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Siemens baut Solargeschäft mit Übernahme von Solel Solar kräftig aus (AF)

Dieser Inhalt wurde am 15. Oktober 2009 - 11:00 publiziert

MÜNCHEN (awp international) - Der Mischkonzern Siemens baut das bisher vernachlässigte Solargeschäft kräftig aus. Für 418 Millionen US-Dollar übernimmt der Konzern die israelische Solel Solar Systems von den privaten Eigentümern, wie Siemens am Donnerstag bestätigte. "Die Erfolgsgeschichte des schnellen und sehr erfolgreichen Ausbaus unseres Windgeschäftes wollen wir nun auch bei der Solarenergie fortschreiben", sagte Konzernchef Peter Löscher und machte damit die Stossrichtung klar. Die Aktie holte einen Teil ihrer Verluste auf und lag am Vormittag noch mit 0,26 Prozent im Minus bei 68,82 Euro.
Solel fertigt Schlüsselkomponenten für sogenannte solarthermische Anlagen, bei denen die Sonnenstrahlen mit grossen Spiegeln eingefangen und gebündelt werden. Mittels der Hitze erzeugt eine Dampfturbine dann den Strom. Im Gegensatz zu den bekannteren Photovoltaik-Anlagen eignet sich diese Technik aber nur für grosse Sonnenparks und nicht für das heimische Dach. Auch die zwei französischen Wettbewerber Alstom und Areva waren dem Vernehmen nach an Solel interessiert.
Siemens hatte die Solartechnik lange verschlafen. In den vergangenen Monaten zeugten jedoch mehrere kleinere Übernahmen von der Bereitschaft des Vorstands, die Scharte auszuwetzen. Erst im August war Siemens beim israelischen Projektentwickler Arava Power eingestiegen. Bis 2020 erwartet Siemens bei solarthermischen Kraftwerken zweistellige jährliche Zuwachsraten. Am Ende soll der Markt dann mehr als 20 Milliarden Euro schwer sein.
Siemens liefert bereits Dampfturbinen für solarthermische Kraftwerke, Solel ist Spezialist für die in den Anlagen verwendeten Solar-Receiver. Diese fangen die von Parabolspiegeln gebündelte Hitze ein. Über einen Wärmetauscher wird der Dampf für die Turbine erzeugt. Ein dahinter geschalteter Generator produziert letztlich den Strom. "Gemeinsam werden wir unser Know-how nutzen, um den Wasser-Dampf-Kreislauf zu optimieren und somit den Wirkungsgrad von solarthermischen Kraftwerken weiter zu steigern", sagte Solel-Chef Avi Brenmiller.
Die 500 Mitarbeiter von Solel haben im vergangenen Jahr 90 Millionen US-Dollar umgesetzt. Neben den Solar-Receivern planen sie auch komplette Solarparks. Der Weltkonzern Siemens konzentriert sich bei seinem Vorstoss auf dieses Geschäft mit Grosskunden. Ziel des Vorstands ist es, die erneuerbaren Energien auszubauen. Bei Windanlagen zählt Siemens schon heute zu den führenden Anbietern./das/stw/tw

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