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Zürich (awp) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im vergangenen Jahr im Stammhaus wie angekündigt einen hohen Verlust von 20,8 (VJ Gewinn 10,0) Mrd CHF erlitten. Grund dafür waren hohe Bewertungsverluste auf Fremdwährungspositionen, welche die SNB im Rahmen von Devisenmarkt-Interventionen aufgebaut hat.
Dagegen konnte mit dem Stabilisierungsfonds (StabFund) für "toxische Papiere" der UBS erstmals ein Gewinn erzielt werden, der bei 2,6 Mrd CHF lag. Dies wirkte sich mit 1,6 Mrd positiv auf das Konzernergebnis aus, das mit 19,2 Mrd CHF unter jenem des Stammhauses liegt.
HOHE WÄHRUNGSVERLUSTE
Der Erfolg auf Fremdwährungspositionen lag im Stammhaus mit 26,5 (VJ +2,6) Mrd CHF im Minus. Der starke Anstieg des Schweizer Frankens insbesondere gegenüber dem Euro und dem US-Dollar führte zu Wechselkursverlusten im Umfang von 32,7 Mrd CHF. Demgegenüber standen Zinserträge (inkl. aus dem StabFund) von 5,1 Mrd und ein positiver Kurserfolg auf Beteiligungspapieren von 1,5 Mrd CHF. Mit Gold - derzeit lagern 1'040 Tonnen bei der SNB - wurde ein Gewinn von 5,8 Mrd CHF erzielt.
Der Franken-Kurs habe sich in der zweiten Jahreshälfte 2010 und vor allem gegen Jahresende hin für die SNB-Rechnung ungünstig entwickelt, erklärte Jordan am Donnerstag an einer Medienkonferenz. In der Bilanz hält die SNB per Ende 2010 Devisenanlagen im Umfang von 203,8 (94,7) Mrd CHF. Daran will sie zumindest kurzfristig aus geldpolitischen Überlegungen festhalten.
STABFUND ERSTMALS MIT GEWINN
Der StabFund erzielte mit 2,6 Mrd CHF (respektive 2,5 Mrd USD) erstmals einen Gewinn. Die in den beiden vorangegangenen Jahren erlittenen Fonds-Verluste wurden dagegen über das von der UBS eingebrachte Eigenkapital abgeglichen und hatten keinen Einfluss auf die Rechnung der SNB.
Das Eigenkapital des StabFund beträgt unterdessen 2,0 Mrd CHF (2,1 Mrd USD). Vor Jahresfrist hatte noch eine Überschuldung von 482 Mio CHF (418 Mio USD) bestanden. Das Kapital stehe als erste Absicherung für künftige mögliche Verluste zur Verfügung, so Jordan. Die erste Milliarde davon sei der SNB zuzurechnen, alles darüber stehe je hälftig der SNB und der UBS zu.
Die zweite Absicherung, eine Kaufoption auf 100 Mio Aktien der UBS, werde nicht mehr beansprucht. Der entsprechende Warrant hat einen Wert von 1,4 (1,2) Mrd CHF. Das Darlehen der SNB an den StabFund sank von knapp 21 Mrd auf unter 12 Mrd CHF.
ABBAU VON RISIKEN
Die SNB hatte 2008 der UBS Risiken auf "toxischen" Papieren im Umfang von 34,7 Mrd USD abgenommen. Diese wurden bis heute auf 14,7 Mrd USD reduziert. Ein Grossteil davon sei über Käufe/Verkäufe (netto -5,3 Mrd), Rückzahlungen (-8,1 Mrd) oder der Auflösung von Portfoliopositionen (-5,3 Mrd) erfolgt, so Jordan.
Beim Abbau vergleiche die SNB laufend den intrinsischen Wert der Papiere mit aktuellen Marktwerten. "Der intrinsische Wert zeigt auf, was es uns bringt, wenn wir die Aktiven über die Zeit behalten. Liegt der Marktwert darüber, komme ein Verkauf in Frage", so der SNB-Vize. Dabei kämen die Papiere immer mehr in den Bereich, wo man sie verkaufen könne.
Ein Rückkauf des StabFund durch die UBS ist derzeit gemäss Jordan kein Thema. Die SNB und die UBS seien gemeinsam zu dieser Überzeugung gekommen. Das Portfolio des Fonds enthalte zu drei Vierteln verbriefte Kredite, der Rest seien Derivate und Kredite. Den grössten Anteil stellten weiterhin mit gut drei Vierteln Papiere aus den USA, der Anteil Europas habe abgenommen.
AUSSCHÜTTUNG WIRD DISKUTIERT
Die Nationalbank legte die Zuweisung an die Rückstellungen für Währungsreserven für das abgelaufene Geschäftsjahr auf 724,2 Mio CHF fest, ursprünglich geplant waren 4 Mrd. Für 2010 schüttet sie an Bund und Kantone wie in den Vorjahren 2,5 Mrd CHF aus. Daneben wird den Aktionären eine Dividende von unverändert 1,5 Mio CHF beantragt.
Ob es über 2011 hinaus bei den Ausschüttungen bleibt, ist offen. Bund und SNB verhandeln über die entsprechende Vereinbarung. Die Kantone müssten zur Kenntnis nehmen, dass die Ausschüttungen unsicher oder kleiner würden. Die Ausschüttungsreserve der Nationalbank liege mit 5 Mrd CHF im Minus, die Ertragsaussichten seien volatil.
mk/ra

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