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Bern (awp) - Aus Sicht der Finanzstabilität kann das vergangene Jahr als ermutigend betrachtet werden, wenngleich das globale Finanzsystem nach wie vor verletzlich bleibt. Es sei daher umso wichtiger, dass die Reformen im Finanzsektor zügig vorangetrieben werden und das Finanzsystem nachhaltig gestärkt wird, forderte SNB-Direktoriumspräsident Philipp Hildebrand am Freitag laut Redetext an der Generalversammlung der Schweizerischen Nationalbank in Bern.
Hildebrand lobt die Verabschiedung der Basel III-Regeln auf internationaler Ebene als "wichtigen Meilenstein", deren Implementierung die Widerstandskraft des globalen Finanzsystems stärken werde. Das Regelwerk enthalte allerdings keine Lösung der sogenannten Too-big-to-fail-Problematik (TBTF), kritisiert der SNB-Chef.
Vor diesem Hintergrund ruft Hildebrand dazu auf, dass die hierzulande von einer Expertenkommission vorgelegten Empfehlungen zur Entschärfung der TBTF-Problematik umgesetzt werden. Der Bundesrat hat letzte Woche die entsprechende Botschaft an das Parlament verabschiedet. Die Verantwortung liege nun beim Parlament, so Hildebrand.
Die Schweizer Wirtschaft entwickelt sich nach Auffassung von Hildebrand trotz der anhaltenden Stärke des Frankens kräftiger als erwartet und die Exporte hätten sich besser entwickelt, als zu befürchten gewesen sei. Die SNB rechne derzeit im laufenden Jahr mit einem BIP-Wachstum von rund 2%, bestätigte der SNB-Chef die aktuelle Prognose.
Allerdings seien bei genauerer Betrachtung wachstumsdämpfende Effekte der Frankenaufwertung durchaus sichtbar, merkt Hildebrand an und verweist unter anderem auf die beinahe zum Erliegen gekommene Erholung der Warenexporte.
Die Anzeichen mahnen gemäss Hildebrand zur Vorsicht: "Möglicherweise könnte die erfolgte deutliche Aufwertung des Frankens die Wirtschaft doch stärker in Bedrängnis setzen, als die bisher ersichtlichen Daten vermuten lassen."
Mit Blick auf die prekäre Schuldensituation vieler Staaten, den steigenden Erdölpreis im Gefolge der Anspannungen im Nahen Osten und auf die schwer abschätzbaren Folgen der Erdbebenkatastrophe und der nuklearen Krise in Japan stellt Hildebrand fest: "Die Abwärtsrisiken für das Wachstum sind also weiterhin gewichtig." Trotzdem sei ein Rückfall in eine neue Rezession angesichts der konjunkturellen Erholung im In- und Ausland aus heutiger Sicht wenig wahrscheinlich.
Gewisse Aufwärtsrisiken würden sich mittlerweile für die Preisstabilität abzeichnen, denn die Inflation sei weltweit angestiegen. Der starke Schweizer Franken habe hierzulande einen dämpfenden Effekt auf die Inflationsentwicklung gehabt.
Der zuletzt im März gesehene relativ starke Anstieg der Konsumentenpreise um 1,0% überzeichne allerdings den tatsächlichen Inflationsdruck. Hildebrand spricht von einem technisch bedingten temporären Anstieg. Umfragedaten zeigten, dass für die Schweiz die Inflationserwartungen zwar etwas angestiegen seien, aber nach wie vor eindeutig im Bereich der Preisstabilität lägen.
Sollte sich der Franken jedoch wieder rasch abschwächen, könnten sich die steigenden Notierungen bei den Rohwaren auch hierzulande verstärkt bemerkbar machen. Die expansive Geldpolitik berge ausserdem längerfristig Risiken für die Preisstabilität. In der Schweiz würden sich die in einem anhaltend hohen Wachstum der Geldmengen und der Hypothekarkredite ausdrücken. Die SNB habe wiederholt darauf hingewiesen, dass die Lage auf dem Hypothekar- und Immobilienmarkt besondere Aufmerksamkeit erfordere.
"Die Nationalbank wird auch in Zukunft nicht zögern, alle nötigen Massnahmen zu ergreifen, um die Preisstabilität in unserem Land zu gewährleisten", schliesst Hildebrand seine Ausführungen mit dem Satz, der in den vergangenen Monaten zum Standardsatz der Währungshüter geworden ist.
ra/uh

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