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SNB/Danthine: Europäische Schuldenkrise ist nicht ausgestanden

Bern (awp) - Die europäische Schuldenkrise ist nach Ansicht der Schweizerischen Nationalbank (SNB) nicht ausgestanden. Sie habe sich im Vergleich zum letzten Jahr gar verschärft. Dass sich die Schuldenproblematik im Euroraum zuspitze sei nicht nur auf den Anleihenmärkten, sondern auch an den Devisenmärkten erkennbar, erklärt SNB-Direktionsmitglied Jean-Pierre Danthine gemäss Redetext anlässlich der geldpolitischen Lagebeurteilung am Donnerstag.
So sei der Franken gegenüber dem Euro auf neue Höchstwerte gestiegen. Aber auch der Dollar neige zur Schwäche. Diese Dollarschwäche hänge mit Zweifeln an der Robustheit der US-Konjunktur bei auslaufenden fiskal- und geldpolitischen Impulsen sowie mit den belastenden Perspektiven der öffentlichen Verschuldung der USA zusammen.
Insgesamt befinde sich der Schweizer Franken auf realer und handelsgewichteter Basis inzwischen weit über seinem langfristigen Niveau.
Die Finanzkrise habe sich nicht zuletzt durch Turbulenzen an den Geldmärkten manifestiert. Während diese auf internationaler Ebene weiter anhalten, habe sich die Lage am Franken-Geldmarkt beruhigt und präsentiere sich seit Jahresbeginn sehr entspannt. Der Franken-Geldmarkt befindet sich gemäss Danthine weiterhin in einem strukturellen Liquiditätsüberschuss gegenüber der SNB. Daher stehe für die Währungshüter die liquiditätsabschöpfenden Offenmarktoperationen im Vordergrund. Das Abschöpfungsvolumen sei in den letzten Monaten nicht erhöht worden, so Danthine weiter.
In seinen Ausführungen geht Danthine auch auf die hohen Devisenreserven der SNB ein. Diese würden auch in Zukunft Potential für weitere Verluste bergen. Wie bereits in der Vergangenheit würden auch in Zukunft geldpolitische Überlegungen das diesbezügliche Handeln der SNB bestimmen. Dies bedeute, dass ein Verkauf der Devisenreserven - und damit ein Kauf von Franken - zur Zeit keine Option sei. Aus geldpolitischen Überlegungen sei eine Absicherung der Währungsrisiken ebenfalls nicht möglich. Der SNB stehe daher nur die Möglichkeit offen, die eigenen Risiken so effizient als möglich zu diversifizieren, um bei den Devisenanlagen die Wechselkurs-, Kredit- und Klumpenrisiken zu mindern.
Insgesamt seien die internationalen Anleihen-, Aktien- und Devisenmärkten uneinheitlich und nach wie vor von relativ grosser Volatilität geprägt, so Danthine weiter. Positiv wirke die relativ günstige globale Konjunkturentwicklung und die Tatsache, dass die Bilanzen und die Liquiditätslage von Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors in vergleichsweise gutem - mancherorts sogar sehr gutem - Zustand seien. Negativ wirke dagegen, dass die Bilanzen vieler Staaten die Folgen der Krisenmassnahmen sowie zunehmende strukturelle Schuldenprobleme spiegelten.
gab/uh

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