterilen Abfüllung. Um den Standort in den USA zu sichern und auszubauen, wurde bereits die Marketing- und Verkaufsorganisation neu ausgerichtet und verstärkt. Die Auslastung sei deutlich erhöht worden, hiess es.
Im Berichtsjahr stellte Siegfried die Organisation von einer divisionalen auf eine funktionale Struktur um und legte im Mai eine Pflichtwandelanleihe über 80 Mio CHF auf. Gegen Ende des Jahres verkaufte das Unternehmen das Inhalationsprojekt PulmoJet an Sanofi-Aventis. Nach der Markteinführung erwartet Siegfried entsprechende Royalties.
Die Gruppe will eine kritische Grösse in der Branche erreichen. Diese liege bei rund 500 Mio CHF Umsatz, sagte CEO Hanko gegenüber AWP. Dann könne das Unternehmen auf Aufträge von mehr als 30 Mio CHF pro Jahr kurzfristig reagieren.
LORCASERIN IM BLICK
Unsicher ist derzeit, wie es mit dem Wirkstoff Lorcaserin weitergeht. Die US-Firma Arena - an der Siegfried beteiligt ist - hat von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA entgegen den Erwartungen Ende 2010 noch keine Zulassung für ihren Wirkstoff erhalten. "Wir können derzeit nicht beurteilen, wie es ausgehen wird", sagte Hanko.
Siegfried hatte für das weitere Geschäft zuvor einen "substanziellen Umsatzbeitrag" aus Lorcaserin erwartet, auch abhängig von der Zulassung möglicher Konkurrenzprodukte. Arena will die "New Drug Application" nach eigenen Angaben bis Ende 2011 einreichen, entsprechend könnten Umsätze allenfalls ab 2012 resultieren.
Im Jahr 2010 musste Siegfried Abschreibungen von 3 Mio CHF auf die Aktien von Arena vornehmen, aufgrund des negativen Lorcaserin-Entscheids der FDA. Nun stehen die Titel noch mit 2,5 Mio CHF in den Büchern.
KEINE DIVIDENDE
Der Verwaltungsrat will an der Generalversammlung erneut auf den Antrag einer Dividende verzichten. Bereits im Vorjahr hatte es angesichts der Kapitalerhöhung und des deutlicheren Reinverlustes keine Ausschüttung gegeben. Auf den Coupon der Pflichtwandelanleihe richtet Siegfried einen Zins von 5% aus, welcher im Mai 2011 zur Auszahlung kommt.
Siegfried will Umsatz und operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr gegenüber 2010 weiter steigern. "Das Umsatzwachstum dürfte im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen", sagte CEO Hanko. Wegen tieferer Finanzausgaben soll sich der Reingewinn stärker verbessern.
Analysten zeigten sich insbesondere von der Umsatzentwicklung gegen Jahresende überzeugt, sie verwiesen gleichzeitig auf einen Margendruck. Ein Teil der Kostensteigerung dürfte sich aber mittelfristig positiv auswirken, hiess es. An der Börse verlieren die Aktien am Nachmittag in einem schwachen Gesamtmarkt 0,7% auf 99,50 CHF.
cc/ps

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