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(ergänzt mit weiteren Details, zum Teil zusammengefasst)
Bern (awp) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält an ihrer expansiven Geldpolitik fest und lässt entsprechend die Zinsen unverändert. Hinsichtlich Konjunkturverlauf und Inflationsentwicklung zeigt sie sich weiterhin relativ optimistisch: Die BIP-Prognose 2001 bleibt unverändert, die Inflationsschätzungen wurden nur leicht angepasst. Allerdings überwiegen laut der Notenbank die Abwärtsrisiken, wobei sie für die Schweiz vor allem die Auswirkungen der Frankenstärke und eine mögliche Immobilien-Blase erwähnt.
Die SNB hat das Zielband für den Dreimonats-Libor unverändert auf 0,0% bis 0,75% belassen, wobei weiter ein Dreimonats-Libor im unteren Bereich des Zielbandes um 0,25% angestrebt wird, wie sie am Donnerstag anlässlich ihrer quartalsweise stattfindenden geldpolitischen Lagebeurteilung mitteilte. Der Zinsentscheid war in dieser Form von den meisten Ökonomen erwartet worden und hat an den Finanzmärkten keine grossen Wellen geworfen. Zuletzt hatte die SNB im März 2009 an der Zinsschraube gedreht, damals wurde das Zinsband auf 0 bis 0,75% und der angestrebte Liborsatz auf 0,25% gesenkt.
Die Prognose der SNB für das Wachstum des realen Bruttoinlandproduktes BIP im Jahr 2011 lautet weiter "rund 2%". Die weltweite Konjunkturerholung setze sich fort, auch wenn sich die Aussichten in den letzten Wochen leicht eingetrübt hätten, sagte SNB-Präsident Philippe Hildebrand vor den Medien in Bern. Die Schweizer Wirtschaft sei zunehmend gut ausgelastet, sie profitiere trotz der starken Aufwertung des Frankens weiterhin von der robusten internationalen Nachfrage. Allerdings würden die Margen der Exportwirtschaft zunehmend unter Druck geraten.
Insgesamt überwögen weiterhin die Abwärtsrisiken. Dazu zählt laut Hildebrand insbesondere die Schuldenproblematik in den peripheren Ländern der Eurozone. Zudem sähen sich aufgrund hoher Defizite weltweit verschiedene Länder dazu gezwungen, fiskalische Konsolidierungsmassnahmen zu ergreifen, obwohl ihre Wirtschaftslage fragil sei. Der erfolgte Rohstoffpreisanstieg belaste ausserdem das Wachstum der Weltwirtschaft und berge Gefahren für die globale Teuerungsentwicklung.
Von letzterem ist die Schweiz allerdings derzeit wenig betroffen. Hierzulande bleiben die Hauptrisiken nach Ansicht der Notenbanker einerseits die Auswirkungen der Frankenstärke auf die Exportwirtschaft und andererseits die Überhitzungsgefahr im Immobiliensektor.
Man betrachte die Wechselkursentwicklung weiterhin "mit Besorgnis", so Hildebrand, äusserte sich aber nicht konkret zu möglichen Massnahmen dagegen. Die Prognosen der SNB basierten auf einer Beruhigung der Wechselkursentwicklung in der mittleren Frist, sagte er. Sollte der Wechselkurs erneut starken Änderungen ausgesetzt sein, würde dies eine Neubewertung der Inflationsaussichten erfordern.
Für den Moment wurde die Inflationsprognose aber nur leicht angepasst. Für 2011 erwartet die SNB nun mit 0,9% (von 0,8%) etwas mehr als im März, für 2012 sind es mit 1,0% (1,1)% und für 2013 mit 1,7% (2,0%) gar etwas weniger.
Wegen der jüngsten Aufwertung des Frankens und des etwas schwächeren internationalen Wachstums falle die neue Prognose im Verlauf von 2012 unter die alte, so Hildebrand. Gegen Ende des Prognosezeitraums steige die Teuerung allerdings rasch an und überschreite die Grenze von 2%. Daraus gehe denn auch hervor, dass die gegenwärtige, expansive Geldpolitik nicht über den gesamten Prognosehorizont weitergeführt werden könne, ohne die Preisstabilität längerfristig zu gefährden. Allerdings sei die Inflationsprognose derzeit mit hoher Unsicherheit behaftet.
Als zweite Gefahr neben der Frankenstärke sieht die SNB den Immobilienmarkt. Die Hypothekarkredite seien mit 4,7% im April weiterhin kräftig gewachsen. Und in einem Umfeld tiefer Zinsen und markant steigender Immobilienpreise könne ein hohes Hypothekenwachstum Risiken für die Finanzstabilität bergen. "Angesichts der potenziellen Risiken für den Finanzsektor beobachtet die Nationalbank die Situation auf dem Hypothekar- und Immobilienmarkt weiterhin mit grosser Aufmerksamkeit", so Hildebrand. "Die Lage auf dem Schweizer Immobilienmarkt hat sich gegenüber dem letztjährigen Finanzmarktstabilitätsbericht leicht verschärft", ergänzte ausserdem Direktoriumsmitglied Thomas Jordan.
uh/ps

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