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Bern/Zürich (awp/sda) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) versorgt die Wirtschaft weiterhin grosszügig mit billigem Geld. Vor dem Hintergrund der Franken-Stärke und der nachlassenden Wachstumsdynamik peilt sie unverändert einen Leitzins von rekordtiefen 0,25% an.
Der für die Geldpolitik massgebliche Dreimonats-Libor soll wie seit März 2009 im Zielband von 0 bis 0,75% gehalten werden, wie die SNB am Donnerstag mitteilte. Beim Dreimonats-Libor handelt es sich um einen Marktzins, den die Nationalbank nur indirekt steuern kann. Er lag am Donnerstag bei 0,185 %.
Die SNB geht davon aus, dass die Wirtschaft dieses Jahr um 2,5% wächst. Bei ihrer letzten Lagebeurteilung im Juni hatte sie ein Wachstum von rund 2% vorhergesagt. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) erwartet gemäss einer ebenfalls am Donnerstag publizierten Prognose ein etwas höheres Wachstum von 2,7 %.
Für 2011 gab die SNB keine konkrete Prognose ab. Sie rechnet aber mit einer deutlichen Abschwächung des Wachstums, nachdem die Erholung zuletzt überraschend stark war. Das SECO geht von einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1,2% aus.
Sorgen bereitet den Währungshütern die abnehmende Dynamik der Weltkonjunktur. Die wirtschaftliche Erholung sei noch nicht nachhaltig. Für die Wirtschaft in der Euro-Zone gab sich die SNB etwas zuversichtlicher, zumal der schwache Euro die Exporte ankurbelt.
Die Kehrseite der Medaille ist der starke Franken, der vor allem der Schweizer Export-Industrie und dem Tourismus zusetzt. Erwartungsgemäss machte die Nationalbank aber keine Angaben zu allfälligen Interventionen auf dem Devisenmarkt. Am Mittwoch hatte der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) die SNB aufgefordert, auf dem Devisenmarkt einzugreifen, um den Franken zu drücken.
Die SNB erklärte lediglich, dass sie bei Deflationsgefahr, die sich aus der Franken-Aufwertung ergeben könnte, "die notwendigen Massnahmen" ergreife, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Der Franken gab daraufhin nach: Gegenüber dem Euro und dem Dollar verlor er um über 1 Rappen.
Volle Aufmerksamkeit widmet die Nationalbank weiterhin dem Immobilienmarkt. Allerdings habe sich das Wachstum bei den Hypothekarkrediten und den Immobilienpreisen "leicht entschleunigt". Bei ihrer letzten Lagebeurteilung im Juni hatten die Währungshüter noch ausdrücklich vor der Gefahr einer Blasenbildung auf dem Immobilienmarkt gewarnt.
Gemäss den Beobachtungen der SNB ist die Kreditvergabe durch die Geschäftsbanken weiterhin rege. Die während der Krise verschärften Bedingungen für Unternehmenskredite seien wieder leicht gelockert worden.
Mit Blick auf eine allfällige Zinswende zeigte sich die Nationalbank zurückhaltender als noch im Juni. Damals hatte sie erklärt, die expansive Geldpolitik könne nicht über den gesamten Prognosehorizont bis 2012 weitergeführt werden. Die SNB räumte aber ein, dass ihre expansive Geldpolitik langfristig Risiken für die Preisstabilität berge.
Die Nationalbank korrigierte indes ihre Inflationsprognosen nach unten. Für 2010 erwartet sie noch eine Teuerungsrate von 0,7 (Juni-Prognose: 0,9)%. 2011 dürfte sie auf 0,3 (1,0)% sinken und 2012 auf 1,2 (2,2)% anziehen. Damit bleiben die Raten unter der Marke von 2%, die als Grenze für die Preisstabilität gilt.
uh

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