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SIG übernimmt Krupp-Kunststofftechnik

Die Schweizerische Industriegesellschaft (SIG) baut den Bereich Verpackungstechnologie aus: Rückwirkend auf den 1. Oktober 1999 hat der Konzern mit Sitz in Neuhausen für rund 390 Mio. DM die deutsche Krupp Kunststofftechnik (KKT) erworben.

Dieser Inhalt wurde am 02. Mai 2000 - 12:06 publiziert

Wie die SIG am Dienstag (02.05.) mitteilte, bedarf die Übernahme noch der Zustimmung durch die Aufsichtsräte der Thyssen Krupp Industries AG und der Thyssen Krupp AG sowie der Kartellbehörden. Die KKT hat im Geschäftsjahr 1998/1999 mit rund 1700 Beschäftigten einen Umsatz von über 480 Mio. DM erzielt.

Vom Granulat bis zur Flasche

Roman Boutellier, Delegierter des Verwaltungsrats und Vorsitzender der SIG-Geschäftsleitung, zeigte sich bei der Medienkonferenz am Dienstag vor allem vom KKT-Bereich "Corpoplast" überzeugt. Sie sei die weltweit einzige Firma, die vom Design über den Formenbau bis zum Blasen der Flaschen die gesamte Herstellung anbiete.

"Corpoplast" stelle jährlich weltweit 17 Milliarden PET-Flaschen her. Zudem produziere sie auch die dafür notwendigen Maschinen.

KKT sei zudem die weltweit einzige Firma, die eine ganze Produktelinie für Getränkeverpackungen von der PET- bis zur Glasflasche und Aludosen anbiete. Gut 54 Prozent des KKT-Umsatzes wird in Europa erwirtschaftet, 10 Prozent kommen aus Südamerika, 6 Prozent aus Asien sowie 18 Prozent aus Nordamerika und Mexiko.

Vorstoss nach Südamerika

Vor allem das starke Standbein der KKT in Brasilien passe gut ins SIG-Konzept, so Boutellier. Die SIG habe bereits seit längerem in den südamerikanischen Markt vordringen wollen. Bisher sei ihr das aber nicht gelungen.

Die SIG strebt eine führende Rolle auf dem stark wachsenden Markt für Getränkepackungen aus PET und anderen Kunststoffen an. Der am Freitagabend perfekt gemachte KKT-Kauf sichere der SIG insbesondere den Eintritt in den Extrusions- und Streckblasmaschinenmarkt für Getränke- und andere Verpackungen, so Boutellier.

Die KKT soll laut Boutellier als eigenständige Einheit in den SIG-Konzern integriert werden und dort "den Grundbaustein einer neuen Kunststoffverpackungs-Division" bilden. Das gesamte KKT- Management wurde übernommen.

SIG 1999 mit Gewinneinbruch

Die SIG-Gruppe erwirtschaftete 1999 einen Umsatz von 1,95 Mrd. Franken, von denen 1,185 Mrd. aus dem Getränkekarton-Bereich stammten. Der Rest wurde mit Antriebstechnik und Automation erwirtschaftet. Unternehmens- und Betriebsergebnis der SIG hatten 1999 stark abgenommen.

Das Betriebergebnis vor Restrukturierung lag noch bei 107 Mio. Fr. nachdem es 1998 noch 152 Mio. betragen hatte. Das Unternehmensergebnis war von 102 auf 68 Mio. Fr. gesunken. Im Waffenbereich "SIG Arms" hatte die Gruppe devestiert. Der Firmenzweig soll vollständig verkauft werden.

swissinfo und Agenturen

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